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Ausrutscher: RB Leipzig patzt gegen Sandhausen

Spannendes Saisonfinale Ausrutscher: RB Leipzig patzt gegen Sandhausen

Dicke Überraschung in der Red Bull Arena: RB Leipzig hat am Freitagabend gegen SV Sandhausen mit 0:1 verloren. Trainer Alois Schwartz motivierte seine Jungs mit einem Video aus der letzten Saison.

Zeigte sich als starker Gegner: Sandhausen in schwarz gegen RB Leipzig

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Was für eine Spannung in der 2. Bundesliga: RB Leipzig hat wie schon in der Vorsaison zu Hause gegen den SV Sandhausen gepatzt. Der 1. FC Nürnberg kann nun am Sonnabend wieder Boden gut machen und mit einem Sieg den Abstand auf die Sachsen bis auf drei Punkte verkleinern, der SC Freiburg dagegen seine Tabellenführung am Montag ausbauen. „Wir sind frustriert über dieses Spiel“, sagte RB-Trainer Ralf Rangnick.

Schwarz zeigt Video vom 4:0

Aufstiegskampf ist auch harte Knochenarbeit. Das musste RB Leipzig am Freitagabend im zweiten Spiel in dieser Woche schmerzlich erfahren. Von Anfang an machte der SV Sandhausen klar: Punktelieferant wollten die Gäste nicht sein. Gästetrainer Alois Schwartz hatte seiner Mannschaft den 4:0-Sieg aus der letzten Spielzeit als Blaupause mit auf den Weg gegeben. „Wir haben die Mannschaft mit Bildern aus dieser Partie im Hotel eingestimmt und ihnen leuchtende und gierige Augen gezeigt“, so Schwartz.

Mitten im Aufstiegskampf musste RB Leipzig am Freitag vor heimischen Publikum eine 1:0-Niederlage gegen den SV Sandhausen hinnehmen.

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Was bisher wenigen Gegnern in dieser Saison in der Red Bull Arena gelang, der SVS unterband mit dem Anpfiff die Startoffensive der Roten Bullen. Kein Sturmlauf, kein Angriffsfeuerwerk, kein Chancenplus: RB konnte sich nicht wie gewohnt entfalten. In der 3. Minute hatte Torjäger Aziz Bouhaddouz sogar die Führung auf dem Fuß, verpasste den Ball aus Nahdistanz nur knapp. „Wir haben das Spielfeld klein gemacht, RB kam nicht ins Laufen“, so der Gästecoach.

Rangnick hatte sein Team im Vergleich zum Montag in Düsseldorf auf drei Positionen verändert. Das am Rhein so erfolgreiche Sturmduo Davie Selke/Yussuf Poulsen stand von Anfang an auf dem Platz. Anthony Jung ersetzte den gesperrten Marcel Halstenberg und Stefan Ilsanker bekam den Vorzug vor Diego Demme.

Sandhausen spielte geschickt, stellte sich nicht nur vor dem eigenen Strafraum auf und war oft einen Schritt schneller als die Gastgeber. Auffällig: RB leistete sich viel zu viele ungenaue Zuspiele und brachte die Mannschaft von Schwartz nur selten in Verlegenheit.

Überragender Knaller im Tor

Zwei Großchancen erarbeitete sich der Favorit aber in der ersten Hälfte. In der 10. Minute schoss Poulsen SVS-Keeper Marco Knaller aus sechs Metern Entfernung an. Die größte Gelegenheit hatte mal wieder Kapitän Dominik Kaiser auf dem Fuß. In der 37. Minute sendete er aus rund 22 Metern einen Freistoß ab, den Knaller gerade noch um den Pfosten lenkte.

Sandhausen, unterstützt von 30 Schlachtenbummlern (Motto: „Ligazwerg und stolz darauf“), tauchte noch mehrfach vor dem Gehäuse von RB-Torhüter Peter Gulacsi auf, war im Abschluss aber nicht präzise genug.

Die Gäste ließen sich auch nach der Pause nicht von ihrer Linie abbringen. Bouhaddouz prüfte gleich nach dem Wiederanpfiff Gulacsi aus spitzem Winkel. In der 54. Minute dann doch Hoffnung bei RB: Selke nahm eine Flanke von Marcel Sabitzer volley, wieder war Knaller zur Stelle.

Rangnick: „Flanke wie im Benefizspiel“

Und dann der Schock für die Leipziger Mannschaft und ihre Fans: Korbinian Vollmann lief in der 62. Minute völlig unbedrängt in eine abgefälschte Bouhaddouz-Flanke. Gulacsi hielt zunächst, konnte den Abpraller gegen Vollmann aber nicht mehr verteidigen. „Ich habe gesehen, dass da ein Raum für mich ist und der Verteidiger nicht mehr heran kommt“, sagte Vollmann. Rangnick war vor allem wegen der Flanke zuvor sauer. „Das hat Bouhaddouz aus dem Stand gespielt, das sah wie in einem Benefizspiel aus“, fand fand der Coach. Und Kaiser fügte an: „Der Gegentreffer war vermeidbar, auch weil ich zuvor unnötig den Ball im Mittelfeld verloren habe.“

RB bedrängte danach das SVS-Tor und hatte auch Pech. Schiedsrichter Cortus sah in der 70. Minute ein Handspiel von Damian Roßbach im Strafraum nicht. Forsberg stand kurz danach bei seinem Pass auf Poulsen knapp im Abseits, das Tor des Dänen zählte deshalb nicht. Eine weitere Chance schoss Poulsen aus vier Meter über den Kasten. „Eine solche Gelegenheit hätte er in den vergangenen Wochen mit verbundenen Augen reingemacht“, meinte Rangnick. Insgesamt rannten die Roten Bullen aber zu kopflos an und blieben auch deshalb an diesem Abend ohne Treffer. Gleiches Bild wie in der vergangenen Saison: Die handverlesenen Sandhausener Fans zogen mit einer Polonaise durch den weitgehend leeren Gästeblock.

RB hat nun mehr als eine Woche Zeit bis zum nächsten Spiel. Am übernächsten Montag geht es nach Kaiserslautern. „Wir müssen jetzt weitermachen und bis zum Schluss an uns glauben“, forderte Willi Orban. Trainer Rangnick sieht keinen Grund zur Nervosität: „Es liegt ausschließlich an uns, was in den nächsten Wochen passiert.“

Matthias Roth

RB Leipzig: Gulacsi - Klostermann (79. Teigl), Orban, Compper, Jung, Kaiser, Ilsanker (66. Demme), Forsberg, Poulsen, Selke (61. Bruno)

SV Sandhausen: Knaller - Thiede, Olajengbesi, Hübner, Paqarada (64. Linsmayer), Roßbach, Kulovits, Vollmann (74. Stolz), Pledl, Bieler (86. Schulz), Bouhaddouz

Tore: 0:1 Vollmann (62.)

Zuschauer: 30.279

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach a.d. Pegnitz)

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