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HSV und "Papa" zwingen RB Leipzig in die Knie – Poulsen fällt sechs Wochen aus

Heimserie gerissen HSV und "Papa" zwingen RB Leipzig in die Knie – Poulsen fällt sechs Wochen aus

Der Bundesliga-Dino fügt RB Leipzig die erste Heimpleite zu. Zwei Kopfballtore und ein Konter des HSV sowie ein verletzter Yussuf Poulsen sind zu viel für den Aufsteiger.

Noch vor wenigen Wochen in Diensten von RB Leipzig, traf ausgerechnet Hamburgs Neuzugang Kyriakos Papadopoulos zum 1:0-Führungstreffer des HSV.

Quelle: Imago

Leipzig. Kyriakos Papadopoulos und sein Dickschädel sind am Samstag mit voller Wucht nach Leipzig zurückgekehrt. Bei der 0:3 (0:2)-Niederlage des Tabellenzweiten RB gegen den abstiegsbedrohten Hamburger SV sorgt der Innenverteidiger für das erste Tor der Gäste und provoziert die Leipziger Bank anschließend mit seinem muskelbepackten Arm. Der Aufsteiger kassiert die zweite Pleite am Stück und verliert auch Stürmer Yussuf Poulsen. Der dänische Nationalspieler ist am Abend mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht worden. Später bestätigt sich dieser: Muskelbündelriss. Poulsen fällt für sechs Wochen aus.

„Wir haben kein gutes Heimspiel gemacht. Es wäre vielleicht dann möglich gewesen, wenn wir früh in Führung gegangen wären. Wir haben zu Beginn das Tor nicht gemacht und dann wurde der Gegner bei zwei Standardsituationen belohnt, wo wir nicht gut und sehr sorglos verteidigen. So wie wir es in dieser Saison noch nie gemacht haben“, sagt ein angefressener RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. HSV-Coach Markus Gisdol meint: „Es ist uns gut gelungen, die extremen Stärken des Gegners nicht aufflackern zu lassen. Das heißt, Pressingsituationen zu vermeiden, aus denen sie mit viel Tempo nach vorne kommen können.“

Nach den Beleidigungen vergangenen Samstag in Dortmund haben sich die RB-Fans etwas einfallen lassen und ihre Ränge mit Bannern tapeziert: „Euer Hass ist unser Stolz“, „FaiRBLay“ oder „Gewalt im Sport ist Sportes Mord“ ist vor der Partie zu lesen. Die Antwort aus dem HSV-Block ist das Abbrennen von Pyrotechnik – was die Leipziger Fans mit Pfiffen quittieren.

Aufsteiger gegen Dino: Der Hamburger SV musste am Samstag gegen Neuling RB Leipzig ran. Nach einer Niederlage im Hinspiel, präsentierten sich die Hansestädter auswärts über weite Strecken als die Mannschaft, die cleverer agierte. (Bilder: Imago)

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Nach drei Minuten brennt es bereits vor dem HSV-Kasten: Forsberg bedient mustergültig den auf der linken Seite frei stehenden Halstenberg. Der Innenverteidiger schießt jedoch nicht selbst sondern legt auf Werner ab, der aus kurzer Distanz vergibt. In der neunten Minute rücken wieder die Fans in Vordergrund, trällern die Vereinshymne „Wir sind Leipzig“ – in Anlehnung an das Gründungsjahr des Vereins 2009.

Dayot Upamecano läuft für den gelbgesperrten Marvin Compper auf, gibt sein Debüt in der Startelf. Wenig überraschend, dass Emil Forsberg nach abgesessener Rotstrafe beginnen darf. Dafür zum zweiten Mal in dieser Saison auf der Bank: Stürmer Yussuf Poulsen.

