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Bittere Niederlage: Bayern München zu groß für RB Leipzig

Fußball-Bundesliga Bittere Niederlage: Bayern München zu groß für RB Leipzig

Rote Karte, Elfmeter, mit drei Toren Rückstand in die Pause: Für den Aufsteiger RB Leipzig war es ein bitterer Abend beim Rekordmeister FC Bayern.

RB Leipzig unterlag am Mittwoch dem Rekordmeister deutlich.

Quelle: dpa

München. Bei den Bayern kann man verlieren. Auf die Art und Weise kommt es an. Und die stimmte aus RB-Sicht am Mittwoch so gar nicht. Der Tabellenführer führt die in allen Belangen unterlegenen Rasenballer am Nasenring durch die Manege, triumphiert 3:0 (3:0), bleibt Maß der Dinge in der Bundesliga. Thiago (18.), Xabi Alonso (25.) und Robert Lewandowski treffen für entfesselte Bayern und blicken mit jetzt 39 Punkten auf RB (36) und den Rest des Klassments herab. Die Männer von Ralph Hasenhüttl dürfen sich glücklich schätzen, dass die Bayern nach dem Wechsel dünn drüber gehen. Die RB-Fußballer bekommen von ihren Fans tröstenden Beifall, lecken nach der Lehrveranstaltung im Eisschrank Allianz Arena Wunden. Sie dürfen dennoch stolz auf ein grandiosen Jahr sein.

Schwarzer Abend für die Roten Bullen: Schon zur Halbzeit stand es 3:0 gegen die Leipziger Fußballer, Forsberg musste nach einem Foul vom Platz. Bayern dominierte klar.

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Die Medizinmänner der Rasenballer hatten Nachtschichten eingelegt, um DIE ZWEI fit zu kriegen. Hosianna, beim Anpfiff stehen Mittelfeld-Star Naby Keita (trotz Zerrung) und Linksverteidiger-Ass Marcel Halstenberg (trotz Prellung) auf dem englischen Rasen. Schotten-Sprinter Oliver Burke (Magen-Darm-Virus) ist der Mannschaft hinterhergeflogen.

Bayern-Coach Carlo Ancelotti muss von amtswegen Menschen weh tun. Diesmal erwischt es den Ex-Leipziger Joshua Kimmich und Thomas Müller, die auf der Bank Platz nehmen. Dabei: die Silberrücken Xabi Alonso und Arjen Robben.

Burkhard Jung ist im Stadion

Das Stadion ist mit 75000 Fans (knapp 8000! aus Leipzig) ausverkauft, selbst die Pressetribüne bietet keine lichte Stelle. Über 400 Journalisten aus dem In- und Ausland sind beim Hit dabei. So viele Berichterstatter waren noch nie bei einem Bundesligaspiel der Bayern. Rekord beim Rekordmeister.

Es ist eiskalt in München, Didi Mateschitz und Uli Hoeneß sind da, Leipzigs OBM Burkhard Jung und sein Münchner Amts- und Parteikollege Dieter Reiter auch. Das Spiel der Spiele kann beginnen. 1875 Bundesligaspiele gegen 250. Erster gegen Zweiter.

Es wird eine Demonstration der Stärke, der Platzhirsch zeigt RB, wo der Frosch die Locken hat.

Rein ins - einseitige - Spiel. 4. Minute, fast das Leipziger 1:0. Timo Werner ist außen durch, passt flach nach innen, wo Yussuf Poulsen am frühen Glück vorbeirauscht. 14.: Douglas Costa vernascht Bernardo, Halstenberg rettet vor Lewandowski und Robben. Drei Minuten später schlägt's ein im RB-Kasten. Philipp Lahm flankt, Lewandowski trifft den Pfosten, den Abpraller schiebt Thiago rein - 1:0. 18.: Costa trifft den Außenpfosten.

