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Glücksbringer Mateschitz: RB Leipzig zerlegt Bochum mit Turboeinlage

2. Bundesliga Glücksbringer Mateschitz: RB Leipzig zerlegt Bochum mit Turboeinlage

Innerhalb von zwölf Minuten hat RB Leipzig den VfL Bochum besiegt. Vor den Augen von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz gewann der Gastgeber mit 3:1.

Dominik Kaiser nach dem 1:0.

Quelle: Gepa

Leipzig. Darüber wurde schon vor dem Spiel getuschelt: „Er ist da“, hieß es im VIP-Bereich. Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz war mit Partnerin Marion Feichtner kurzfristig in Leipzig eingeschwebt und machte es sich sichtlich gut gelaunt in den Leder-Sesseln vor den Sky-Boxen bequem. Die Fotografen am Spielfeldrand richteten ihr Teleobjektive auf den seltenen Gast und füllten ihre Speicherkarten.

Ein Mateschitz-Besuch wurde schon einmal zum Glücksbringer für die Mannschaft. In der 3. Liga sah er sich ebenfalls im April die Partie von RB gegen Darmstadt vor zwei Jahren an. Damals siegte Leipzig durch ein frühes Tor von Anthony Jung mit 1:0. Und auch gegen Bochum beflügelte der 71-Jährige das Team, musste aber eine Halbzeit lang warten.

Dietrich Mateschitz mit Freundin Marion Feichtner in Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Was für einen Start in die zweite Halbzeit sah Mateschitz dann. Wenn es beim Toreschießen hakt, nimmt Kapitän Dominik Kaiser die Sache in der Regel selbst in die Hand. So auch gegen Bochum: In der 51. Minuten zog der 27-Jährige aus rund 20 Metern ab und traf zum 1:0. VfL-Keeper Manuel Riemann hatte keine Chance, weil Emil Forsberg den Ball noch mit dem Oberschenkel abfälschte. Und der Schwede wollte umgehend nachlegen. Seinen Kopfball lenkte Riemann aber zwei Minuten später mit einem sensationellen Reflex ins Aus.

RB drückte jetzt und präsentierte einen Lehrbuchangriff. Marvin Compper stürmte in der 54. Minute in die Bochumer Hälfte, gab den Ball zu Forsberg und der zu Bruno. Der Belgier brauchte nur eine Berührung und erhöhte mit dem rechten Außenrist sehenswert auf 2:0. Yussuf Poulsens Kopfball keine Minute danach verfehlte das Tor nur um Zentimeter.

War das schon der Vorentscheid um den Aufstieg? Im Heimspiel zerlegte RB Leipzig den VfL Bochum in seine Einzelteile. Keine Viertelstunde benötigte die Elf von Trainer Rald Rangnick, um das Team von Trainer Gertjan Verbeeck zu deklassieren. (Bilder: Christian Modla)

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Die Fans bekamen das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht. Erst traf Forsberg in der 62. Minute die Latte. Im nächsten Angriff scheiterte zunächst Poulsen an Riemann, den Abpraller knallte Forsberg gleich noch einmal an die Unterkante der Querstange. Bochum schlug den Ball nicht mehr aus der Gefahrenzone und Bruno erhöhte schließlich nach Vorlage von Marcel Sabitzer in der 63. Minute per Kopf zum 3:0. Diese zehn Minuten hatten etwas vom berühmten Scheibenschießen. "Wir hatten von Anfang an keine Chance, das Tempo war zu hoch für uns", sagte VfL-Coach Gerdjan Verbeek.

Den Gästen gelang in der 87. Minute noch eine Ergebniskorrektur. Anthony Losilla erzielte per Kopf das 3:1. "Das war ein tolles Spiel und ein verdienter Sieg. Die zweite Halbzeit war super", sagte Mateschitz im Gespräch mit LVZ-Chefreporter Guido Schäfer.

Dietrich Mateschitz (rechts) mit LVZ-Chefreporter Guido Schäfer.

Quelle: LVZ

In der ersten Hälfte deutete noch wenig darauf hin. RB begann zwar gewohnt schwungvoll, erspielte sich aber keine hundertprozentigen Gelegenheiten oder hatte Pech mit Schiedsrichter Benjamin Brand. Wie schon im Hinspiel leitete der Bamberger die Partie und pfiff einen Treffer von Diego Demme in der 11. Minute zurück. Poulsen war nach seiner Ablage auf Demme im Strafraum über den am Boden liegenden Bochumer Felix Bastians gestürzt. Brand wertete die Aktion als Foul des Dänen. „Das hätte man auch weiterlaufen lassen können“, meinte selbst Bochums Sportvorstand Christian Hochstätter. Für Demme wäre es das erste Saisontor gewesen, Trainer Ralf Rangnick hatte schon vor Wochen eine Sonderprämie für diesen Treffer des Mittelfeldspielers ausgelobt. „Wir freuen uns über den Sieg. Uns war aber auch bewusst, dass wir mit unserer Heimstärke und Qualität jeden Gegner schlagen können", so Demme.

Die klarste Gelegenheit hatte allerdings Bochums Thomas Eisfeld in der 23. Minute auf dem Fuß. Simon Terodde hatte den gebürtigen Finsterwalder frei gespielt, der allerdings ganz allein aus elf Metern Torentfernung an RB-Keeper Peter Gulacsi scheiterte. "Wir hatten selten einen Gegner, der uns so aggressiv zugesetzt hat", meinte RB-Trainer Ralf Rangnick.

Bitter: Rani Khedira musste mit einer Adduktorenverletzung auf der linken Seite schon in der 19. Minute das Feld verlassen. Für ihn kam der spätere Doppeltorschütze Bruno in die Partie. „In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, was Leipzig für eine physische Wucht hat, da waren wir mit drei Gegentreffern noch gut bedient“, sagte Bochums Simon Terodde.

Mateschitz besuchte nach dem Spiel kurz die Mannschaft in der Kabine. Anschließend flog er wieder zurück nach Österreich. Richtungsweisende Entscheidungen oder Gespräche seien mit dem Konzern-Chef nicht geführt worden", sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff.

Matthias Roth/ Anne Grimm

RB Leipzig: Gulácsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg (85. Nukan) – Demme, Khedira (19. Bruno) – Forsberg, Sabitzer, Kaiser – Poulsen (66. Selke)

VfL Bochum: Riemann - Celozzi, Fabian, Bastians, Maria - Losilla, Eisfeld - O. Bulut, Haberer (66. Novikovas), Terrazzino - Terodde

Tore: 1:0 Kaiser (51.), 2:0 Bruno (54.), 3:0 Bruno (63.), 3:1 Losilla (87.)

Zuschauer: 32.244

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Bamberg)

 

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