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Hartes Stück Arbeit: RB Leipzig dreht Spiel gegen 1860 München

2. Bundesliga Hartes Stück Arbeit: RB Leipzig dreht Spiel gegen 1860 München

Das war nicht einfach: RB Leipzig hat mit einem Kraftakt gegen 1860 München die zweite Niederlage in Folge abgewendet.

Volleyschuss ins Löwen-Tor: Lukas Klostermann trifft in der 77. Minute zum entscheidenden 2:1 für RB Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. RB Leipzig bleibt weiter Spitzenreiter in der 2. Bundesliga. Am Sonntag gewann der Aufstiegsfavorit gegen den TSV 1860 München mit 2:1 (0:0). Unter den 25.551 Zuschauern in der Red-Bull-Arena war auch Löwen-Investor Hasan Ismaik. Der 39-jährige Jordanier besuchte erstmals ein Auswärtsspiel seines Klubs und nahm auf der VIP-Tribüne zwischen Stadionbesitzer Michael Kölmel und TSV-Präsident Peter Cassalette Platz. Glück brachte es den Münchnern trotz 1:0-Führung am Ende nicht. "Das war vielleicht der bisher wichtigste Sieg in dieser Saison", sagte RB-Trainer Ralf Rangnick.

Ausgerechnet vor der Partie gingen RB nämlich die Spieler aus. In der zurückliegenden Woche meldete sich jeden Tag ein anderer Profi krank. Die ebenfalls siegreichen Freiburger und Nürnberger witterten mit Blick auf die Tabellenspitze noch einmal Morgenluft. Rangnick musste in dieser Situation seine Mannschaft gleich auf fünf Positionen umstellen. Dominik Kaiser, Marcel Sabitzer, Stefan Ilsanker und Marcel Halstenberg fielen wegen Grippe aus. Yussuf Poulsen saß seine Gelbsperre ab. Atinc Nukan kehrte in die Startelf zurück. Massimo Bruno übernahm den Job von Kaiser.

Bilder vom Spiel RB Leipzig gegen TSV 1860 München (2:1). Fotos: Christian Modla

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Quaschner stürmt für erkälteten Selke

Im Sturm kam Nils Quaschner zu seinem Debüt in der Startelf. Eigentlich sollte Davie Selke eine Chance erhalten. Ihn erwischte aber auch noch eine Erkältung. "Davie hatte heute Morgen Schmerzen in der Brust und Husten", berichtete Rangnick nach dem Schlusspfiff. Zumindest für eine halbe Stunde in der zweiten Halbzeit reichte es bei Selke. Beim Aufwärmen fand er sich zwischen ungewohnten Gesichtern wieder. Der eigentlich schon ausgemusterte Stefan Hierländer war dort ebenso dabei wie John-Patrick Strauß. Erstmals bei den Profis standen die Talente Diawusie Agyemang (17) und Idrissa Touré (18) im Kader.

Genug Chancen zur Führung hatte RB schon in der ersten Halbzeit. Nach einer Ecke von Bruno köpfte Marvin Compper in der vierten Minute knapp neben das Tor. Der überragende Diego Demme nagelte in der 17. Minute den Ball an die Latte. Die Gäste aus München sahen sich das Spiel der Roten Bullen gut 20 Minuten an und wurden dann mutiger. Unter kräftiger Mithilfe der Leipziger hätten sie in der 28. Minute fast die Führung erzielt. Eine Rückgabe von Anthony Jung zu Peter Gulacsi geriet zu kurz. Der Abschlag des Keepers prallte gegen den heranstürmenden Sascha Mölders und anschließend gegen den Pfosten. Durchatmen bei den RB-Fans. "Schade, dass wir hier verlieren. Wir hätten verdient gehabt, etwas mitzunehmen", meinte Mölders.

