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RB Leipzig braucht lange Anlaufphase für Sieg gegen Heidenheim

Heimspiel nach Rückstand gedreht RB Leipzig braucht lange Anlaufphase für Sieg gegen Heidenheim

Das Spitzentrio der 2. Bundesliga ist weiter im Gleichschritt unterwegs. RB Leipzig drehte am Mittwochabend sein Heimspiel gegen Heidenheim nach einem Rückstand und siegte mit 3:1. Nach Nürnberg gewann auch Verfolger SC Freiburg mit 4:1 in Bielefeld.

Die Leipziger bejubeln das 3:1 gegen Heidenheim.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. RB Leipzig hat einen neuen Torjäger: Marvin Compper hat schon wieder getroffen. Der Bullenverteidiger erzielte am Mittwochabend seinen dritten Treffer nach der Winterpause und machte gegen den 1. FC Heidenheim alles klar. In der ersten Halbzeit brauchten die 22.134 Zuschauer aber noch viel Geduld. "Wir hatten zu Beginn eine viel zu hohe Fehlerquote in unserem Pass-Spiel", kritisierte RB-Trainer Ralf Rangnick.

Ausgerechnet Denis Thomalla. Der 23-jährige ehemalige Leipziger zeigte seinen ehemaligen Kollegen, was er drauf hat. In der 21. Minute stürmte er auf der rechten Seite in Richtung RB-Tor, wurde nicht angegriffen und schlug den Ball in die Mitte an die Strafraumgrenze. Dort wartete der ebenso freie Robert Leipertz, nahm Maß und versenkte den Ball knapp unter dem Winkel zur Führung für Heidenheim. Torhüter Peter Gulacsi hatte dabei keine Abwehrchance.

RB Leipzig schlägt Heidenheim vor 22.134 Zuschauern in der Red-Bull-Arena mit 3:1. Die Bilder vom Spiel. Fotos: Christian Modla.

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"Eigentlich wollte ich selbst aufs Tor gehen, Willi Orban hat mir aber den Weg zugestellt", sagte Thomalla. Der Stürmer freute sich über die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. "Ich habe noch gute Kontakte zu Tony Jung", so Thomalla, der sich gleich nach dem Spiel das Trikot des Linksverteidigers sicherte.

Kai Pflaume im Stadion

Gästetrainer Frank Schmidt hatte es angekündigt: "Manndeckung ist nichts für uns." Eine Kopie des Paderborn-Spiels blieb den Zuschauern damit erspart. Das freute auch TV-Mann Kai Pflaume, der seinen Freund Oliver Mintzlaff (RB-Vorstandschef) besuchte und sich das Spiel ansah. Die Bullenverantwortlichen versicherten aber gleich nach dem Spiel: Pflaume werde nicht für eine mögliche Aufstiegsparty als Moderator geködert.

RB machte gegen den FCH wie immer von Beginn an Druck, stürmte nach vorn, störte zeitig. Großchancen sprangen dabei auf dem frisch verlegten Rasen zunächst nicht heraus. Die Gäste verteidigten geschickt und suchten Lösungen über Konter. "Man hat in der ersten Hälfte gesehen, dass wir an unsere Chance geglaubt haben", so Schmidt.

Es dauerte fast eine halbe Stunde bis zur ersten RB-Möglichkeit: Marcel Sabitzer schlenzte da den Ball knapp neben das Tor. Die Gastgeber wurden jetzt stärker. Dominik Kaiser setzte einen Freistoß ans Außennetz und Emil Forsberg jagte kurz vor der Pause das Leder aus sieben Metern Torentfernung über den Kasten.

Aufreger in der 42. Minute: Sabitzer traf einen Heidenheimer Abwehrspieler im Strafraum aus Nahdistanz an den Unterarm. Weiterspielen, entschied Schiedsrichter Sören Storcks.

Sechs Minuten drehen die Partie

Rangnick reagierte in der Pause und stärkte seine Kreativabteilung. Massimo Bruno durfte nun für den unglücklich agierenden Stefan Ilsanker spielen, der Rani Khedira aus der Startelf verdrängt hatte. Gut zehn Minuten ließ RB den FCH noch vom Auswärtssieg träumen, dann nahm Kapitän Kaiser die Sache selbst in die Hand. Ein Zuspiel von Lukas Klostermann zog er aufs Tor und traf zum 1:1. Torhüter Kevin Müller, der den mit einer Zahnentzündung ausgefallenen Stammkeeper Jan Zimmermann ersetzte, stand auf dem falschen Bein und sah damit beim Gegentreffer unglücklich aus. Er konnte aber nichts ausrichten, weil Timo Beermann den Ball noch abgefälscht hatte.

Bruno sorgte für die gewünschte Offensivbelebung und hatte drei Minuten später die Führung auf dem Fuß. Müller reagierte dieses Mal blitzschnell. In der 62. Minute war der Schlussmann aber erneut geschlagen. Yussuf Poulsen erzielte das 2:1. Die Roten Bullen drehten jetzt weiter auf, übertrieben es aber zuweilen im Strafraum mit Doppelpässen und Abspielen mit der Hacke. "Massimo hat uns das Tempo ins Spiel gebracht", lobte Poulsen.

Der Knipser der Stunde hätte schon fast in der 78. Minute gejubelt. Compper scheiterte aber aus Nahdistanz an Müller. RB spielte sich weiter Gelegenheit um Gelegenheit heraus. In der 83. Minute belohnte sich Compper dann doch noch. Nach einer Kaiser-Ecke war er mit dem Kopf zum 3:1 zur Stelle. In der Schlussminute traf Leipertz noch die Latte für die Gäste.

"Das war unser vorerst letztes Spiel in Leipzig", meinte Schmidt, der den RB-Aufstieg für beschlossene Sache hält. Rangnick glaubt dagegen an ein Wiedersehen, wenn auch nicht im kommenden Jahr. "Warum soll die 1. Bundesliga nicht möglich sein, wenn Heidenheim so weiterarbeitet", sagte der RB-Coach.

RB Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Orban, Compper, Jung, Ilsanker (46. Bruno), Demme, Kaiser, Sabitzer (86. Khedira), Forsberg (79. Halstenberg), Poulsen

FC Heidenheim: Müller - Feick, Kraus, Beermann, Strauß, Titsch-Rivero, Theuerkauf (79. Finne), Reinhardt (65. Wittek), Halloran (57. Schnatter), Leipertz, Thomalla

Tore: 0:1 Leipertz (21.), 1:1 Kaiser (56.), 2:1 Poulsen (62.), 3:1 Compper (83.)

Zuschauer: 22.134

Schiedsrichter: Sören Storcks (Velen)

Von Matthias Roth

Leipzig, Red-Bull-Arena 51.346108 12.351561
Leipzig, Red-Bull-Arena
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