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RB Leipzig verliert Spitzenspiel in Nürnberg – Franken drehen Rückstand

Zweite Fußball-Bundesliga RB Leipzig verliert Spitzenspiel in Nürnberg – Franken drehen Rückstand

Im Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga hat RB Leipzig am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg den Kürzeren gezogen. Das Team von Ralf Rangnick verlor in der Frankenmetropole verdient mit 3:1 (0:0).

Die Nürnberger und Leipziger schenkten sich keinen Meter.

Quelle: dpa

Nürnberg/Leipzig. Der 1. FC Nürnberg hat den Roten Bullen beim Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga am Sonntagnachmittag klar den Schneid abgekauft. Die Gastgeber aus der Frankenmetropole betrieben gegen den Tabellenführer aus Leipzig viel Aufwand, kämpften um jeden Ball und ließen sich auch durch einen zwischenzeitlichen Rückstand durch Davie Selke nicht ihr Selbstbewusstsein nehmen. Am Ende siegte das Team von René Weiler auf eigenem Rasen mit 3:1 (0:0).

„Wir sind der absolut verdiente Sieger“, sagte Torschütze Guido Burgstaller nach dem Abpfiff. Teamkollege Niclas Füllkrug ergänzte: „Leipzig hat heute vielleicht einmal richtig aufs Tor geschossen. Wir waren stark in der Defensive.“

Trotz der Niederlage bleibt RB Leipzig noch Spitzenreiter der Liga, Nürnberg ist Dritter. Die zweitplatzierten Freiburger können mit einem Sieg am Montag aber an den Roten Bullen vorbeiziehen. Das bringt Sturmstar Davie Selke nicht aus der Ruhe: „Wir haben noch alles in der eigenen Hand. Wir haben in dieser Saison schon oft genug gezeigt, dass wir nach Niederlagen zurück kommen können“, sagte der Torschütze zum zwischenzeitlichen 0:1 beim Fernsehsender Sky.

Nürnberger bieten RB-Stars Paroli

Mit sieben Siegen aus den vergangenen neun Spielen im Rücken begannen die Gastgeber überaus rasant. Im Minutentakt musste sich RB Leipzig in der Anfangsphase den schnellen Nürnberger Angriffen erwehren. Die erste Großchance hatte Tim Leibold nach drei Minuten. Sein Kopfball nach Flanke aus dem Halbfeld ging aber einige Meter am Kasten der Rasenballsportler vorbei.

Nach knapp zehn Minuten konnten sich die im Angriff mit Yussuf Poulsen und Davie Selke agierenden Messestädter etwas befreien und selbst aktiv am Spielgeschehen teilnehmen. Ein Halstenberg-Freistoß von der rechten Strafraumseite brachte höchste Gefahr vor das Nürnberger Tor, aber Freund und Feind vorpassten. In der 14. Minute nahm sich Offensivjuwel Emil Forsberg ein Herz und versuchte es aus 20 Metern. Sein Schuss ging aber vorbei. Die Gäste aus Leipzig blieben vorerst am Drücker, suchten nach Erfolgserlebnissen. In der 27. Minute versuchte Selke einen abgeblockten Fernschuss im Fall noch ins Tor zu zirkeln, das Leder streifte knapp am Pfosten vorbei.

So hatte LVZ-Reporter Guido Schäfer das Spiel vorhergesagt

Die Leipziger Dominanz dauert allerdings nicht lang. Mitte der zweiten Hälfte übernahmen die Franken wieder das Zepter, schnürten die Gäste nun phasenweise am Strafraum ein. RB-Torwart Péter Gulácsi war mehrfach gefordert, in der 30 Minute kratzte der Ungar einen Freistoß von Sebastian Kerk gerade noch aus dem Winkel. Kurze Zeit später fand ein mustergültiger Club-Konter Hanno Behrens an der Strafraumkante, sein Abschluss ging knapp vorbei. Auf der Gegenseite nahm Poulsen in der 41. Minute Fahrt auf, sein Pass auf Sturmpartner Selke war aber zu straff, die Chance somit vertan. Es blieb beim 0:0 bis zum Pausenpfiff.

Forsberg zaubert – Selke trifft

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte: Nürnberg blieb mit großem Aufwand am Drücker. In der 47. Minute stand Niclas Füllkrug nach Konter schon frei vor dem RB-Keeper, aber der mitgelaufene Lukas Klostermann konnte den Ball noch wegispitzeln. Praktisch aus dem Nichts dann aber doch die Führung für die Roten Bullen: Forsberg überlupfte mit einem Zauberpass die komplette Nürnberger Defensive, Yussuf Poulsen schaltete am schnellsten und passte auf den zuvor noch im passivem Abseits stehenden Davie Selke. Der 21-Jährige hatte keine Probleme einzuschieben: 1:0 für RB Leipzig.

Die Gastgeber reagierten geschockt, verloren ihre bis dahin selbstsichere Linie. Klare Chancen waren nun hüben wie drüben erstmal Mangelware. Trotzdem bleiben beide Teams immer gefährlich, vor allem nach Standartsituationen und hohen Bällen. In der 60. Minute köpfte Even Hovland eine Flanke über das RB-Tor. Beide Trainer nutzten nun die Zeit für Wechsel.

Nürnberg kämpft und dreht das Spiel

Nürnberg verkraftete das Umstellen deutlich besser, die Franken drängten in der Folge wieder stärker in Richtung Gulácsi-Tor. Und sie wurden in der 70. Minute für ihr Engagement belohnt: Nach einem Eckstoß von links und anschließender Verwirrung im Fünf-Meter-Raum schaltete Innenverteidiger Ondrej Petrak fix und stocherte das Leder ins Netz zum 1:1-Ausgleich. Jubel im weiten Rund.

RB-Trainer Ralf Rangnick reagierte noch einmal, brachte den schnellen Nils Quaschner für Yussuf Poulsen. Das Tor fiel aber wieder auf der Seite der Leipziger: Nach schnellem Konter über Guido Burgstaller kam der Ball in der 75. minute zu Füllkrug, der keine Probleme hatte, RB-Keeper Gulácsi zu überwinden: 2:1 für Nürnberg, Spiel gedreht.

In der Folgezeit versuchten die Roten Bullen ihr eigenes Spiel wieder mehr zu ordnen, probierten es auch mit Fernschüssen aus der zweiten Reihe (82., Selke). Am Ende warfen die Leipziger alles nach vorn, spielten praktisch ohne Defensive. Die Nürnberger konterten und nachdem Burgstaller kurz zuvor noch eine Riesenchance vergeben hatte, sorgte der Rechtsaußen praktisch mit dem Schlusspfiff doch noch für das 3:1.

Matthias Puppe

Spielstatistik

1. FC Nürnberg – RB Leipzig:

Tore: 0:1 Selke (52.), 1:1 Petrak (70.), 2:1 Füllkrug (75.), 3:1 Burgstaller (90.+4)

Zuschauer im Grundig Stadion: 40.860

Aufstellungen:

Nürnberg: Rakovsky – Brecko, Margreitter, Hovland, Sepsi – Kerk (88. Mössmer), Petrak (80. Polak), Behrens, Leibold (63. Blum) – Füllkrug, Burgstaller

RB Leipzig: Gulácsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg – Khedira, Ilsanker (78. Bruno) - Sabitzer (62. Jung), Forsberg – Poulsen (74. Quaschner), Selke

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