Die Testphase für die Torgehäuse ging auch danach weiter. Willi Orban köpfte in der 32. Minute auf der anderen Seite an die Latte. Der Innenverteidiger trug die Kapitänsbinde. "Das haben wir im Sommer so festgelegt, dass ich hinter Dominik Kaiser und Fabio Coltorti die dritte Mann bin", so Orban.

Handelfmeter für RB nicht gegeben

Turbulenter Beginn in der zweiten Hälfte: Gary Kagelmacher ging in der 49. Minute klar im Strafraum mit der Hand zum Ball. Schiedsrichter Robert Kampka ließ weiterspielen. In der ersten Halbzeit hatte Demme für eine ähnliche Aktion im Mittelfeld seine fünfte gelbe Karte gesehen. Die Gemüter hatten sich noch nicht richtig beruhigt, als München zu einem Konter ansetzte. Compper konnte weder zum Torhüter zurückspielen noch den heraneilenden Mölders stoppen. Der Löwen-Stürmer erzielte in der 50. Minute die überraschende Führung. "Ich hätte anders klären müssen, habe mit dem Kopf keinen Zug hinter den Ball bekommen. Das Tor darf so nicht fallen", sagte Compper.

Löwen-Investor Hasan Ismaik saß auf der VIP-Tribüne zwischen Stadionbesitzer Michael Kölmel (links) und TSV-Präsident Peter Cassalette.

Quelle: dpa

RB verstärkte nun den Druck, um die zweite Niederlage in Folge abzuwenden. In nur fünf Minuten vergab der Spitzenreiter gleich fünf Gelegenheiten zum Ausgleich. Entweder strich der Ball nur um Zentimeter am Tor vorbei oder Schlussmann Stefan Ortgea hatte seine Hand noch dazwischen. Der eingewechselte Davie Selke hatte in der 64. Minute schließlich die Faxen dicke und köpfte nach Freistoß von Bruno und Pass von Compper zum Ausgleich ein. Der Angreifer schlug sich anschließend auf die Brust und schrie sich den Frust nach seiner Leidenszeit auf der Bank aus dem Körper.

Endgültig zurück auf den Erfolgskurs brachte dann aber ein Abwehrspieler die Roten Bullen. Lukas Klostermann wurde in der 77. Minute von Demme mit einem genialen Heber in den Strafraum bedient. Der 19-Jährige vollendete aus spitzem Winkel zum Siegtreffer. "Das Spiel bringt uns nicht weiter, weil wir keinen Punkt mitnehmen. Es wirft uns aber auch nicht zurück", meinte 1860-Trainer Benno Möhlmann.

Ein Extralob bekam bei den Leipzigern Demme. "Seine Vorbereitung zum 2:1 war überragend", so Rangnick. Für einen Treffer hätte der Coach gern in seine Schatulle gegriffen. "Ich habe ihm eine Prämie versprochen, wenn er sein erstes Tor schießt", verriet der Coach. Zumindest nach dem nächsten Spiel muss er auch noch nicht zahlen, weil Demme gesperrt ist.

Die Fans dürfen sich in der kommenden Woche auf das Spitzenspiel beim 1. FC Nürnberg freuen. Heißester Verfolger von RB bleibt der SC Freiburg. Die Breisgauer gewann am Sonntag mit 3:1 beim FSV Frankfurt und liegen damit weiter mit drei Punkten Abstand auf Platz zwei.

Matthias Roth

RB Leipzig: Gulacsi - Jung, Compper, Orban, Klostermann, Nukan (58. Selke), Demme, Bruno (89. Touré), Kheidra, Forsberg, Quaschner

1860 München: Ortega - Kagelmacher, Schindler, Mauersberger, Wittek, Degenek, Lacazette, Liendl (66. Claasen), Aycicek (75. Karger), Mölders (86. Rama), Okotie

Tore: 0:1 Mölders (50.), 1:1 Selke (64.), 2:1 Klostermann (77.)

Zuschauer: 25.551

Leipzig, Red-Bull-Arena 51.346108 12.351561
Leipzig, Red-Bull-Arena
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