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RB-Nachwuchstalent Dadashov kann sich Traum von EM-Endrunde erfüllen

Seit anderhalb Jahren bei RB Leipzig RB-Nachwuchstalent Dadashov kann sich Traum von EM-Endrunde erfüllen

Mit 16 Jahren spielt Renat Dadashov bereits in der A-Junioren-Bundesliga für RB Leipzig. Mit seinen Leistungen hat er auch beim DFB auf sich aufmerksam gemacht. In der U17-Nationalmannschaft stehen sieben Tore in sechs Länderspielen zu Buche. Nun winkt die EM in Baku.

Renat Dadshov am Ball, hier im Spiel der RB-A-Junioren gegen den FC St. Pauli.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Sieben Tore in nur sechs Länderspielen! Welcher Fußballer kann schon eine solche Bilanz vorweisen? Für Renat Dadashov, U17-Nationalspieler von RB Leipzig, soll es im DFB-Trikot nur eine Zwischenbilanz sein. „Es ist gut für mich zu wissen, dass ich in der Auswahl treffen kann. Aber ich darf mich damit nicht zufrieden geben, jetzt geht es um die nächsten sieben Tore“, sagt der 16-Jährige, der für RB in der U19-Bundesliga aufläuft.

Die nächsten drei Länderspiele sind für ihn und seinen Vereinskollegen Kilian Senkbeil die bislang wichtigsten. In Düsseldorf und Ratingen geht es ab Donnerstag gegen die Slowakei, Bulgarien und die Niederlande um das Ticket zur EM-Endrunde im Mai in Baku. Dadashov ist in Rüdesheim geboren und in Wiesbaden aufgewachsen, spielte für Eintracht Frankfurt. Doch seine komplette Familie stammt aus Aserbaidschan und wohnt zum Großteil noch dort. „Oma und Opa haben sich schon einen Deutschland-Schal gekauft, sie wollen mich spielen sehen. Es ist einer meiner größten sportlichen Träume, bei der U17-EM dabei zu sein“, erklärt der Stürmer mit leuchtenden Augen.

Schießt der Wahl-Leipziger die DFB-Elf zur Endrunde? „Ich bin Teamplayer“, erwidert Dadashov: „Es ist egal, wer die Tore schießt. Wenn der Torwart in der 90. Minute das 1:0 köpft, sind wir das glücklichste Team, das es gibt.“ Dennoch sagt er auf die Frage nach seinen Stärken ohne zu zögern: „Die Torgefahr. Das liegt bei mir in den Genen. Meine Mutter war Handballerin, mein Vater Wasserballer.“ Für den Filius kam nie eine andere Sportart als Fußball in Frage, zumal er seinen acht Jahre älteren Bruder Rufat – er stürmt für Regionalligist Germania Halberstadt – schon als kleines Kind zu jedem Training begleitete.

Die Familie, daran lässt Renat keinen Zweifel, steht für ihn ganz oben. „Mama und Papa sind das Wichtigste auf der Welt für mich. Jedes Wochenende fahren sie teilweise bis zu 400 Kilometer, um mich spielen zu sehen. Das ist ein enormer Ansporn. Ich will meine Eltern stolz machen, ihnen später mal viel zurückzahlen.“ Ebenso wichtig für den Teenie: „Ich glaube an Gott. Ich weiß, dass er mir die Stärke gibt, die ich brauche.“ Immer, wenn er daheim in Wiesbaden ist, gehe er sonntags in die russisch-orthodoxe Kirche. „Sie ist wunderschön, ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich sie betrete“, sagt der angehende Fachabiturient an der Bernd-Blindow-Schule, der neben der Fußball-Karriere eine sozialpädagogische Ausbildung anstrebt.

Renat ist seit eineinhalb Jahren ein Roter Bulle, „hier bin ich glücklich, hier werde ich super betreut“. Er sei traurig gewesen, als es hieß, dass er mit Koffern voller Geld nach Leipzig gelockt wurde. „Jedes einzelne Wort davon stimmt nicht. Mein Vater gab mir den Rat: Hör nicht darauf, was erzählt oder geschrieben wird.“ Ein weiterer Tipp von Vater Oleg: Niemals aufgeben, immer mit Disziplin die Ziele weiterverfolgen. Disziplin wird bei RB großgeschrieben. Fast entschuldigend sagt er selbst: „Wir sind Kinder oder Jugendliche und keine Musterschüler, die alles richtig machen. Es gibt schon mal Aussetzer, die natürlich nicht akzeptiert werden. Wir haben nicht ohne Grund strikte Regeln. Wenn es die nicht gäbe, wären wir nicht so weit, wie wir sind.“ Er selbst habe auch schon Mist gebaut. „Darüber wird geredet, dann gibt es schon mal eine Laufeinheit extra, man zieht seine Lehren. Als ich einmal im Gebäude mit schmutzigen Schuhen unterwegs war, musste ich anschließend den Fußboden selbst saubermachen. Jetzt ziehe ich meine Schuhe am Eingang aus.“

Prägnant war sein Satz in der RB-Dokumentation des TV-Senders Sky, er wolle der beste Fußballer der Welt werden. „Das ist mein Traum“, bestätigt Renat: „Bis dahin muss ich aber noch 1000 Schritte schaffen. Ich stehe noch ganz am Anfang.“ Cristiano Ronaldo sei sein großes Vorbild: „Ich habe seinen Film gesehen. Wie er sich ernährt und pflegt, was er sich hart erarbeitet, finde ich faszinierend.“ Zugleich ist sich Renat sicher: „Es gibt keinen perfekten Fußballer, du musst immer an dir arbeiten, es gibt immer etwas zu verbessern.“

Im Alltag schaue er sich viel bei den RB-Profis ab. Sein Lieblingsspieler? Auch hier zögert er keine Sekunde: „Emil Forsberg. Wie er spielt, wie er kämpft, ist toll. Außerdem ist er ein ganz bodenständiger Mensch.“ Auch Davie Selke mag er: „Er lacht so gern und so viel wie ich.“ Renat ist von Kindesbeinen an Bayern-Fan. Haben die Bayern oder andere Top-Klubs schon bei ihm angeklopft? Er kann es nicht sagen. „So lange ich in Leipzig zufrieden bin, erfahre ich von meinem Berater gar nicht, welche Vereine Interesse an mir haben.“ Im Moment interessiert ihn vor allem eins: An den Tagen rund um seinen 17. Geburtstag im Mai für Deutschland in Baku um den EM-Titel zu spielen.

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