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RB Leipzig verspielt Sieg auf dem Betzenberg – Orban fliegt vom Platz

Rote Bullen gegen Rote Teufel RB Leipzig verspielt Sieg auf dem Betzenberg – Orban fliegt vom Platz

Was für eine Dramatik: RB Leipzig hat sich bei der Rückkehr von Willi Orban auf den Betzenberg einen sicher geglaubten Auswärtssieg noch von der Schippe nehmen lassen. Der Ex-FCK-Verteidiger flog in der zweiten Halbzeit mit Gelb-Rot vom Platz.

Red Bull verleiht Flügel: Leipzigs Verteidiger Willi Orban kassiert für dieses Foul die gelbe Karte. In der zweiten Halbzeit fliegt er mit Gelb-Rot vom Platz.

Quelle: dpa

Kaiserslautern/Leipzig. Hitzige Partie auf dem Betzenberg: Zweitligist RB Leipzig hat beim 1. FC Kaiserslautern einen sicher geglaubten Sieg in der Schlussphase noch verspielt. Am Montagabend kam das Team von Trainer Ralf Rangnick vor 27.332 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion nur zu einem 1:1 (0:0). Emil Forsberg schoss die drückend überlegenen Roten Bullen in der 56. Minute in Führung. Joker Kacper Przybylko schaffte kurz vor Schluss den Ausgleich für die inzwischen in Überzahl spielenden Gastgeber (83.). "Wir haben über 70 Minuten dominiert und hätten uns den Sieg absolut verdient gehabt", ärgerte sich RB-Angreifer Marcel Sabitzer nach dem Spiel. "Die gelb-rote Karte war entscheidend."

Zur tragischen Figur des Abends wurde Ex-FCK-Verteidiger Willi Orban, der bei seiner Rückkehr auf den Betzenberg im RB-Trikot in der 63. Minute vom Platz flog. Der 23-Jährige war von den Fans der Roten Teufel vorm Anpfiff mit Hass und Häme empfangen worden. Neben den obligatorischen „Nein zu RB“-Plakaten hielten die Anhänger ein unwürdiges Schmäh-Transparent mit der Aufschrift „Scheiß Orban“ und einem Konterfei des Innenverteidigers mit Fadenkreuz nach oben. Bei jeder Ballberührung schallten laute Pfiffe durch das Stadion.

Willi Orban wurde an seiner alten Wirkungsstätte mit Pfiffen und wüsten Beschimpfungen empfangen. Mit Gelb-Rot musste er vom Platz. RB Leipzig kämpfte hart auf dem Betzenberg. (Bilder: dpa)

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Forsberg belohnt Leipziger Offensivsturm

Orban selbst ließ sich im strömenden Regen davon zunächst nicht beeindrucken und hätte die in der ersten Halbzeit drückend überlegenen Gäste sogar fast in Führung gebracht. Nach einer Ecke von RB-Kapitän Dominik Kaiser köpfte er den Ball aus sieben Metern mit Wucht aufs Tor, Keeper Marius Müller konnte mit einem guten Reflex parieren (13.). Für Aufsehen sorgte bei Ecken eine Raupen-Taktik von RB. Die vier Leipziger Orban, Yussuf Poulsen, Marvin Compper und Marcel Halstenberg formierten sich eng hintereinander im Strafraum und schwirrten bei der Hereingabe aus. Die FCK-Abwehr hatte damit sichtlich ihre Probleme. Die beiden besten RB-Chancen in der ersten Halbzeit vergaben Lukas Klostermann per Volleyschuss (24.) und Dominik Kaiser per Freistoß (37.) – beide gingen knapp am Tor vorbei.

In der 56. Minute wurde RB für seine Angriffsbemühungen belohnt – weil Schiedsrichter Bastian Dankert aus Rostock Vorteil nach einem Foul gab. Marcel Sabitzer reagierte blitzschnell, passte den Ball auf Halstenberg, der von links scharf auf den Schweden hereingab. Forsberg musste für sein siebtes Saisontor zum 0:1 nur den linken Fuß hinhalten und ließ die rund 300 mitgereisten RB-Fans jubeln. Die Chance auf 2:0 zu erhöhen, vergab Halstenberg sechs Minuten später. Sein um die Mauer gezirkelter Freistoß verfehlte das Tor knapp.

Willi Orban kassierte nach einem Foul in der 64. Minute die gelb-rote Karte.

Willi Orban kassierte nach einem Foul in der 64. Minute die gelb-rote Karte.

Quelle: dpa

Rangnick: Platzverweis war "Knackpunkt im Spiel"

Bei einem Foul an Jean Zimmer kurz vor der Halbzeitpause hatte sich Orban bereits die gelbe Karte abgeholt. In der 64. Minute kassierte er dann nach einer unglückliche Szene den Platzverweis. Der Rückkehrer kam bei einem ungestümen Zweikampf an der Seitenlinie eine Millisekunde zu spät. Schiedsrichter Dankert zeigte dem Abwehrspieler die gelb-rote Karte. „Diese Situation war ein Knackpunkt im Spiel“, sagte RB-Trainer Rangnick dazu bei Sky. „Das war schon starker Tobak für uns, den wir heute wegstecken mussten.“ Er kritisierte, dass zuvor eine heftige Grätsche des gelb vorbelasteten Markus Karl an Yussuf Poulsen nicht geahndet worden war. "Das war schon fast rotwürdig", schimpfte der 56-jährige RB-Coach.

Die Überzahl brachte Kaiserslautern zurück ins Spiel. Leipzig lief auf dem Zahnfleisch. In der 80. Minute wurde Alexander Ring freistehend im Strafraum bedient und schoss den Ball über das leerstehende Tor. Der kurz zuvor eingewechselte Kacper Przybylko machte es in der 83. Minute besser und erzielte nach hoher Hereingabe das 1:1. Sein Tor sorgte aber für heftige Diskussionen. Im Moment der Ballabgabe stand Przybylko wenige Zentimeter hinter der Abwehr. "Aus meiner Sicht war es Abseits", sagte Rangnick. FCK-Trainer Konrad Fünfstück sprach von einer "knappen" Entscheidung. "Leipzig hatte eine extreme Qualität, für unsere Mannschaft war es heute schwer zu verteidigen", so der 35-Jährige.

Aufstieg schon kommendes Wochenende möglich

Der gewonne Punkt verschafft den Leipzigern mit vier Punkten Vorsprung vor dem drittplatzierten 1. FC Nürnberg weiter beste Chancen im Aufstiegsrennen. Die große Party ist sogar schon am kommenden Wochenende möglich, falls RB am Freitag zu Hause gegen Arminia Bielefeld gewinnt und Nürnberg am Samstag in Braunschweig verliert. "Wir haben uns geärgert dass wir heute nicht den vorentscheidenden Dreier gemacht haben, denn der war möglich", so Rangnick.

Robert Nößler

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