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Streit um RB Leipzigs Frauen vorerst beigelegt - Spiele werden neu angesetzt

Verband nimmt Geld in die Hand Streit um RB Leipzigs Frauen vorerst beigelegt - Spiele werden neu angesetzt

Es herrscht wieder Frieden im sächsischen Frauen-Fußball, zumindest offiziell. Der Landesverband hatte die 14 in der höchsten Liga des Freistaats aktiven Vereine zu einem Runden Tisch geladen, um die Causa RB Leipzig gütlich zu regeln. Das lässt sich der SFV auch etwas kosten.

Der Sächsische Fußballverband hofft, den seit Wochen schwelenden Konflikt um die Landesligateilnahme von RB Leipzig gelöst zu haben.

Quelle: Imago Rust

Leipzig. Es herrscht wieder Frieden im sächsischen Frauen-Fußball, zumindest offiziell. Der Landesverband hatte die 14 in der höchsten Liga des Freistaats aktiven Vereine am Dienstag zu einem Runden Tisch geladen, um die Causa RB Leipzig gütlich zu regeln und das Miteinander, das zuletzt aus offenen Briefen und öffentlichen Vorwürfen bestand, auf ein normales Maß herunter zu regeln. Mit Erfolg, wie der SFV nun mitteilte. Nach langer Aussprache sei ein Kompromiss gefunden worden.

Der sieht wie folgt aus: Alle Mannschaften kehren in den regulären Spielbetrieb zurück. RB verpflichtet sich, mit jeweils sieben Spielerinnen des Jahrgangs 1999 oder jünger in der Startformation anzutreten. Die bereits absolvierten Liga-Partien der Rasenballerinnen gegen den SV Eintracht-Süd und den Chemnitzer FC werden ebenso neu angesetzt wie die ausgefallene Begegnung mit dem Bischofswerdaer FV. Alle diesbezüglichen sportrechtlichen Verfahren werden eingestellt. Zudem erhalten alle Clubs einen Kostenzuschuss vom Verband, um die durch die Aufstockung der Liga entstehenden erhöhten Aufwendungen für Fahrtkosten, Schiedsrichter u.ä. auszugleichen.

Vorausgegangen war ein wochenlanger Streit zwischen den 12 „etablierten“ Sachsenligisten und dem SFV. Dessen Präsidium hatte im Sommer die neu-gegründete Spielgemeinschaft Leipziger FC 07/RB Leipzig sowie Eintracht Süd außerplanmäßig in die Liga aufgenommen. Die sportliche nachvollziehbare Begründung im Fall LFC/RB: Die B-Juniorinnen fänden hier härtere Konkurrenz. Die Spielgemeinschaft hatte allerdings nur eine sehr kurze Lebenszeit und wurde seitens RB rasch aufgekündigt.

Hier regte sich erstmals größerer Protest. Denn als neu formierte Elf hätte das Team laut SFV-Spielordnung in der Landesklasse beginnen müssen. Die Verantwortlichen vom Cottaweg hatten erst im Juni den Einstieg in den Frauenfußball bekanntgegeben und im Zuge dessen das Landesleistungszentrum sowie zahlreiche Akteurinnen des in finanzielle Schieflage geratenen FFV Leipzig übernommen.

Vorwurf: Verband beugt für RB Leipzig die Regularien

Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich der erste Pflichtspielauftritt der RB-Frauen im Sachsenpokal gegen den SV Johannstadt. Beim 7:0-Sieg stellte Coach Sebastian Popp lediglich drei der angeblich so förderungswürdigen B-Juniorinnen auf. Überdies hatten die Rasenballerinnen gar nicht für den Wettbewerb gemeldet. Johannstadt rief das Sportgericht an und bekam inzwischen Recht. RB ist raus aus dem Pokal, die Dresdnerinnen eine Runde weiter.

Der Vorwurf der anderen Vereine: Der Landesverband biegt für den zahlungskräftigen Riesen vom Cottaweg die Regeln zurecht, wie es nötig ist. „Unser Protest richtet sich nicht gegen die Übernahme des Leistungszentrums, gegen den Verein oder die dorthin gewechselten Spielerinnen. Er richtet sich gegen die Verstöße der Statuten des SFV“, so Bodo Lehnig vom Bischofswerdaer FV, der beim Runden Tisch als Vertreter der Landesligisten benannt wurde. Er hatte mit seiner Mannschaft zuvor auch das deutlichste Ausrufezeichen gesetzt: Die Schiebockerinnen boykottierten ihr Heimspiel gegen RB, und zwar zehn Minuten vor Anpfiff.

Die Gesprächsatmosphäre am Dienstag sei zunächst von Anspannung geprägt gewesen, teilte SFV-Vizepräsident Christoph Kutschker im Nachgang mit. Alle Beteiligten hätten aber zu einem konstruktiven Dialog beigetragen. „Dafür danke ich allen ausdrücklich, denn das sind wir den Spielerinnen schuldig.“ Man wolle mit den getroffenen Vereinbarungen Vertrauen zurückgewinnen. Thomas Albeck, Leiter des RB-Nachwuchsleistungszentrums zeigte sich ebenfalls erleichtert und sprach von einer Grundlage für eine in der Zukunft erfolgreiche Zusammenarbeit aller.“

Der Runde Tisch soll im Übrigen keine Eintagsfliege bleiben und fortgesetzt werden.

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