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Greuther Fürth zeigt die Schwächen von RB Leipzig auf

Glücklicher Punkt Greuther Fürth zeigt die Schwächen von RB Leipzig auf

RB Leipzig muss schon im ersten Heimspiel der neuen Saison die ersten Punkte abgeben. Gegen die SpVgg Greuther Fürth kam der Zweitligist am Montagabend nicht über ein Unentschieden hinaus. Trotz eines Offensivfeuerwerks liefen die Leipziger lange einem Rückstand hinterher.

Fürths Marco Stieperman bringt Yussuf Poulsen von RB Leipzig zu Fall.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. RB Leipzig muss schon im ersten Heimspiel der neuen Saison die ersten Punkte abgeben. Gegen die SpVgg Greuther Fürth kam der Zweitligist am Montagabend über ein 2:2 nicht hinaus. "Der Abstand zwischen unseren Stürmern und der Viererkette war heute zu groß. Greuther Fürth hat das gut bespielt", analysierte RB-Trainer Ralf Rangnick.

Wie geht denn so etwas? Diese Frage stellten sich die RB-Fans zur Halbzeit. Da hat ihre Mannschaft gerade 40 Minuten lang ein Offensivfeuerwerk abgebrannt und liegt trotzdem mit 1:2 zurück. Die Antwort ist einfach: Greuther Fürth spielte bis zur Pause mit einer brutalen Effektivität und war durch ihren Trainer Stefan Ruthenbeck hervorragend auf den Leipziger Angriffsfußball eingestellt. Schon vor der Partie kündigte der 43-Jährige an: "Durch das hohe Pressing ergeben sich für uns Räume."

Heimauftakt für die neue Zweitliga-Saison: RB Leipzig empfing am Montag (03.08.2015) die Spielvereinigung Greuther Fürth in der heimischen Red Bull Arena. Die Teams trennten sich mit einem 2:2-Unentschieden. Fotos: Christian Modla

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Das zweite Tor der SpVgg zeigte eine Schwachstelle des Aufstiegsfavoriten deutlich auf. RB verlor den Ball im Mittelfeld, direkter Pass von Jürgen Gjasula in die Spitze und dort nahm Veton Berisha halbrechts die Kugel auf, lief auf Fabio Coltorti zu und ließ dem Torhüter aus 16 Metern keine Chance. Weder Antic Nukan noch Anthony Jung waren in diesem Augenblick zur Stelle. Die anfangs hervorragende Stimmung der 27.216 Fans war zu diesem Augenblick im Keller. "Wir sind mit dem Auftritt heute zufrieden", meinte Ruthenbeck dann auch nach Abpfiff.

Die Rasenballer starteten ungewohnt in die Partie. Nicht wie vergangene Saison in der Regel andersherum, spielten sie im ersten Durchgang auf den Sektor D statt auf den Sektor B. Einsatz, Wille und Kreativität litten nicht darunter. Bälle eroberten die Spieler von Trainer Ralf Rangnick schon am gegnerischen Strafraum, mit ihren kurzen Pässen dribbelten sie den Kleeblättern zeitweise Knoten in die Beine.

Greuther Fürth konnte sich nur selten von dieser Offensivumklammerung lösen, erkämpfte sich aber in der zwölften Minute die erste Ecke und führte kurz aus. Die Flanke von Gjasula segelte völlig unbeachtet in den RB-Strafraum und Sebastian Freis köpfte den Ball aus fünf Metern Torentfernung in die Maschen. Da stimmte die Abstimmung nicht. Coltorti blieb auf der Linie stehen, die Innenverteidigung kümmerte sich nicht um den fränkischen Stürmer.

Erdrückende Überlegenheit - aber die Tore fehlen

RB antwortete mit dem nächsten Angriff: Einen Pass von Lukas Klostermann nahm Davie Selke dankbar auf und versenkte den Ball aus spitzem Winkel zu seinem ersten Saisontreffer für RB. "Mein Tor hat sich überragend angefühlt, ich hätte mich aber mehr gefreut, wenn es zum Sieg gereicht hätte", so Selke. Die Leipziger erdrückten den Kontrahenten in den folgenden 25 Minuten nahezu mit ihren Angriffen. Was fehlte, waren weitere Treffer. In der Pause mussten die Gastgeber mit dem knappen Rückstand sogar noch zufrieden sein, weil Berisha in der Nachspielzeit nur wenige Zentimeter neben das Gehäuse köpfte. "Das war eine klägliche Standardsituation, wo wir richtig schlafen, und beim zweiten Treffer helfen wir auch mit", ärgerte sich RB-Kapitän Dominik Kaiser über die beiden Gegentore.

Die Schrecksekunden gingen weiter. Freis hatte in der 49. und 53. Minute weitere Gelegenheiten, scheiterte aber an Coltorti oder verzog. Rangnick stellte um, brachte Massimo Bruno für den unauffälligen Yussuf Poulsen und danach noch Nils Quaschner für Stefan Ilsanker. Damit hatte der Coach eine glückliche Hand: Quaschner legte schon vier Minuten später für Emil Forsberg auf. Der Schwede drosch im Strafraum das Leder mit vollen Risiko ins Tor der Gäste. "Für Emil freut es mich, dass es endlich mit dem ersten Pflichtspieltreffer geklappt hat", sagte Rangnick. Am Ende war RB mit diesem Punkt gut bedient, weil die SpVgg in der zweiten Hälfte mit Kontern weiter gefährlich blieb und die besseren Chancen hatte.

Ruthenbeck hatte schon vor dem Spiel zwei weitere Weisheiten parat: "Die Leipziger werden in dieser Saison noch stärker." Bei ihren Ansprüchen müssen sie das. Und: "Wir spielen nicht um den Aufstieg." Zumindest nach dieser Vorstellung ist das schwer vorstellbar.

Statistik

RB Leipzig: Coltorti - Klostermann, Orban, Nukan, Jung, Ilsanker (70. Quaschner), Kaiser, Sabitzer (87. Demme), Forsberg, Poulsen (61. Bruno), Selke

SpVgg Greuther Fürth: Mielitz - Wurtz , M. Franke, Röcker , Gießelmann, Hofmann, Gjasula, Zulj (83. Trinks), Stiepermann (83. Tripic), Berisha, Freis (74. Weilandt)

Tore: 0:1 Freis (12.), 1:1 Selke (13.), 1:2 Berisha (40.), Forsberg (74.)

Zuschauer: 27.216

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)

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