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RB Leipzig begräbt Aufstiegshoffnung: FC St. Pauli kämpft sich am Millerntor zum Sieg

RB Leipzig begräbt Aufstiegshoffnung: FC St. Pauli kämpft sich am Millerntor zum Sieg

Hamburg. Im Hexenkessel am Millerntor hat Fußball-Zweitligist RB Leipzig am Sonntag seine wohl letzte Chance auf den Aufstieg verspielt. Mit 0:1 (0:1) unterlag das Team von Trainer Achim Beierlorzer beim Vorletzten FC St.

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Harte Zweikämpfe bestimmten die Partie zwischen FC St. Pauli und RB Leipzig. Mit einem 1:0-Sieg begruben die Hamburger fast alle Aufstiegshoffnungen der Roten Bullen.

Quelle: dpa

Pauli und darf damit nur noch rein rechnerisch vom Durchmarsch in die 1. Bundesliga träumen. Die Roten Bullen trennen drei Spieltage vor Saisonende sechs Punkte vom Relegationsplatz drei. Vor 23.584 Zuschauern traf Lennart Thy in der 45. Minute zum Tor des Tages und belohnte damit die cleveren und kämpferisch starken Hausherren.

RB war vor allem in der zweiten Halbzeit drückend überlegen, brachte den Ball aber einfach nicht im Tor unter. Statt dem geplanten Ausflug auf die Reeperbahn gab es bei Poulsen, Frahn und Co. bittere Enttäuschung. "Wir brauchen jetzt nicht mehr über den Aufstieg sprechen", sagte ein resignierter Coach Beierlorzer nach dem Spiel. Ersatzkapitän Tim Sebastian, der wegen Meckerns seine fünfte gelbe Karte kassierte, war bedient: „Glückwunsch an eine kampfstarke Mannschaft. Die Mentalität hat heute das Spiel gewonnen.“.

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Leipzig. Im entscheidenden Spiel beim Abstiegskandidaten fehlte der absolute Siegeswille. Der Knockout im Rennen um die Bundesliga war für RB Leipzig vor allem eine Frage der Mentalität. Sportdirektor Ralf Rangnick ließ seiner Enttäuschung freien Lauf und sprach dabei auch Klartext: "Wenn es gegen uns reicht, dass man 90 Minuten kämpft, sagt das alles."

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Forsberg für Kaiser in der Startelf und mit bester Chance

Bereits zum Anpfiff herrschte Gänsehaut-Atmosphäre: Von einem Fahnenmehr und buntem Nebel wurden beide Teams im ausverkauften Millerntor-Stadion begrüßt. St.-Pauli-Coach Ewald Lienen, nach seinem Unterarmbruch mit blauem Gips an der Seitenlinie, zertrampelte Luftballons, die von den Rängen auf den Rasen flogen. RB-Coach Beierlorzer stand daneben – in Rauchschwaden und Konfettiregen. Mehr als 2000 Fans hatten die Leipziger in einem Sonderzug ans Millerntor begleitet.

Für den gelb-gesperrten Kapitän Dominik Kaiser durfte bei RB wie erwartet der schwedische Nationalstürmer Emil Forsberg von Beginn an ran. Trotz Zerrung stand auch der bis zuletzt fragliche Yussuf Poulsen in der Startelf. Doch die ersten Minuten gehörten den auf vier Positionen veränderten Gastgebern: Nur Sekunden nach dem Anpfiff tankte sich der Ex-Gladbacher Sebastian Schachten im Strafraum durch und traf das Außennetz.

Nach diesem Wachmacher gingen die aggressiven Kiez-Kicker mit harten Bandagen zur Sache, verteidigten hoch und drängten RB mit frühem Pressing in die eigene Hälfte. Bis auf eine Doppelchance blieben die Hausherren jedoch ungefährlich. Nach einem Abwehrfehler von Marvin Compper, der den Ball vor dem Strafraum vertändelte, konnte Anthony Jung in höchster Not klären. Ein Kopfballversuch ging kurz darauf aufs Außennetz.

