Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Google+ Instagram YouTube
RB Leipzig stellt neuen Rekord auf und zieht mit Bayern gleich

Heimsieg gegen Mainz 05 RB Leipzig stellt neuen Rekord auf und zieht mit Bayern gleich

Timo Werner und Emil Forsberg schreiben die Erfolgsgeschichte fort: RB Leipzig stellt mit dem Sieg gegen Mainz einen neuen Bundesligarekord auf und ist in der Tabelle nach fünf Siegen in Serie sogar punktgleich mit dem Meister aus München.

Die Leipziger Emil Forsberg (links) und Torschütze Timo Werner jubeln nach dem 3:0.

Quelle: dpa

Leipzig. Nun ist es amtlich: RB Leipzig legt den besten Start eines Bundesliga-Aufsteigers aller Zeiten hin. Mit dem 3:1 (3:0) gegen den 1. FSV Mainz 05 stellt das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl den Rekord des MSV Duisburg aus der Saison 1993/1994 ein. Nach zehn Spieltagen sind die Roten Bullen noch immer ungeschlagen, holten am Sonntag sogar den fünften Sieg in Serie und thronen nun punktgleich mit Bayern an der Spitze. Bereits zur Halbzeit ist die Vorentscheidung gefallen, weil Timo Werner und Emil Forsberg den Gästen in Co-Produktion drei Tore eingeschenkt haben.

„Glückwunsch an meine Mannschaft, weil wir viel von dem umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Coach Hasenhüttl der aber auch betonte: „Wenn du das vierte oder fünfte Tor nicht machst, lebt der Gegner weiter.“ Das sah Gäste-Coach Martin Schmidt ähnlich: „In der zweiten Halbzeit ging es auch um Ehre und Charakter. Wir haben bewiesen, dass wir kein Fitnessproblem haben. Aber wenn du so früh den ersten Gegentreffer kriegst, dann funktioniert der Plan, den du dir zurecht gelegt hast, nicht mehr.“
 
Dabei ist der Puls der Fans schon vor der Partie auf mehr als 180. Eine Durchsage hallt über die Lautsprecher des ausverkauften Runds: „Bitte verlassen Sie das Stadion aufgrund einer schweren technischen Störung und bewahren Sie Ruhe.“ Ein mulmiges Gefühl macht sich unter den 42.558 Zuschauern breit, die ersten verlassen ihre Plätze. Doch es gibt schnell Entwarnung. „In der siebenten Etage wurde ein Feuermelder ausgelöst, es ist aber kein Brand ausgebrochen. Das Spiel kann gleich angepfiffen werden“, erklärt Stadionsprecher Tim Thoelke. Aufregung herrscht auch wegen der Gästefans: Die zerstören beim Aufhängen ihrer Plakate den Banner der Roten Bullen.

Schnellstes Tor der Bundesliga-Geschichte von RB Leipzig

Das Spiel beginnt mindestens genauso turbulent. Es dauert nur drei Minuten, bis der Ball das erste Mal im Mainzer Gehäuse zappelt. Forsberg setzt sich bis in den Strafraum durch, Werner vollendet. Es ist der bisher schnellste Bundesliga-Treffer der Leipziger. Die beiden Offensivkräfte bleiben die auffälligsten Akteure.
 
Anders als erwartet, kann RB Leipzig auf Marvin Compper bauen. Der Innenverteidiger ist nach seiner Erkältung rechtzeitig fit geworden. Für den verletzten Bernardo rückt Stefan Ilsanker als Rechtsverteidiger in die Viererkette, zeigt dort genauso eine überzeugende Vorstellung wie sonst vor der Abwehr. Coach Hasenhüttl meint: „Er wurde reingeworfen, hat sich frei geschwommen und versucht seine Seite zu zu machen. Am Anfang war er noch ein bisschen hektisch mit dem Ball, aber gegen den Ball hat er die Präsenz gezeigt, die wir brauchten.“

Mit einem 3:1-Heimsieg gegen Mainz 05 hat RB Leipzig nicht nur den zweiten Tabellenplatz verteidigt, der Bundesliga-Aufsteiger ist nach zehn Tagen punktgleich mit dem Spitzenreiter und Serien-Meister Bayern München. (Bilder: dpa)

