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Historischer Sieg: RB Leipzig gewinnt Heimpremiere gegen Dortmund

Fußball-Bundesliga Historischer Sieg: RB Leipzig gewinnt Heimpremiere gegen Dortmund

Vor ausverkauftem Haus überrascht RB Leipzig den Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund. Kurz vor Schluss sorgen zwei Neuzugänge beim Aufsteiger für den ersten Sieg in der Bundesliga-Geschichte.

Jubel nach dem Treffer: RB Leipzig hat bei seiner Heimpremiere in der 1. Bundesliga mit 1:0 gegen den BVB gewonnen.

Quelle: Gepa

Leipzig. Bereits zehn Minuten vor dem Abpfiff standen die 42.558 Zuschauer im Leipziger Stadion von ihren Plätzen auf und feierten den starken Auftritt des Aufsteigers RB Leipzig gegen den Vizemeister Borussia Dortmund. Da wussten sie noch gar nicht, dass ihre Mannschaft sogar gewinnen würde. In der 89. Minute lief der schottische Neuzugang Oliver Burke auf der rechten Seite gen Dortmunder Strafraum und bediente dort den kurz zuvor eingewechselten Naby Keita. Das 1:0 versetzte Leipzig in Ekstase und ließ den BVB endgültig verzweifeln. 

Jubel bei den RB-Fans nach dem Tor kurz vor Ende der Partie.

Quelle: Robert Nößler

„Man kann sich kaum etwas Schöneres vorstellen, beim ersten Heimspiel in der Bundesliga“, sagte ein sichtlich erschöpfter Trainer Ralph Hasenhüttl, der nach dem Siegtreffer erneut einen Freudensprint hinlegte. Stürmer Timo Werner meinte: „Ich möchte jetzt nur noch schnell in die Kabine, da geht es richtig ab. Wenn man den Vizemeister so im Griff hat, dass er kaum Chancen hat, dann ist das schon gut gespielt.“
 
Schon den ganzen Tag glühte in der Stadt das Bundesliga-Fieber: Im Zentrum flanierten viele Dortmund-Fans in Trikots, auf dem Augustusplatz baute RB Leipzig zur Einstimmung auf die Heimpremiere eine „Gelbe Wand” aus Dosen auf – eine Anspielung auf die Dortmunder Südtribüne, denn die „Hardcorefans“ des BVB riefen ja bekanntlich zum Boykott der Partie auf.
 
Zum historischen Heimspiel rollten die RB-Anhänger einen geschichtsträchtigen Banner aus: „Zentralstadion, 60 Jahre bist du alt und endlich wieder erstklassig.“ Nach 8163 Tagen, mehr als 22 Jahren, war es in Leipzig endlich wieder soweit: Um 18.30 Uhr pfiff  Schiedsrichter Wolfgang Stark das Bundesligaspiel in der Messestadt an. Kapitän Dominik Kaiser gehörte mit dem Anstoß die erste Ballberührung.

RB Leipzig hat am Samstagabend bei der Heimpremiere in der 1. Bundesliga gegen Borussia Dortmund gewonnen. Fotos: Gepa

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Der Aufsteiger versuchte den Vizemeister früh zu stören und bereits in der Mitte der eigenen Hälfte zu attackieren, trotzdem schaffte es der BVB immer wieder, bis in den Strafraum der Roten Bullen vorzudringen. In den ersten zehn Minuten gerieten die Leipziger deshalb mehrfach in höchste Not.
 
Ralph Hasenhüttl setzte auf eine eingespielte Truppe und veränderte seine Startelf im Vergleich zum Bundesliga-Auftakt vor zwei Wochen in Hoffenheim (2:2) nur auf einer Position: Olympia-Teilnehmer Lukas Klostermann spielte für Benno Schmitz auf der rechten Seite. Bei Borussia Dortmund durfte Mario Götze das erste Mal nach seiner Rückkehr wieder auflaufen. „Wir haben zu wenig aus unserem Ballbesitz gemacht. Mario hat sich heute gut bewegt, wir haben die Räume aber nicht genutzt, um ihn anzuspielen. Der Platz war hier auch nicht der Beste“, bemängelte BVB-Kapitän Marcel Schmelzer die Schwächen auf und am Rasen.
 
Nach einer Viertelstunde ging die Post dann auch mal in die andere Richtung ab. Vor allem Kaiser und Timo Werner brillierten mit Tempo und Ideen. Scheiterten aber mit ihren Freistößen (12.) und Chancen (16., 19.) jeweils knapp. Die individuelle Klasse und Überlegenheit der Gäste a la Andre Schürrle, Pierre-Emerick Aubameyang und Co. blitzte immer wieder auf, aber Leipzig wehrte sich clever und mit aller Kraft. Das Unentschieden zur Pause war trotz 67 Prozent Ballbesitz des BVB nicht unverdient, auch weil die Roten Bullen einiges mehr an Kilometern als ihre Gegenspieler zurücklegten.

Hälfte zwei begann zerfahren und ruppiger, Chancen blieben zunächst auf beiden Seiten aus. Hasenhüttl reagierte und brachte nach einer reichlichen Stunde Emil Forsberg, von dem er sich mehr Akzente im Angriff erhoffte, als Marcel Sabitzer sie bis dahin gesetzt hatte. Auch der schottische Neuzugang Oliver Burke durfte bereits ab der 69. Minute das erste Mal Bundesligaluft schnuppern.
 
Richtig mau blieb die BVB-Ausbeute, denn bis eine Viertelstunde vor Schluss verzeichnete der Vizemeister im zweiten Abschnitt keinen einzigen Torschuss. Dafür tobte das Stadion, als Werner bei einem Konter nur an BVB-Keeper Bürki scheiterte. Die darauffolgende Ecke klärte Dortmund nach einem Kopfball von Halstenberg haarscharf auf der Linie.
 
Glück hatte der Gastgeber bei einem Schuss von Schürrle, der die Latte streifte. Weil RB jedoch weiter am Drücker blieb, war auch das Tor kurz vor Schluss von Keita und der daraus resultierende Sieg nicht unverdient. „RB hat nicht nachgelassen. Wir hatten nie Zeit, gegen die Jungs durchzukommen. Es war ein sehr intensives Spiel und ein Hexenkessel hier“, sagte Sebastian Rode, der im Sommer vom Meister aus München nach Dortmund gewechselt war. Mit vier Punkten aus zwei Partien stehen die Leipziger aktuell sogar auf dem fünften Tabellenplatz.
 
Statistik:
 
RBL: Gulácsi – Orban, Sabitzer (64. Forsberg), Poulsen (69. Burke), Werner, Ilsanker, Klostermann, Halstenberg, Kaiser (84. Keita), Demme, Compper
 
BVB: Bürki, Bartra, Götze (71. Dembéle), Aubameyang (85. Ramos), Rode, Schürrle, Sokratis, Piszczek, Castro (71. Guerreiro), Schmelzer, Weigl
 
Tore: 1:0 Keita (89.)
 
Zuschauer: 42.558

Anne Grimm

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Leipzig 51.339695 12.373075
Leipzig
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