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Krimi mit Elfmeterschießen: RB Leipzig fliegt gegen Dynamo aus dem DFB-Pokal

Erste Runde Krimi mit Elfmeterschießen: RB Leipzig fliegt gegen Dynamo aus dem DFB-Pokal

Der Auftakt in die neue Saison sowie der Einstand für Trainer Ralph Hasenhüttl sind missglückt: Ausgerechnet Ex-RB-Stürmer Stefan Kutschke sorgte für die Verlängerung. Leipzigs Kapitän Kaiser wurde am Ende zum Pechvogel.

Dynamo kämpfte sich zurück ins Spiel

Quelle: dpa

Dresden. Dynamo Dresden hat am Samstag die Machtverhältnisse im sächsischen Fußball auf den Kopf gestellt. Der Zweitliga-Aufsteiger warf den Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig nach Elfmeterschießen mit 7:6 (2:2, 0:2) und vor fast 30.000 Zuschauern im eigenen Stadion aus dem DFB-Pokal. Ausgerechnet RB-Kapitän Dominik Kaiser verschoss als einziger einen Elfmeter und besiegelte das Ausscheiden. „Wir haben zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten gesehen und gemerkt, dass wir noch nicht so weit sind wie unser Gegner, der schon zwei Punktspiele hatte“, sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl sichtlich gezeichnet nach der ersten Niederlage als Coach der Bullen.
 
Dabei hatten die Leipziger nach 45 Minuten bereits 2:0 geführt: Marcel Sabitzer köpfte das 1:0, Kapitän Kaiser baute den Vorsprung mit einem sicher verwandelten Handelfmeter kurz vor der Pause aus. „Mit so einer ersten Hälfte darfst du nicht als Verlierer vom Platz gehen“, ärgerte sich Kaiser. In Halbzeit zwei wurde es wieder spannend, weil der Ex-Leipziger Stefan Kutschke zweimal traf und somit die Verlängerung erzwang. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, dass wir uns so überrumpeln lassen“, sagte der RB-Kapitän.

Trotz einer 2:0-Führung in der ersten Halbzeit unterlag RB Leipzig in der ersten DFB-Pokal-Runde am Ende gegen Dynamo Dresden.

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Rund um die als Hochsicherheitsspiel deklarierte DFB-Pokalpartie blieb es vor dem Anpfiff und während des Spiels weitestgehend ruhig. Die Dresdner Anhänger feierten ganz in Gelb gekleidet, im Gästeblock schwenkten die knapp 2000 RB-Fans in weiß-rot die Fahnen. Die Stimmung war hitzig, aber nicht feindlich, vor allem die Temperaturen schweißtreibend.
 
Wenn der K-Block das Pfeifkonzert anstimmte, schallte ein ohrenbetäubender Lärm durch das Dynamostadion. Plakate wie „Tradition kann man nicht kaufen“, „Der Widerstand wächst von Ost nach West, ganz Deutschland hasst die Bullenpest“, „Lieber an Gewürzen schnuppern, als eure Brause trinken“ waren dort zu lesen. Die Leipzig konterten mit dem Spruchband „Als Kartoffel bleibt man halt dem Acker treu“.
 
Leipzigs Coach Ralph Hasenhüttl vertraute der gleichen Aufstellung wie im letzten Test gegen Sevilla. Dynamos Trainer Uwe Neuhaus überraschte hingegen mit drei Veränderungen in der Startelf. Das Heimteam richtete sich nach dem offensivstarken Gegner aus und stellte eine defensivere Formation auf, als in der 2. Bundesliga. Ex-RB-Stürmer Stefan Kutschke durfte in seiner Heimat gegen die Roten Bullen von Beginn an ran.
 
Während die Gäste sofort die Initiative übernahmen, kamen die Dresdner kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Die Roten Bullen konnten ihren Ballbesitz zunächst aber nicht in Torchancen ummünzen. Dafür kamen die Schwarz-Gelben nach einem Freistoß in der 13. Minute dem RB-Tor gefährlich nahe: Der Schuss von Stefaniak blieb in der Leipziger Mauer hängen, der zweite Versuch landete nur Zentimeter rechts neben dem Pfosten.
 
