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RB Leipzig belohnt sich mit Gala-Viertelstunde gegen Nürnberg

3:2-Heimsieg RB Leipzig belohnt sich mit Gala-Viertelstunde gegen Nürnberg

Befreiungsschlag für RB Leipzig in der 2. Bundesliga: Nach drei Unentschieden in Folge haben die Sachsen gegen den 1. FC Nürnberg mit 3:2 gewonnen. Die knapp 29.000 Zuschauer sahen eine spektakuläre Viertelstunde zu Beginn. Am Ende mussten sie allerdings noch zittern.

RB Leipzigs Davie Selke (rechts) jubelt mit seinen Mitspielern nach seinem Treffer zum 2:0.
 

Quelle: dpa

Leipzig. RB Leipzig hat Boden zu den Aufstiegsplätzen gut gemacht. Am Sonntag gewann die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick gegen den lange in Unterzahl spielenden 1. FC Nürnberg mit 3:2 (3:0) und kletterte auf den fünften Tabellenrang. Nach einer souveränen ersten Halbzeit kamen die Gastgeber in der Schlussphase allerdings mächtig ins Schwimmen. "Meine Mannschaft hätte einen Punkt verdient gehabt", erklärte ein enttäuschter Club-Trainer Rene Weiler.

Auf so eine erste Halbzeit haben die Roten Bullen zehn Partien lang gewartet. Nun hat es endlich geklappt, RB Leipzig hat in der 2. Bundesliga seine spielerische Überlegenheit direkt in Tore umgewandelt. "Wir müssen uns belohnen", hatte Stürmer Davie Selke vor der Begegnung gefordert. Der Angreifer tat das in der Anfangsviertelstunde gleich zweimal selbst mit seinen Toren zum 2:0 und 3:0.

RB Leipzig empfing den 1. FC Nürnberg am Sonntag zum Zweitliga-Heimspiel in der Red-Bull-Arena. Fotos: Christian Modla

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Davor holte Selke noch einen Elfmeter heraus. In der 6. Minute servierte Dominik Kaiser einen Ball auf den Ex-Bremer, der wie von Rangnick angeordnet, ganz vorn an der Grenze zum Abseits stand. Der RB-Stürmer drängte mit ganzer Wucht in den Nürnberger Strafraum. Georg Margreitter zog Selke zu Boden und Schiedsrichter Christian Dingert entschied auf Strafstoß. Da Margreitter auch letzter Mann war, sah er zusätzlich die rote Karte. Kaiser verwandelte anschließend sicher.

Selke mit Doppelpack in fünf Minuten

Den Rest besorgte Selke danach allein. In der 11. Minute brachte Lukas Klostermann von der rechten Seite den Ball scharf vor das Tor und der RB-Stürmer musste nur noch den Fuß hinhalten. Fünf Minuten später zog Selke aus 18 Metern Torentfernung ab und erhöhte mit Hilfe des Innenpfostens auf 3:0. "Da sollte man eigentlich meinen, dass nichts mehr anbrennt", sagte Rangnick.

Der RB-Trainer musste seine Mannschaft gleich auf mehreren Positionen umbauen. Emil Forsberg fiel mit Oberschenkelproblemen aus, Yussuf Poulsen saß nach einer Prellung zunächst nur auf der Bank. Massimo Bruno und Marcel Sabitzer ersetzten die beiden Offensivkräfte. In der Abwehr feierte Marvin Compper sein erstes Saisonspiel in der 2. Bundesliga. Er hat seine Probleme an der Kniescheibe auskuriert.

Von Nürnberg war auch in der zweiten Halbzeit in der Offensive zunächst reichlich wenig zu sehen. RB kontrollierte die Partie und wollte, angetrieben durch den starken Diego Demme, weitere Treffer erzielen. Schön für die Zuschauer: Die folgenden Versuche hatten das Prädikat Tor des Monats im Blick. Erst schaute sich Compper den Gästetorhüter aus und schlenzte den Ball aus 30 Metern, Schäfer bekam die Finger noch an die Kugel. Danach erzielte Halstenberg mit einem spektakulären Seitfallzieher den nächsten Treffer. Das Tor zählte aber nicht, weil der Abwehrspieler sein Bein zu hoch hatte.

Rangnick wurde anschließend einem eigenen Grundsatz untreu und wechselte unmittelbar vor einem Freistoß des Gegners. Yussuf Poulsen und Nils Quaschner kamen in der 61. Minute für die bereits verwarnten Selke und Massimo Bruno. "Hätte davor jemand in eine Glaskugel geguckt und gesagt was folgt, hätte ich gesagt, er hat zuviel getrunken", so Rangnick.

Nürnberg dicht dran am Ausgleich

Nürnberg startete nun eine Aufholjagd. Ein Freistoß von Kevin Möhwald aus mehr als 30 Metern Torentfernung erreichte den Kopf von Dave Bulthuis, der zum 1:3 verkürzte. Compper sah in dieser Szene nicht gut aus. Und die Standardkönige der Liga legten nach. Gleiche Situation wie beim ersten Gegentreffer: Ein Nürnberger Freistoß ist eine gefühlte Ewigkeit in der Luft. In der Strafraumzentrale stand dieses Mal der eingewechselte Niclas Füllkrug völlig allein und erzielte den Anschlusstreffer. Nürnberg war nun ganz dicht dran am Ausgleich. Füllkrug und danach Hanno Behrens verzogen nur knapp. Auf der anderen Seite scheiterte Poulsen an Schäfer.

Schrecksekunde in der 90. Minute: Nach der ersten Ecke für die Gäste stocherte Füllkrug den Ball über die Linie, stand aber im Abseits. "Dass es nicht gezählt hat, tut weh", so Behrens. Auch RB-Keeper Fabio Coltorti schnaufte nach dem Abpfiff durch: "Mit einem Ausgleich wäre es heute ein bitterer Tag gewesen." Am Ende rettete RB den Sieg aber über die Zeit. "In zwei Wochen fragt niemand mehr danach", so Rangnick.

Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, blieb am Rande der Begegnung alles friedlich. Einige der Nürnberg-Fans verließen bereits zur Halbzeit das Stadion, auch zum Ende hin leerte sich die Red-Bull-Arena: Die Zuschauer wollten dem drohenden Stau entgehen. Nach dem Spiel kam es zeitweise zu Behinderungen im Straßenverkehr.

RB Leipzig: Coltorti, Klostermann, Compper (85. Sebastian), Orban, Halstenberg, Demme, Ilsanker, Sabitzer, Kaiser, Bruno (61. Poulsen), Selke (61. Quaschner)

1. FC Nürnberg: Schäfer, Brecko (87. Polak), Hovland, Margreitter, Sepsi (34. Bulthuis), Behrens, Leipold, Schöpf, Möhwald, Blum (71. Füllkrug), Burgstaller

Tore: 1:0 Kaiser (7./FE), 2:0 Selke (11.), 3:0 Selke (16.), 3:1 Bulthuis (62.), 3:2 Füllkrug (76.)

Zuschauer: 28.987

Von Matthias Roth

Leipzig, Red-Bul-Arena 51.345803 12.348375
Leipzig, Red-Bul-Arena
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