Der Platzhirsch zeigt sein mächtiges Geweih. Und wie er das zeigt. Arturo Vidal klaut Keita nach miesem Willi-Orban-Pass den Ball, Thiago schickt Alonso - 2:0 (25.). War's das schon? Ja.

Schon nach der ersten Halbzeit steht es 3:0

29.: Ecke Emil Forsberg, Kopfball Willi Orban, Manuel Neuer hält. Direkter Konter über Lahm, Forsberg tritt den Kapitän von hinten um, alle Bayern-Spieler und die Bankbesatzung bestürmen Felix Zwayer, der mit der gelben Karte in der Hand zum Sünder eilt. Zwayers Assistent spricht mit seinem Chef - Rot. Berechtigt. 30 Minuten gespielt, eine halbe Lehrstunde, ein Mann weniger. Es geht schief, was schiefgehen kann. Es kommt noch schlimmer. Costa entwischt der Abwehr, Peter Gulacsi kommt raus, Elfer. Lewandowski netzt zum 3:0 (45.).

Halbzeit. Klassenunterschied. Das Hochglanz-Stadionheft erinnert an weitere Unterschiede. Der FC Bayern München hat 280000 Mitglieder. 279983 mehr als RB. Was die Postille verschweigt: Die Mitglieder dürfen hier wie da maximal über die Herkunft der Stadionwurst entscheiden. Aufs operative Geschäft - Transfers, Trainer-Gedöns, Sponsoren-Deals etc - haben weder die 280000 Bayern-Gläubige noch die 17 RB-Beitragszahler Einfluss. Und auch Dortmunds echte Liebe endet fürs verliebte Mitglied da, wo es um mehr als um die Wurst geht.

Wiederbeginn. Elf gegen zehn. Mehr als Schadensbegrenzung ist hier und heute nicht drin. Ancelotti bringt Franck Ribery für Robben, Ralph Hasenhüttl schickt Dominik Kaiser für Keita aufs Feld. Kurz danach kommt Davie Selke für Timo Werner. Die Bayern haben alles im Griff, der erblondete Abwehrchef Mats Hummels friert und Lewandowski hat das 4:0 auf dem Fuß (66.). Der Rest geht so: Die Bayern lassen Ball und Gegner laufen, Kimmich mitspielen (74.), schießen Gulacsi berühmt, treffen die Latte (87. Ribery) und freuen sich aufs Christkind. Die Bayern-Fans singen „Deutscher Meister wird nur der FCB". Sie haben Recht.

Der Rückflug gehörte nicht zum Programm

Nach dem Spiel haben die geschlagenen RB-Profis drei Pflichttermine. Dinner im Westin in der Münchner Arabella-Straße, After-Work-Party mit in einem hotelnahen Club, Kater-Frühstück.

Der Sonnabend-Charter-Rückflug gehörte nicht zum Programm, weswegen der Jet halbleer abhebt. Bernardo fliegt mit seiner Mutter nach Sao Paulo. Diego Demme und Familie fahren ins heimische Herford. Die Österreicher Stefan Ilsanker und Marcel Sabitzer seilen sich Richtung Heimat ab. Dominik Kaiser macht sich auf den Weg nach Mutlangen, Marvin Compper nach Lech am Arlberg. Andere düsen via Airport Franz Josef Strauß Richtung Sonne/Strand.

Dieser Urlaub ist ein verdienter, wird das 0:3 in sanftes Licht tauchen.

Am 2. Januar wird wieder trainiert, am 4. Januar geht es für acht Tage ins Portugal-Camp, am 15. Januar steigt die Generalprobe gegen die Glasgow Rangers, sechs Tage später empfangen die Roten Bullen Eintracht Frankfurt. Kyriakos Papadopoulos wird dann voraussichtlich für einen Club kicken, der nicht RB Leipzig heißt.
München war am 21. Dezember 2016 für RB keine Reise wert. Man sieht sich.

Von Guido Schäfer

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