Hamburg steht gut, versucht die Leipziger früh zu stören. Die erste dicke HSV-Chance durch Wood – doch Gulacsi vereitelt. Bei der darauf folgenden Ecke ist die RB-Abwehr ganz schlecht sortiert. Ausgerechnet Ex-RB-Verteidiger Papadopoulos steigt hoch und köpft zum 0:1 – anschließend läuft er vor die Leipziger Bank – lässt die Muskeln spielen. In der Mixedzone will sich der Torschütze nicht vor den Journalisten äußern. Bei sky sagt der Grieche: „Es ist egal, wofür ich das gemacht habe. Ich wollte ja selbst aus Leipzig weg und bin froh, dass ich zu so einer Mannschaft wie dem HSV gegangen bin.“ HSV-Keeper René Adler sagt hingegen amüsiert: „Mir hat er gesagt, er wollte nur zeigen, dass wir sehr viel Krafttraining machen und er ein bisschen mehr Bizeps bei uns bekommen hat."

Unfassbar: Das 0:2 fällt erneut per Kopf nach einer Ecke. Diesmal avanciert Hamburgs Neuzugang Walace zum Torschützen. Die Leipziger haben noch nie mit zwei Treffern in der Bundesliga zurückgelegen. Doch der Gastgeber lässt sich nicht hängen, will vor der Pause das Anschlusstor. Sabitzer packt den Hammer aus der Distanz aus, Keita scheitert aus zu spitzem Winkel.

Fliegende Bierbecher und Arztkoffer

Hasenhüttl reagiert bereits vor der Halbzeit – bringt Poulsen für Upamecano, der bei beiden Gegentreffern nicht glücklich aussieht, sich einmal wegdrücken lässt, beim anderen Mal nicht nah genug an seinem Kontrahenten dran ist. Dafür rutscht Ilsanker in die Innenverteidigung. Poulsen setzt in der Offensive gleich Akzente, trifft den Außenpfosten. Nächster Schock: Der Däne rutscht weg, verletzt sich und muss nach nur zehn Minuten raus. Für ihn kommt Davie Selke.

Im zweiten Durchgang wollen die Bullen mit den Hörnern durch die Wand, setzen die HSV-Defensive unter Dauerdruck. „Papa“ hält die Hamburger Abwehr zusammen, kassiert zwar Gelb und polarisiert immer wieder, doch RB zeigt sich beeindruckt. In den letzten 20 Minuten kommt Benno Schmitz für Bernardo.

Unschöne Szene in der 80. Minute: Volle Bierbecher fliegen aus dem Leipziger Block gen HSV-Spieler, weil Müller nach einem Foul lange liegen bleibt. Orban hat sich nicht unter Kontrolle, wirft den Arztkoffer der Hamburger vom Rasen ins Seitenaus, sieht dafür seine fünfte gelbe Karte und ist nächsten Sonntag in Gladbach gesperrt. „Er hätte in den letzten Wochen nicht so vorsichtig sein müssen, wenn er sich die fünfte Gelbe durch so eine Dummheit abholt. Das ist nicht besonders sportlich gewesen. Er war kein gutes Vorbild, da haben sich dann vielleicht ein paar Fans auf der Tribüne animiert gefühlt“, sagt Sportdirektor Rangnick.

Hamburgs eingewechselter Diekmeier trifft in der 87. Minute noch die Latte. Selke wird von HSV-Keeper Adler umgerannt. Mit einem erfolgreich abgeschlossenen Konter sorgt der gerade eingewechselte Hunt kurz vor Abpfiff für den 0:3 Endstand. Auch wenn es am Rande des Spiels weitgehend ruhig bleibt, nach Abpfiff geraten einige der 4200 HSV-Fans mit der Security aneinander. Auf der Dammkrone gibt es nach Polizeiangaben eine tätliche Auseinandersetzung. Ein Hamburger muss in Krankenhaus.

Anne Grimm

Statistik:

RB: Gulacsi – Bernardo (71. Schmitz), Orban, Upamecano (31. Poulsen, 43. Selke), Halstenberg – Demme, Ilsanker – Keita, Sabitzer, Forsberg – Werner
HSV: Adler – Sakai, Papdopoulos, Mavraj, Ostrzolek – Jung, Walace – Müller, Holtby (90.+1 Ekdal), Kostic (83. Diekmeier) – Wood (90.+1 Hunt)

Tore: 0:1 Papadopoulos (18.), 0:2 Walace (24.), 0:3 Hunt (90.+2)

Zuschauer: 42.558 (ausverkauft)

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