Zur Bildergalerie

 
Nach 14 Minuten riecht es stark nach Elfmeter, als dem Mainzer Giulio Donati im Strafraum der Ball an die Hand springt. Doch Schiedsrichter Marco Fritz sieht das anders. Kein Problem, denkt sich das Leipziger Duo. Beim nächsten Treffer ist Werner mit einem starken Sprint über die rechte Seite der Vorbereiter. Der schwedische Nationalspieler Forsberg dreht sich, lässt den Mainzer Abwehrspieler alt aussehen und vollendet mit links. Nach 21 Minuten steht es bereits 2:0.

Mainz 05 verhindert gegen RB Leipzig die Blamage

Der FSV will unbedingt eine Blamage wie beim 1:6 in Anderlecht in der Europa League verhindern. Wehrt sich, findet ab und an den Weg nach vorn. „Wenn man das Spiel heute und in Anderlecht vergleicht, dann hätten wir zweistellig verlieren müssen. RB hat 110 Prozent Selbstvertrauen und spielt auch nach einem Tor immer weiter. Die ganze Stadt ist hier euphorisiert, so ein Aufsteiger tut der Liga gut. Es wird aber auch eine Phase in der Saison kommen, wo es auch für RB schwierig wird. Sie werden sich aber im ersten Drittel der Tabelle festsetzen", sagt der spätere Mainzer Torschütze Bell.

Doch Leipzig ist hellwach, Werner hatte nach einer knappen halben Stunde bei einem Konter das 3:0 auf dem Fuß, trifft das Außennetz. Mainz muss bereits vor der Pause wechseln, weil Suat Serder sich beim Zweikampf verletzt. Gulacsi zeigt die erste Parade des Spiels, Keita verpasst eine Großchance. Doch da ist ja noch das Dreamteam des Tages: Forsberg wieder Vorbereiter, Werner eiskalter Vollstrecker, direkt zum Pausenpfiff. Dann geht´s in die Kabine.
 
Auch die erste richtig gute Möglichkeit in Halbzeit zwei stammt natürlich vom unverwechselbaren Duo: Werner scheitert nach schöner Forsberg-Vorarbeit am Mainzer Keeper. Insgesamt lassen es die Hausherren mit dem komfortablen Vorsprung im Rücken allerdings etwas ruhiger angehen. „Wir haben auch einige Chancen liegen lassen, aber im richtigen Moment zugeschlagen. Emil hat mir zwei super Bälle aufgelegt. Er hat heute wieder eindrucksvoll bewiesen, wozu er im Stande ist. Dass ich mich dann revanchieren konnte, war natürlich schön. Obwohl mein Querpass zu ihm nicht optimal war“, sagt der Doppeltorschütze.
 
Stehende Ovationen der Fans, als Doppeltorschütze Werner nach 68 Minuten den Platz verlässt. Für ihn kommt das „Naturwunder“ Burke und soll für neue Impulse zu sorgen. Doch das nächste Ausrufezeichen setzen die Gäste. Nach einer Ecke köpft der Mainzer Stefan Bell zum 3:1. Da ist noch eine reichliche Viertelstunde zu spielen. Selke kommt in der Schlussphase für Poulsen. Forsberg bekommt bei seiner Auswechslung noch Sonderapplaus. Kapitän Kaiser darf die letzten fünf Minuten ran. Dann ist Schluss, das Stadion tobt.
 
Statistik:

RBL: Gulacsi, Ilsanker, Orban, Keita, Poulsen (78. Selke), Forsberg (85.), Werner (68. Burke), Halstenberg, Sabitzer, Demme, Compper
FSV: Lössl, Donati, Balogun, Cordoba, Samperio (45. Bell), Brosinski, Onisiwo, Bussmann, Gbamin (66. Ramalho), Hack, Serdar (32. Malli)
Tore: 1:0 Werner (3.), 2:0 Forsberg (21.), 3:0 Werner (45.) 3:1 Bell (74.)

Zuschauer: 42.558

Jetzt hier die Leistung der RB-Elf gegen Mainz bewerten:

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Spielberichte

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr