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"Kein normales Zweitligaspiel" - RB Leipzig nimmt einen Punkt mit aus Kaiserslautern

"Kein normales Zweitligaspiel" - RB Leipzig nimmt einen Punkt mit aus Kaiserslautern

In einer schnellen, ansehnlichen und zum Ende hin durchaus heftig geführten Partie stand am Ende ein hart umkämpftes 1:1. Die Stimmung am Betzenberg schlug den RB-Spielern von Beginn an entgegen.

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Torschütze zum 1:0: Yussuf Poulsen RB Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig/Kaiserslautern. Bei jedem Ballkontakt der Gäste gab es Pfiffe. Am Niveau der Partie lag es nicht, befand FCK-Trainer Runjaic: „Das war kein normales Zweitligaspiel“, so FCK-Coach Runjaic. Und RB-Coach Achim Beierlorzer musste zugeben: „Wir haben eine sensationelle Partie gesehen."

Die Ausgangslage versprach Spannung für die 31.141 Zuschauer. Unter der Ägide des Interimstrainers Achim Beierlorzer hatte sich RB Leipzig wieder in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen gekämpft. So begannen die Gäste auch mit einer sehr offensiven Aufstellung um den Tabellenzweiten vom Betzenberg früh unter Druck setzen zu können. Beide Mannschaften machten von Beginn an mächtig Betrieb. Bei jedem Ballkontakt der Leipziger (komplett in dunklem Blau gewandet) pfiff es von den Rängen. Schon nach drei Minuten gab es eine erste Rudelbildung, da Kevin Stöger den Ex-Lauterer Rodnei geschubst hatte. Auch in der Folge agierten beide Teams aggressiv und körperbetont.

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Das Tor zur 1:0-Führung.

Quelle: dpa

RB kam selten dazu, sich zum Tor von Marius Müller durchzukombinieren. Die zunächst beste Gelegenheit hatte Yordi Reyna in der 14. Minute, der jedoch lieber sicher spielte. Kurz darauf drosch Yussuf Poulsen die Kugel in Richtung Flutlichtanlage. Doch in der 16. Minute schickte Emil Forsberg Poulsen: Der Däne zog von links ab. Keeper Müller bekam zwar noch die Hände an den Ball, doch das Leder landete in der rechten oberen Ecke: 1:0.

Der FCK revanchierte sich vier Minuten später. Nach einem Stellungsfehler der RB-Defensive auf der linken Seite musste Fabio Coltorti den Ball von Chris Löwe abprallen lassen. Simon Zoller nutzte die Gelegenheit und konnte im Nachschuss sein zweites Saisontor verbuchen - Ausgleich für die Mannschaft um Trainer Kosta Runjaic.

Die Teams beackerten sich weiter. Referee Robert Hartmann hatte alle Hände voll zu tun. Einen der verordneten Freistöße wollte RB-Kapitän Dominik Kaiser direkt verwandeln. Doch nach 30 Metern Flug kam Müller locker an das Spielgerät.

Vertändelt, verletzt, mit gelb verwarnt

Die Defensive des FCK stand gut. Als sich die Gäste in der 32. Minute doch einmal durchkombinieren konnten, vertändelte Georg Teigl frei den Ball und setzte diesen links neben das Tor. Bei einem der schnell vorgetragenen Gegenschläge der Roten Teufel grätschte Tim Sebastian Karim Matmour den Ball vom Fuß, doch der wehrte sich im vollen Lauf: Gelb für den Lauterer. Den Karton holte sich Reyna knapp zwei Minute später ebenfalls ab, da er unbedrängt eine Fuß zwischen zwei lauterer Beinen verknotete. Unterdessen musste Torschütze Zoller verletzt für Sebastian Jacob raus.

Nach dem Wiederanpfiff sorgte Emil Forsberg für Aufregung. Erst schlug dem Pfälzer Markus Karl den Ball weg. Der Schiedsrichter ermahnte. Das fand der Schwede dann gar nicht gut und sah daraufhin die Gelbe. Nach einem Freistoß in der 52. konnte sich Beierlorzers Offensive vor das Tor der Hausherren manövrieren. Müller aber rettete in höchster Not vor Forsberg.

Das Spiel wird härter

Im Strafraum hatten sowohl die Roten Bullen als auch die Roten Teufel wegen der starken Defensivreihen so ihre Schwierigkeiten. Man verging sich in Nickligkeiten. Der Unparteiische Hartmann musste mehrmals dazwischen gehen. Nachdem Karl in der 62. rüde Poulsen umriss, gab es Freistoß. Kaisers Schuss konnte Müller nur noch wegfausten.

In der 64. Minute vergab dann Kaiserslauterns Jacob eine Großchance. Allein gegen RB-Keeper Coltorti jagte er den Ball aus 15 Metern nur ins Außennetz. Die Leipziger ihrerseits lauerten permanent auf Konter, wurden immer wieder gefährlich. So brach Forsberg – zum wiederholten Male – in der 72. gekonnt durch, legte sich den Ball aber zu weit vor.

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Ein starker Fabio Coltorti konnte RB Leipzig zumindest den Punkt sichern.

Quelle: dpa

Vor Coltortis Kasten wurde es in der 77. richtig eng, als der Schweizer Keeper schon draußen war und Willi Orban an den Ball kam. Jung ging nach einem Luftkampf mit Schmerzen zu Boden. Zu diesem Zeitpunkt stand es 20:7 für den FCK – nach Fouls. Die Lauterer legten nun noch mal eine Schippe drauf. Ein starker Coltorti und der RB-Abwehr-Verbund aber bewahrten den Überblick. Beierlorzer brachte Ante Rebic für Reyna und Diego Demme ersetzte Joshua Kimmich.

Auch Emil Forsberg ging vom Platz: in der 88. Minute fuhr er den Ellenbogen knapp vor dem Strafraum der Hausherren aus und sah die gelb-rote Karte. Beierlorzer zog seine letzte Option und schickte Stefan Hierländer für Teigl auf den Rasen. Drei Minuten Nachspielzeit musste RB da noch überstehen. Einen Sololauf von Alexander Ring vereitelte ein nicht nur in dieser Szene grandioser Fabio Coltorti mit der Brust und bewahrte damit das 1:1 für die Leipziger. „Wir hätten das Spiel normalerweise gewinnen müssen“, zeigte sich Kaiserslauterns Trainer Kosta Runjaic zerknirscht. „Man muss akzeptieren, wie stark Red Bull ist.“

Der Punktgewinn bedeutet für RB aber auch, dass nun zwei Punkte für einen möglichen Aufstieg fehlen. Zumal der FCK, in der Tabelle besser platziert, auch einen Punkt mitnehmen konnte. „Wir müssen mit dem Punkt leben“, so Beierlorzer und lächelt. Gefragt nach den anstehenden Partien: „Obwohl ich Mathelehrer bin, sind keine Rechenspiele angesagt.“

Alle Tore, alle Wechsel, alle Karten - Das Spiel zum Nachlesen

Aufstellung:

1. FC Kaiserslautern:

Müller - Schulze, Orban, Heubach, Löwe - Karl, Ring - Matmour (70. Demirbay), Stöger (89. Hofmann), Zimmer - Zoller (41. Jacob).

RB Leipzig:

Coltorti - Klostermann, Sebastian, Rodnei, Jung - Kaiser, Kimmich (83. Demme) - Teigl (90.+1 Hierländer), Forsberg, Poulsen - Reyna (80. Rebic).

Tore:

0:1 Poulsen (16.), 1:1 Zoller (20.)

Zuschauer:

31.141

Johannes Angermann

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