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Tino Vogels Mission bei RB Leipzig: Ist Aufstieg Nummer drei schaffbar?

Vorbereitung auf die Regionalliga Tino Vogels Mission bei RB Leipzig: Ist Aufstieg Nummer drei schaffbar?

Der Trainer der U23 von RB soll Spieler für die Bundesliga fit machen und gern wieder aufsteigen. Dabei gehen Tino Vogel und sein Team das Projekt Regionalliga hochprofessionell an.

Kann Tino Vogel sofort den nächsten Aufstieg schaffen?

Quelle: Christian Modla

Bad Blankenburg. Als sich Tino Vogel verabschiedet, erzählt er noch, dass er jetzt Videoanalyse macht. Wie, was, Video? „Das vom 5:0 bei Einheit Rudolstadt“, erklärt der Fußballlehrer mit einer Portion Unverständnis, dass sich jemand wundert. Ein lockerer Testspielsieg während des Trainingslagers, das die U23 von RB derzeit in Bad Blankenburg absolviert, wird aufgearbeitet wie ein Bundesligaspiel. Ist das überall so?

Die U23 (oder RB II oder Nachwuchsbullen) geht das Projekt Regionalliga hochprofessionell an. Keine Überraschung, klar. Nicht klar ist, ob man Tino Vogel bedauern oder beneiden soll. Zwölf Spieler des Oberliga-Meisters sind gegangen, neun Neue sind gekommen. Fast alle vom Nachwuchs, acht könnten noch in der U19 spielen, zwei sind noch nicht mal 18. Sein Team hat der Coach nicht mal vollständig an Bord. Drei Kicker (Sören Reddemann, Vincent Rabiega, Alexander Sorge) wurden nach Leogang ins Trainingscamp der Zweitliga-Profis abkommandiert. Zusammengefasst sieht es so aus: Die halbe Mannschaft ausgetauscht, fast nur Jungspunde an Bord und in der Vorbereitung die Besten nicht dabei. Welcher Trainer würde da nicht klagen?

Tino Vogel klagt nicht. Die Integration der Neuen oder das „Verschieben“ von Spielern sei kein Problem. „Das Gute ist, dass wir eine gemeinsame Spielphilosophie haben. Da gibt es wenige Anpassungsprobleme, denn die Trainingsinhalte sind in allen Altersklassen gleich“, sagt er. „Es ist überall derselbe Spielstil.“ Der werde im wöchentlichen Trainermeeting diskutiert. „Das ist mit Ralf Rangnick so, war auch schon mit Alex Zorniger und Achim Beierlorzer so.“ Die größte Herausforderung sei, das Team menschlich zusammenzuführen. So steht in Bad Blankenburg Teambuilding auf dem Programm. „Es wird viel gelacht.“

Zum Stichpunkt „beneiden“ gehört das perfekte Umfeld, bei RB selbstverständlich. Aber es geht immer besser. „Wir hatten schon sehr gute Bedingungen, aber jetzt haben wir mit Tim Lobinger noch einen Mann an der Seite, der überragendes Athletiktraining macht“, erzählt Vogel. Dazu komme mit Patrick Bick ein Physiotherapeut. Der Coach weiß, was er hat: „Für Regionalligisten sind das Top-Bedingungen.“

Doch was muss die Mannschaft liefern? Zweimal in Folge ist Vogel mit der U23 aufgestiegen - kann, ja muss er es gar wieder? Heikle Frage. Understatement á la „Klassenerhalt“ kauft ihm niemand ab, eine konkrete Platzierung nennen ist gefährlich. Also meint er brav: „Natürlich wollen wir als Mannschaft so erfolgreich wie möglich sein. Aber wir wollen Spieler auch individuell fordern und fördern, den einen oder anderen in der Kader der 1. Mannschaft hochbringen.“ Und jetzt wird’s poetisch:  „Jungs aus dem eigenen Nachwuchs in der Red-Bull-Arena spielen zu sehen, ist für den Trainer das schönste. Der Tag wird kommen.“

Auf diesen Tag hofft Joshua Endres. Er kam vor zwei Jahren aus Würzburg nach Leipzig, im März ist er 18 geworden. Die ersten Wochen seien nicht leicht gewesen, aber dann habe er sich eingewöhnt, „es lief immer besser“. Kann man so sagen, der Junge war mit 14 Treffern bester Torschütze der A-Jugend. Nun rückt er in den U23-Kader, wird gegen gestandene Profis spielen. Angst davor hat er nicht, mangelndes Selbstbewusstsein schon gar nicht. „Letztes Jahr waren es 14 Tore. Wenn ich es mir aussuchen könnte, wären 10 bis 15 mein Ziel. Aber ich weiß, dass dies eine andere Liga ist. Warten wir ab.“ Und auf die Frage, was für ihn ein erfolgreiches Jahr wäre, antwortet er schmunzelnd, aber ohne mit der Wimper zu zucken: „Der Aufstieg in die dritte Liga wäre das Optimum. Jetzt müssen wir uns erst einmal in der Liga zurechtfinden. Eine Top-Platzierung würde ich auch sofort unterschreiben.“

Als Endres das sagt, brütet Vogel über dem Video. Gegen Rudolstadt hätten die Jungs das „sehr gut“ gemacht, lobt er. „Sie sind sehr hohes Tempo gegangen, das hatte ich in dieser Trainingsphase nicht so erwartet.“ Endres hat in der ersten Halbzeit gespielt. Ein Tor war ihm nicht vergönnt, aber etwas hat er seinen Mitspielern voraus: Gegen Budissa Bautzen, am 26. Juli Auftaktgegner, hat er schon ein Tor geschossen - im Testspiel der Zweitliga-Profis. Er und seine Mitspieler können sich das nochmal reinziehen - das Video dazu gibt’s natürlich.

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