Entscheidender Konter kurz vor der Pause

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Mehr als 2000 Fans von RB Leipzig reisten mit nach St. Pauli.

Quelle: Ricco Lindenthal

Erst nach etwa 20 Minuten fand RB ins Spiel und kam zu drei guten Chancen. Die dickste Gelegenheit hatte Forsberg in der 22. Minute: Nach einem Einwurf legte Poulsen für ihn auf. Den Schuss des Schweden von links kratzte Torwart Robin Himmelmann mit dem Arm von der Linie. Auch einen verdeckten Schuss aus zweiter Reihe von Diego Demme konnte er kurz darauf entschärfen. Einen von rechts herein getretenen Freistoß köpfte Compper knapp über die Latte (38.).

Kurz vor der Pause stand dann das Millerntor dann Kopf: Nach einem formvollendeten Solomarsch ließ St-Pauli-Stürmer Thy RB-Keeper Fabio Coltorti mit einem Schuss von rechts aus acht Metern ins Leere springen (45.). Jung hatte zuvor beim Zuspiel von der Mittellinie das Abseits aufgehoben.

Impressionen von der Fahrt der RB-Fans ans Millerntor:

Beierlorzer reagierte zur Pause, brachte mit Omer Damari für Demme einen zweiten Stürmer neben dem bemühten, aber glücklosen Yordy Reyna. Später kam auch noch Daniel Frahn. Die Roten Bullen drängten auf den Ausgleich: Reyna legte auf Forsberg ab, doch der traf aus 14 Metern nur das linke Außennetz (48.). Brenzlige Situation auf der Gegenseite in der 61.: Sebastian konnte Jan-Philipp Kalla auf rechts im Strafraum nicht stoppen, dessen Hereingabe war jedoch zu kurz für Thy, der sein zweites Tor schon fast auf dem Fuß hat. Joshua Kimmich klärte – Glück für RB.

Kurz darauf brannte es wieder im Hamburger Strafraum: Reyna köpfte nach Hereingabe von Poulsen nicht den Ball ins Tor, dafür Kalla und kassierte die gelbe Karte (66.). Beim darauffolgenden Garangel am linken Pfosten holte sich auch St. Paulis Sören Gonther eine Verwarnung ab.

Damari scheitert per Fallrückzieher

Die letzten Aktionen waren fast schon von Verzweiflung geprägt: RB warf alles nach vorn. Damari versuchte es in der 79. Minute sogar per Fallrückzieher, verfehlte den Ball aber. Nach einer Ecke sprang Sebastian der Ball im Strafraum vor die Füße, er konnte ihn aber nicht unter Kontrolle bringen. Reynas Volley-Versuch in der Nachspielzeit parierte Keeper Himmelmann glänzend. St. Pauli kam nur noch einmal gefährlich vor das Leipziger Tor. Ein Freistoß von Marcel Halstenberg segelte jedoch knapp übers Tor (83.).

Die Hamburger brachten den Dreier schließlich über die Zeit. Mit dem dritten Heimsieg in Folge machte die Kiez-Elf einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt und klettert auf Platz 15 der Tabelle. RB rutscht dagegen auf Rang sechs ab. Besonders bitter: Erzgebirge Aue leistete mit einem 3:1 gegen den Karlsruher SC sogar noch Schützenhilfe, die die Leipziger aber letztlich nicht nutzen konnten.

St. Pauli:

Himmelmann – Kalla (82. Ziereis), Sobiech, Gonther, Halstenberg - Alushi, Buchtmann (68. Koch) – Schachten (74. Sobota), Daube, Buballa - Thy

RB:

Coltorti - Klostermann, Sebastian, Compper, Jung – Teigl (66. Kalmár) , Demme (45. Damari), Kimmich - Poulsen, Reyna, Forsberg (76. Frahn)

Tor:

1:0 Thy (45.)

Zuschauer:

23.584

Robert Nößler

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