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Tino Vogel und RB Leipzigs Reserve: Höhenflug vor der Trennung

Regionalliga Tino Vogel und RB Leipzigs Reserve: Höhenflug vor der Trennung

Tino Vogel ist mit der RB-Reserve in der Regionalliga seit acht Spielen ungeschlagen – im Sommer übernimmt dennoch Robert Klauß seine Mannschaft. Der Trainer geht professionell mit der Situation um, seine Jungs offenbar auch.

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Tino Vogel erfuhr vor zwei Monaten, dass im Sommer Schluss ist, und geht professionell damit um.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Für Tino Vogel (46) könnte alles eine Wolke sein. Nach dem Katastrophen-Start in die Regionalliga (10 Spiele/5 Punkte) blieb die U23 von RB Leipzig zuletzt acht Mal in Folge ungeschlagen. Beim 6:2 gegen Luckenwalde oder dem 4:2 gegen Neustrelitz spielten sie phasenweise richtig ansehnlichen Fußball, was zuletzt bei Hertha BSC II nicht so ganz glückte. Doch auch beim 1:1 in der Hauptstadt gelang zumindest ein Teilerfolg. Mit 28 Punkten aus 23 Spielen ist der Tabellenzehnte wieder halbwegs im Soll, ein einstelliger Tabellenplatz ist nur noch fünf Zähler entfernt und sollte das nächste Ziel sein. Dafür müsste am heutigen Sonnabend (13.30 Uhr) im Markranstädter Stadion am Bad gegen den Fünften Berliner AK eine weitere Steigerung her.

Vogel, Trainer der ersten RB-Stunde, muss das Zepter nach dem Saisonende trotzdem an Robert Klauß (31) übergeben. Der Coach der hauseigenen U17, der als Spieler 2010 mit Vogel in die Regionalliga aufstieg, soll die Talente aus dem Jugendbereich noch effizienter an die Profis heranführen.

Genugtuung über die jüngsten Erfolge verspüre er nicht, erklärte Vogel zwei Monate nach seiner angekündigten Demission. „Natürlich war das eine blöde Situation, aber jetzt von Genugtuung zu reden, wäre das falsche Wort.“ Er wolle seine Spieler bestmöglich entwickeln und die Saison im Mai erfolgreich abschließen, nur darauf komme es an. Auf einem einstelligen Tabellenplatz? „Die Tendenz zeigt nach oben. Wenn die Jungs so weiter arbeiten, ergibt sich der Rest von alleine.“

Das zweitjüngste Team der Liga ist mittlerweile bei den Profis angekommen. Zu Saisonbeginn waren Durchsetzungsvermögen und Cleverness noch Fremdworte: Platzverweis folgte auf Platzverweis, ein defensiver Patzer jagte den nächsten, im Angriff fehlte die Effizienz. Die hohe Fluktuation – 37 Spieler kamen zum Einsatz – erschwerte kontinuierliche Arbeit zusätzlich. Als wenige Konstanten erwiesen sich Kapitän Alex Sorge und A-Junior Sören Reddemann im Abwehrzentrum sowie Mittelfeldmann Alexander Siebeck, mit fünf Treffern erfolgreichster RB-Torjäger. Die Formkurve von Angreifer Federico Palacios (4 Tore) zeigte zuletzt ebenfalls nach oben, auch A-Junioren-Stürmer Timo Mauer überzeugte mit drei Toren und zwei Vorlagen. Das Team hat einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht, früher oder später soll die U23 in der Dritten Liga kicken – ohne Vogel an der Seitenlinie.

Wie geht es für ihn weiter? Eine Weiterbeschäftigung bei RB gilt als eher unwahrscheinlich: Der gebürtige Thüringer wird sich als gestandener Profitrainer kaum in der Junioren-Bundesliga verdingen, auch eine Stelle als Scout oder Koordinator dürfte nicht nach dem Geschmack des Vollbluttrainers sein. Wahrscheinlicher ist schon ein Engagement bei einem Profiteam in der Region, die „Bild“-Zeitung brachte ihn zuletzt mit Regionalligist Carl Zeiss Jena in Verbindung, wo sein Vater Eberhard mit 118 Toren Legendenstatus genießt. „Ich bin 24 Stunden für die Mannschaft da, für andere Gedanken bleibt derzeit keine Zeit“, lässt Vogel Fragen nach seiner Zukunft ins Leere laufen.

Nach der Verkündung der Demission im Januar bestand die Gefahr, dass sich seine Schützlinge – und Vogel selbst – hängen lassen. Das genaue Gegenteil ist passiert. Trotz des Dementis wird er angesichts der aktuellen Erfolge schon ein klein wenig Genugtuung verspüren. Sicher ist eines: Nicht jeder hätte die Situation so professionell weggesteckt wie Tino Vogel.

Thomas Fritz

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