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RB Leipzig ist nicht zu stoppen – bitteres Spiel für Coltorti

2. Fußball-Bundesliga RB Leipzig ist nicht zu stoppen – bitteres Spiel für Coltorti

RB Leipzig hat den nächsten Schritt in Richtung Aufstieg gemacht. Am Sonntag ließ der Tabellenführer beim 2:0 der Eintracht aus Braunschweig keine Chance. Fabio Coltorti musste mit einer Schulterverletzung ausgewechselt werden.

Yussuf Poulsen und Marvin Compper feiern das 2:0 der Roten Bullen.

Quelle: dpa

Leipzig. Leipzig. Wer will RB Leipzig auf dem Weg in die 1. Bundesliga stoppen? Als ob es keine Winterpause gab, spielten die Roten Bullen den Verfolger aus Braunschweig zeitweise an die Wand. Dabei hatte Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht die Partie zum Endspiel erklärt, wenn seine Männer noch einmal in den Aufstiegskampf eingreifen wollen. Nach dem Abpfiff meinte er: "Leipzig hat uns von der ersten Minute an Druck und Stress bereitet, wir haben zu keiner Phase ein Bein auf den Boden gebracht."

RB-Trainer Ralf Rangnick entschied sich für eine Spitze mit Yussuf Poulsen, ließ Davie Selke bis zum Schluss auf der Bank und wechselte in den letzten zehn Minuten lieber Nils Quaschner ein. "Davie war darüber not amused", berichtete Rangnick. Auch für einige andere RB-Profis sei der Sonntag ein "Long-Face-Day" gewesen. So durfte in der Innenverteidigung Marvin Compper für Atinc Nukan spielen. "Das war ein Bauchgefühl, ich habe am Sonnabend nach der Bundesliga auf meinem Sofa in mich hineingehorcht und dann die Entscheidung getroffen", verriet der Coach.

Im ersten Spiel nach der Winterpause hat RB Leipzig Eintracht Braunschweig regelrecht an die Wand gespielt. Bitter für die Rasenballer: Stammkeeper Coltorti verletzte sich in der ersten Halbzeit an der Schulter und musste raus. (Bilder: dpa)

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Die 28.112 Zuschauer sahen eine erste Halbzeit ohne Bremse - Vollgas von RB! Allein zwischen der 15. und 23. Minute hätten die Gastgeber die Partie schon entscheiden können. Einmal klärte Stefan Ilsanker unabsichtlich für die Braunschweiger nach einem Kopfball von Willy Orban, dann verzog Dominik Kaiser knapp und kurz darauf scheiterte Lukas Klostermann mit einem akrobatischen Schuss aus spitzem Winkel an Braunschweigs Keeper Rafal Gikiewicz.

Jubeln durften die Fans dann aber doch und wie: Kaiser packte eine bestens einstudierte Eckballvariante aus. Der Kapitän spielte das Spielgerät in der 24. Minute scharf und flach in den Strafraum, Poulsen täuschte einen Schuss an, ließ das Leder aber zu Emil Forsberg durch. Der Schwede vollendete schließlich zur Führung. "Das haben wir gestern zweimal geübt, einmal von links und einmal von rechts", sagte Kaiser.

Danach der bittere Augenblick für Torhüter Fabio Coltorti: In der 28. Minute prallte er mit Saulo Decarli zusammen und verletzte sich an der linken Schulter. Fünf Minuten später signalisierte der Schweizer: "Ich muss raus." Für ihn kam Peter Gulacsi zu seinem ersten Zweitligaeinsatz für RB. "Fabio hat mir bei meiner Einwechslung viel Glück gewünscht", so Gulacsi. Er habe die ganze Saison für diesen Augenblick gearbeitet. "Ich wünsche keinem Kollegen eine Verletzung, will jetzt aber meine Chance nutzen", kündigte der Ungar an. Eine genaue Diagnose über Coltortis Verletzung soll nach weiteren Untersuchungen am Montag vorliegen. Erste Befürchtung: Ein Schaden am Schultereckgelenk.

Kurz vor seiner Auswechslung durfte Coltorti aber noch den zweiten Treffer seines Teams bejubeln und zusehen, wie sein Gegenüber im Eintracht-Tor kräftig mithalf. Anthony Jung schlug einen 30-Meter-Freistoß in den Braunschweiger Strafraum. Gikiewicz verschätzte sich, kam nur mit den Fingerspitzen an den Ball und lenkte ihn genau vor die Füße von Compper, der zum 2:0 vollendete. "Der Schuss ist eigentlich etwas lang geworden, der Keeper hat sich verschätzt. Das ist glücklich für uns, Marvin stand aber auch perfekt", so Jung.

Marcel Sabitzer, Poulsen, Forsberg, Kaiser: Die Offensivabteilung von RB war für die Niedersachsen kaum auszurechnen. Im Wechsel bereitete das Quartett die Gelegenheiten vor und suchte selbst den Abschluss. Von Braunschweig war dagegen im Angriff fast nichts zu sehen. Aufstiegsheld und Winterrückkehrer Domi Kumbela war meist auf sich allein gestellt und bekam keine Pässe. Der Grund: RB unterband die Konterversuche schon im Mittelfeld, ließ selten einen Vorstoß in die eigene gefährliche Zone zu. Die einzige Gelegenheit hatte Jan Hochscheidt in der 43. Minute auf dem Fuß, schoss aber aus Nahdistanz über das Leipziger Tor.

RB spielte in der zweiten Hälfte weiter wie ein Tabellenführer und Aufstiegsfavorit. Die Leipziger stürmten nach vorn und suchten die Entscheidung mit dem 3:0. Der Treffer wollte nicht mehr fallen. "Da hat vielleicht etwas der Torhunger gefehlt", meinte Rangnick. Braunschweig brachte die Roten Bullen aus dem Spiel nicht mehr in Verlegenheit, blieb aber bei Standards gefährlich. Den Unterschied beider Mannschaften beschrieb Lieberknecht mit einer Szene aus der Nachspiel: "Da hat RB unseren ballbesitzenden Mann immer noch mit vier Mann gejagt."

Leipzig hat nun schon sechs Punkte Vorsprung auf den Zweiten aus Freiburg und acht Zähler auf den Dritter aus Nürnberg. "Der Abstand zum Zweiten interessiert mich nicht, wichtig ist, dass wir wieder ein Spiel weniger haben", so Rangnick. Nächsten Freitag geht es zum FC St. Pauli. "Das Spiel heute ist dafür die Benchmark", so der Trainer.

Von Matthias Roth

Statistik:

RB Leipzig: Coltorti (33. Gulacsi), Klostermann, Orban, Compper, Jung, Ilsanker, Demme (88. Khedira), Kaiser, Forsberg, Sabitzer, Poulsen (83. Quaschner)

Eintracht: Gikiewicz, Decarli, Baffo, Reichel, Boland (76. Matuschyk), Omladic, Khelifi, Hochscheidt (46. Ademi), Zuck (63. Holtmann), Kumbela

Tore: 1:0 Forsberg (24.), 2:0 Compper (30.)

Zuschauer: 28.112

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