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Kapitän von RB Leipzig verabschiedet sich mit Tor und Sieg

2. Bundesliga Kapitän von RB Leipzig verabschiedet sich mit Tor und Sieg

Am Ende hatte Daniel Frahn Tränen in den Augen: Nach einer missglückten Schlussphase gehen die Roten Bullen am Ende mit einem Sieg aus ihrer ersten Zweiligasaison.

Mit einem Sieg hat sich RB Leipzig aus der Zweitligasaison verabschiedet.

Quelle: dpa

Leipzig. RB Leipzig hat sich mit einem Sieg aus seiner ersten Zweitligasaison verabschiedet. Die Gastgeber besiegten die SpVgg Greuther Fürth mit 2:0. Damit beenden die Roten Bullen als Fünfter die Spielzeit. Neben Ingolstadt steigt Darmstadt 98 in die 1. Bundesliga auf, Karlsruhe spielt gegen den Hamburger SV die Relegation. Erzgebirge Aue hat dagegen den Abstiegskampf verloren und steigt zusammen mit Aalen ab. Der TSV 1860 München muss in zwei Spielen gegen Holstein Kiel um den Klassenerhalt zittern.

Für Emotionen haben sie bei RB Leipzig ein glückliches Händchen. Vor dem Spiel verabschiedet der Zweitligist gleich neun Profis. Als letzter in der Reihe ruft Stadionsprecher Tim Thoelke den Namen von Daniel Frahn in sein Mikrofon. Schon Minuten zuvor rufen die Fans dessen Namen, stehen auf, feiern ihren Kultspieler. Seine Teamkollegen haben verstanden: Im Abschiedsspieler des Kapitäns wollen sie ihm einen Ball auflegen. Nach 29 Minuten ist es soweit: Yussuf Poulsen bekommt im Strafraum den Ball völlig freistehend auf den Fuß, statt selbst einzuschieben, gibt er zu Frahn und der 27-Jährige vollendet zum 1:0. Die Zuschauer toben. „Daniel hat sich den Einsatz im Training verdient“, sagt RB-Trainer Achim Beierlorzer.

Neben Frahn verlassen Joshua Kimmich (FC Bayern), Hendrik Ernst (U 23), Sebastian Heidinger, Niklas Hoheneder, Thomas Dähne (alle Ziel unbekannt), Ante Rebic (vom AC Florenz ausgeliehen), Rodnei und Yordy Reyna (von RB Salzburg ausgeliehen) die Roten Bullen. Der Kroate Rebic, Missverständnis der Saison, war nicht einmal beim eigenen Abschied auf dem Rasen und geht sang- und klanglos aus Leipzig weg. „Ich weiß nicht, wo er war“, so Beierlorzer.

RB Leipzig verabschiedet sich mit Sieg gegen SpVgg Greuther Rürth aus Saison

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Von Greuther Fürth ist in der ersten Halbzeit wenig zu sehen. Von allen Abstiegskandidaten hatten die Franken zwar das beste Torverhältnis auf dem Konto, bei ungünstigen Ergebnissen auf den anderen Plätzen kam aber ein Abstieg noch in Frage. „Die Anspannung war groß, vor allem als Aue und Frankfurt getroffen haben“, gibt Gästecoach Mike Büskens zu. RB dagegen wollte sich nach zuletzt drei Pleiten in Folge rehabilitieren und Beierlorzer aus den Schlagzeilen halten. Der Coach stand jahrelang als Nachwuchscoach bei der SpVgg unter Vertrag. „Ich habe immer noch eine feste Bande nach Fürth, hatte auch Telefonkontakt zum Co-Trainer. Aber klar ist: Da gibt es keine Absprachen“, so Beierlorzer vor dem Spiel. Außerdem wollten die Leipziger ihren Ostkollegen aus Aue mit einem Sieg helfen.

Entsprechend treten die RB-Spieler auf, machen Druck, ließen den Gästen keine Räume. Drei Minute vor der Pause setzte Poulsen zu einem Solo über das halbe Feld an, spielte kurz vor dem Strafraum Doppelpass mit Emil Forsberg und scheiterte nur noch am reaktionsschnellen Keeper Wolfgang Hesl.

Dominik Kaiser servierte wenige Sekunden vor der Pause seine Spezialität: einen Freistoß aus 20 Metern Torentfernung. Gegen den Schuss in den linken Winkel hatte Hesl keine Chance. Zwischenstand zur Halbzeit im Abstiegskampf: Greuther Fürth gerettet, Aalen und Aue abgestiegen, 1860 München in der Relegation.

Zweite Halbzeit, gleiches Bild: Die SpVgg steht saft- und kraftlos auf dem Rasen, RB kombiniert sich zu einem versöhnlichen Saisonabschluss. "Wir wollten uns auch bei unseren Anhängern bedanken. Das ist Fankultur der positivsten Art", findet Beierlorzer. Frahn hat nach einer guten Stunde eine weitere Chance, wieder ist Hesl zur Stelle. Den unterhaltsamen Kick lässt sich auch Nationalspieler Sami Khedira nicht entgehen, muss aber Mitte der zweiten Halbzeit miterleben, wie sich sein Bruder Rani erneut am Sprungelenk verletzt. Für ihn kommt Heidinger in seiner 100. Partie für RB zu seinem letzten Einsatz. Nach dem Spiel gibt Khedira aber schon Entwarnung, alles nicht so schlimm.

Letzter Arbeitstag für den Kultspieler  von RB Leipzig - wir verabschieden uns mit einer Galerie von Daniel Frahn.

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Letzter emotionaler Höhepunkt der 90 Minuten war die Einwechslung von Hoheneder in der 83. Minute für Frahn. Beide bekommen noch einmal stehende Ovationen. Frahn, vom Zuspruch überwältig, schämt sich seiner feuchten Augen nicht. Und die Fans erinnern sich an die vergangenen Jahre und singen: „Ohne Daniel wären wir nicht hier.“

Matthias Roth

RB Leipzig : Bellot, Teigl (64. Kimmich), Sebastian, Compper, Klostermann, Khedira (70. Heidinger), Kaiser, Demme, Forsberg, Poulsen, Frahn (82. Hoheneder)

SpVgg Greuther Fürth: Hesl, Wurtz, Caligiuri, Röcker, Lam, Fürstner, Sukalo, Rapp, Stiepermann (66. Tripic), Zulj, Schröck

Tore: 1:0 Frahn (29.), 2:0 Kaiser (45.)

Zuschauer: 27.117

Schiedsrichter: Jochen Drees

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