Marcel Sabitzer war auf der Gegenseite erfolgreicher, köpfte nach einer Viertelstunde eine Flanke von Diego Demme zum verdienten 1:0. Leipzig kombinierte sich auch nach der Führung weiter nach Belieben durch die Dresdner Reihen und strahlte jede Menge Sicherheit aus. Dominik Kaiser verwandelte nach einem Handspiel von Marco Hartmann den Elfmeter quasi mit dem Pausenpfiff eiskalt zum 2:0. „Wenn der Gegner aus einer Chance zwei Tore macht, ist das eine ganz schöne Bestrafung“, meinte Dynamo-Coach Neuhaus.

Kutschke kontert mit zwei Toren

Die spannende Frage zu Beginn der zweiten Halbzeit: Kann Dynamo wie in den letzten zwei Ligaspielen den Rückstand noch drehen? Keine zwei Minuten waren gespielt, da bekamen die Dresdner nach einem Foul von Benno Schmitz gegen Marvin Stefaniak an der Strafraumgrenze auch schon einen Elfmeter. Kutschke schnappte sich die Kugel und verwandelte ohne mit der Wimper zu zucken zum 1:2-Anschluss.

Die Polizei sicherte mit zahlreichen am Sonnabend die An- und Abreise von Fans und Mannschaften zum Pokalderby gegen die SG Dynamo in Dresden ab.

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Von nun an boten sich beide Seiten einen offenen Schlagabtausch. Dresden traute sich, angestachelt von seinen lautstarken Fans, mehr im Spiel nach vorn. Leipzig versuchte dem Druck Stand zu halten und wieder seine eigene Linie zu finden. In der Schlussphase brachte Hasenhüttl Verteidiger Compper für den offensiven Forsberg, um die Defensive zu stärken.
 
Doch Kutschke ließ erneut den Dynamo-Anhang jubeln und traf zum 2:2-Ausgleich. Poulsens Kopfball lenkte Dynamo-Keeper Schwäbe in der 81. Minute gerade noch über die Latte. Kurz vor Beginn der Verlängerung kam Werner für den angeschlagenen und bis dato sehr präsenten Keita.
 
Während in der ersten Halbzeit der Verlängerung die Offensivmomente eher auf Leipziger Seite lagen, verpasste Dynamo im zweiten Abschnitt durch den eingewechselten Gogia haarscharf das 3:2. RB-Neuzugang Werner traf zwei Minuten vor Schluss sogar noch den SGD-Kasten – der Schiedsrichter hatte den Stürmer aber im Abseits gesehen. Dann ging der Pokalkrimi in die letzte Runde. Dort versagten ausgerechnet Kapitän Kaiser die Nerven.

Anne Grimm

Statistik:

RB: Gulácsi - Schmitz, Ilsanker, Orban, Halstenberg, Kaiser (C), Keita (89. Werner), Demme, Forsberg (75. Compper), Poulsen, Sabitzer (116. Kalmar)

Dynamo: Schwäbe - F. Müller, Starostzik (45. Teixeira), Ballas, Kreuzer - Konrad, Hartmann (75. Testroet) (C), J. Müller - Aosman, Kutschke (88. Gogia), Stefaniak
Zuschauer: 29.222

Elfmeterschießen :
Zsolt Kalmár (RBL): 2:3
Pascal Testroet (SGDD): 3:3
Willi Orban (RBL): 3:4
Marvin Stefaniak (SGDD): 4:4
Stefan Ilsanker (RBL): 4:5
Nils Teixeira (SGDD): 5:5
Marvin Schwäbe (SGDD) hält gegen Dominik Kaiser (RBL): 5:5
Akaki Gogia (SGDD) 6:5
Marcel Halstenberg (RBL) 6:6
Aias Aosman (SGDD) 7:6 - Endstand

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