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Befreiungsschlag mit Powerfußball: RB Leipzig feiert ersten Sieg in diesem Jahr

Befreiungsschlag mit Powerfußball: RB Leipzig feiert ersten Sieg in diesem Jahr

RB Leipzig hat seine Durststrecke überwunden. Mit einem 3:2 gegen den 1. FC Union Berlin feierte der Aufsteiger seinen ersten Sieg in diesem Jahr. Warum haben die Roten Bullen nicht in den ersten drei Punktspielen so aufgetrumpft? Ein Platz in der Spitzengruppe und reale Aufstiegschancen wären der Lohn gewesen.

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Jubel nach dem 1:0 durch RB-Kapitän Dominik Kaiser.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Mit einem Offensivfeuerwerk meldete sich RB Leipzig am Sonntag in der 2. Bundesliga zurück.

In der ersten Viertelstunde erzielten die Gastgeber mehr Treffer als in den vergangenen zwei Monaten zusammen. "Das ist das Beste, was wir bisher von RB gesehen haben", analysierte Sportdirektor Ralf Rangnick das Offensivspiel seiner Mannschaft in der ersten Hälfte. Der 56-Jährige hat aber auch gleich eine eigene Schwachstelle ausgemacht: Seine Spieler müssten besser nach hinten arbeiten und dürften nach gelungen Aktionen nicht vorn stehen bleiben. "Da waren einige wohl vom eigenen Spiel berauscht", so Rangnick.

RB-Coach Achim Beierlorzer hatte sein Team erneut umgestellt. Für den erkrankten Marvin Compper spielte Lukas Klostermann. Taktisch entschied sich der Trainer für eine neue Variante und beorderte Emil Forsberg hinter die beiden Spitzen ins Mittelfeld. Daniel Frahn schaffte für den gesperrten Yussuf Poulsen den Sprung in den Kader und durfte in der Schlussphase auch mitspielen. "Wir sind auf der Suche nach unserer Top-Elf", erklärte Beierlorzer.

Als sich die Zuschauer noch das Sitzkissen zurechtrückten, zeigte Schiedsrichter Peter Gagelmann bereits auf den Elfmeterpunkt. In der dritten Minute stürmte Omer Damari in den Berliner Strafraum und wurde dabei von Michael Parensen per Hüftcheck gestoppt. "Da hatte RB Mithilfe von außen", meinte Union-Coach Norbert Düwel, der ein elfmeterwürdiges Foul anzweifelte. Den Strafstoß verwandelte Dominik Kaiser sicher zur Führung.

Fünf Minuten später setzte Damari erneut zum Dribbling an, wurde dabei wieder im 16-Meter-Raum von einem Berliner berührt, fiel aber nicht. Der Israeli schob den Ball überlegt in die Mitte und Joshua Kimmich spitzelte zum 2:0 ein. "So wie heute, hat er die letzten fünf Jahre fast in jedem Spiel gespielt", berichtete Rangnick über Damari. Die Zuschauer hatten spätestens nach dem zweiten Tor in den Gute-Laune-Modus umgeschaltet und erhielten sofort einen Dämpfer. Im direkten Gegenzug tanzte Steven Skrzybski im Strafraum Georg Teigl aus und schob den Ball durch die Beine des Österreichers zum Anschlusstreffer ins Tor. Jubel im Block der Köpenicker, die sonst in der ersten Halbzeit aus Protest gegen RB schwiegen.

Auf dem Rasen ging es mit offenem Visier weiter. Erst hatte Forsberg die Chance zum nächsten Tor, dann bediente er Teigl in der nächsten Aktion. Der Verteidiger erhöhte auf 3:1. "Ich werde Stück für Stück besser", sagte der Schwede Forsberg nach seinen gelungenen Szenen. Die Spiellaune blieb auf beiden Seiten ungebrochen. Christopher Quiring hob nach einer knappen halben Stunde den Ball über die RB-Abwehr genau auf Sebastian Polter. Ausgerechnet der Berliner Stürmer, der schon im Hinspiel doppelt getroffen hatte, schaffte den Anschlusstreffer.

In der 45. Minute war dann wieder RB an der Reihe: Forsberg zog aus acht Metern ab und zwang Union-Keeper Daniel Haas zu einer Glanzparade. Pause und durchatmen. "Die erste halbe Stunde war grandios, hinten hatten wir aber einige Nachlässigkeiten", fand Mittelfeldspieler Diego Demme.

Beste Gelegenheiten durch Forsberg, Ante Rebic und Damari

In der Halbzeitunterbrechung verteilten die Roten Bullen Zuwendungen vom Deutschen Fußball Bund für die Nachwuchsarbeit am Cottaweg an weitere beteiligte Verein in der Region. Von ihnen waren Talente zum Zweitligisten gewechselt. So erhielt der 1. FC Lok 1000 Euro. Die rund 4000 Unioner fanden derweil ihre Stimme wieder und rollten dazu noch Anti-RB-Banner aus.

Leipzig spielte auch nach dem Seitenwechsel Powerfußball und erarbeitete sich durch Forsberg, Ante Rebic und Damari beste Gelegenheiten, die Führung auszubauen. Aufregung in der 73. Minute: Berlins Toni Leistner sprang der Ball im Strafraum an die erhobene Hand, Gagelmann pfiff nicht. Der eingewechselte Yordy Reyna scheiterte in der 80. Minute mit einem Schuss aus zwölf Metern am besten Berliner, an Keeper Haas. Die Unioner lauerten bis zum Schluss, mussten sich aber mit der Niederlage abfinden.

Die nächste Kostprobe der neu gewonnenen Offensivkraft wollen die Leipziger am kommenden Mittwoch im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg abliefern. 42.500 Karten sind dafür bereits verkauft. "Nach dem Spiel heute wird am Montag bestimmt ausverkauft sein", sagte Rangnick.

Ob dann auch Red-Bull-ChefDietrich Mateschitz im Privatjet nach Leipzig einfliegen wird, konnte der Sportdirektor nicht sagen. Zum Scherzen aufgelegt fügte er an: "Ich weiß gar nicht, ob er überhaupt noch eine Karte bekommt." Ein klaren Fahrplan hat ihm der 71-jährige Mateschitz aber an die Hand gegeben. Rangnick verriet in einem Interview mit der "Welt am Sonntag": Mateschitz wolle nicht erst 80 sein, wenn RB erstmals Deutscher Meister wird.

Dafür müssen die Leipziger aber zunächst aufsteigen. Und plötzlich ist bei RB wieder Hoffnung da. "Ich habe schon vor dem Spiel gegen Union gesagt, wenn wir von den letzten zwölf Partien zehn gewinnen, dann geht noch was", hat Rangnick ausgerechnet.

RB Leipzig:

Coltorti - Teigl, Klostermann, Sebastian, Jung - Demme, Kaiser, Kimmich, Forsberg (84. Hierländer) - Rebic (81. Frahn), Damari (75. Reyna)

Union Berlin:

Haas - Trimmel, Leistner, Puncec, Schönheim - Jopek, Parensen (62. Zejnullahu), Kreilach, Skrzybski (78. Kobylanski)- Polter, Brandy (14. Quiring),

Tore:

1:0 Kaiser (3., FE), 2:0 Kimmich (8.), 2:1 Skrzybski (8.), 3:1 Teigl (14.), 3:2 Polter (29.)

Zuschauer:

24.780

Schiedsrichter:

Peter Gagelmann (Bremen)

Matthias Roth

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