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RB-A-Junioren-Trainer Leicht vor dem Halbfinale: „Jede Partie ist jetzt ein Bonus-Spiel"

RB-A-Junioren-Trainer Leicht vor dem Halbfinale: „Jede Partie ist jetzt ein Bonus-Spiel"

Mit einer Serie von sechs siegreichen Punktspielen in Folge haben die Jungbullen von RB Leipzig in der A-Junioren-Bundesliga Hannover 96 noch abgefangen und sich mit dem Staffelsieg sowie einer besonderen Zugabe belohnt: Am Himmelfahrtstag kommt es ab 18.30 Uhr in der Red-Bull-Arena bei freiem Eintritt zum Halbfinal-Hinspiel um die deutsche Meisterschaft gegen die TSG Hoffenheim.

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Zeigt wo es lang geht: Frank Leicht.

Quelle: Nitsche

Frage:

Leipzig. Wurde am Samstag in Erfurt in der Kabine gefeiert?

Frank Leicht:

Na klar. Ich denke, dass auch eine U19 ordentlich feiern kann, mit Humba-Humba-Liedern, wie man sie aus jedem Stadion kennt. Es war wirklich ein schweres Auswärtsspiel, wir hatten Respekt vor dem Gegner, da auch Erfurt lange unbesiegt war. Dadurch war die Freude bei uns besonders groß, zumal sich keiner in der Mannschaft vor der Saison mit dem DM-Halbfinale beschäftigt hatte. Unsere Serie von sechs Siegen am Ende war beeindruckend.

Gab es Glückwünsche aus der Liga?

Es kamen Glückwünsche, zum Beispiel aus Braunschweig. Es ist ja für die ganze Staffel wichtig, wie es jetzt weitergeht. Wir schauen, dass wir so weit wie möglich kommen, denn es gilt den zweiten Halbfinal-Startplatz zurückzuholen, der im Vorjahr an den Süden verloren ging.

Wie wurde der Endspurt von sechs Siegen in Folge ausgelöst?

Wir haben die Mannschaft nicht unter Druck gesetzt, sondern einfach gesagt: Jetzt kommen die Spiele, die wir in der Hinrunde gewonnen haben. Die Initialzündung war sicher der Sieg auf St. Pauli, denn dort spielt der Top-Torjäger der Liga mit 26 Treffern. Es ist uns gelungen, ihn an die Kette zu legen. Zugleich waren wir auf einen Ausrutscher von Hannover angewiesen. Hätten die ihre Serie von zehn ungeschlagenen Spielen auf 15 ausgebaut, wären sie verdient im Halbfinale gewesen.

Mit welcher Devise geht es ins Halbfinale?

Für uns ist jetzt jede Partie ein Bonus-Spiel. Wir hatten ja schon sechs Endspiele in Folge. Das ist wesentlich besser, als wenn fünf Spieltage vor Schluss die Luft raus ist, weil nach oben und unten nichts mehr geht. Wir haben etwas Unglaubliches erreicht. Es gab noch nie einen Aufsteiger in der U17 oder U19, der direkt Staffelsieger wurde und den Durchmarsch ins DM-Halbfinale geschafft hat. Jetzt sollen die Jungs die zwei Spiele genießen und schauen, ob es ein drittes obendrauf gibt.

Wie groß wird die Umstellung auf das große Stadion und auf die Flutlicht-Atmosphäre am Montag?

14 der 20 Jungs gehörten letztes Jahr schon zum Kader der B-Junioren, die meisten kennen also die Red-Bull-Arena von der U17-Endrunde. Das Stadion wird sie eher beflügeln als lähmen. Ich selbst kann in der großen Schüssel etwas weniger Einfluss nehmen, weil ich schwerer zu hören bin. Da müssen sich die Jungs gegenseitig mehr helfen und coachen. Das Fernseh-Livespiel am Montag in Hoffenheim ist natürlich auch Motivation, dass sich die Jungs auch auf nationaler Bühne gut präsentieren können.

Auf wie viele Zuschauer hoffen Sie beim Heimspiel am Donnerstag?

3000 wären schön, der Feiertag und die Anstoßzeit von 18.30 Uhr sind günstig. Leider hatten wir nur ein paar Tage Zeit, um für Aufmerksamkeit für das Spiel zu sorgen.

Wie stark ist Hoffenheim?

Bei den gefühlten Buchmachern wären sie der Favorit. Sie haben zuletzt 7:0 gegen Freiburg und 5:0 bei den Bayern gewonnen und damit zwei Hausnummern vorgelegt. Sie haben zwei torgefährliche Spieler mit 20 und 18 Treffern. In manchen Vereinen spielen solche Jungs schon gar nicht mehr in der A-Jugend. Man sieht auch, dass von der Philosophie von Helmut Groß und Ralf Rangnick einiges hängen geblieben ist, es wird ein taktisch sehr interessantes Spiel.

Was können Sie dem entgegensetzen?

Wir wollen unsere Top-Leistung abrufen, werden uns etwas einfallen lassen. Bei solchen Spielen gibt es immer eine 50:50-Chance. Wir sind sehr variabel im Angriff, haben 13 verschiedene Torschützen und mit Patrick Strauß den torgefährlichsten Mittelfeldspieler der Liga.

Haben Sie echte Führungsspieler?

Patrick Strauß hat der Mannschaft in der Rückrunde sehr gut getan, er hat wieder die Form der Vorbereitung, die er mit den Profis absolviert hatte. Kapitän Fridolin Wagner denkt wie ein Trainer und führt die Mannschaft als verlängerter Arm – und das als jüngerer Jahrgang. Der große Star ist die Mannschaft selber, wir haben 20 gute Typen, die sich nicht als Einzelspieler definieren, das macht schon Spaß.

Wurden die Jungs entsprechend ausgewählt oder erzogen?

Ich sage den Jungs immer wieder: Ein Spieler sieht immer dann individuell besser aus, wenn die Mannschaft stark ist. Das haben die Jungs verinnerlicht.

Das klingt, als wären ihre Spieler recht pflegeleicht?

Ja, wir hatten nur ganz wenige Probleme. Die Jungs sind vom Kopf her sehr klar, haben untereinander eine gute Hierarchie. Die Mannschaft hat einen guten Charakter und hat sich nie hängen lassen. Wir haben nicht eine einzige klare Niederlage kassiert, das ist bemerkenswert.

Frank Schober

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