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RB Leipzig zollt Ausfällen Tribut und verliert knapp beim Vizemeister

Dritte Auswärtspleite in Serie RB Leipzig zollt Ausfällen Tribut und verliert knapp beim Vizemeister

Die stark geschwächten Leipziger wehren sich beim Spitzenspiel in Dortmund mit aller Kraft, kassieren aber die dritte Saisonniederlage. Der BVB hält damit das Rennen um den direkten Champions-League-Rang zwei offen.

Die gelbe Wand stand: RB Leipzig unterlag am Sonnabend in Dortmund

Quelle: Imago

Dortmund/Leipzig. Die Fußballbundesliga ist an der Spitze an diesem Wochenende wieder ein Stück näher zusammengerückt. RB Leipzig kann im Topspiel am Samstagabend ohne vier Stammkräfte zwar mithalten, aber dem Vizemeister auch im 30. Heimspiel in Serie keine Niederlage zufügen. Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang erzielt vor 81.360 Zuschauern das einzige gültige Tor der Partie. Ein Treffer von RB in der Nachspielzeit wird nicht anerkannt.

„Es ist keine Frage, dass Dortmund den Sieg verdient hat. Unsere einzige Chance, war der Lucky Punch zum Schluss. Aber mit den Möglichkeiten, die wir heute zur Verfügung hatten, muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen“, meint Trainer Ralph Hasenhüttl.

Mit gefährlichen Kontern hat Borussia Dortmund am Sonnabend RB Leipzig geknackt. Die Fans der BVB hielten zahlreiche RB-feindliche Transparente in die Luft.

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Mit der 0:1 (0:1)-Pleite in Dortmund ist der Abstand zum Tabellendritten auf immer noch komfortable acht Punkte geschrumpft. Weil auch der Meister aus München gegen Schalke nicht über ein 1:1 hinaus kommt, verliert der Aufsteiger die Tabellenspitze bei vier Zählern Rückstand nicht aus den Augen. BVB-Coach Thomas Tuchel sagt: „Das war ein 4:0 verkleidet als 1:0. Wir haben auf hohem Niveau verteidigt und verpasst den Deckel drauf zu machen.“

Timo Werner, Marcel Sabitzer und Diego Demme sind krank, Emil Forsberg fehlt beim BVB zum letzten Mal wegen seiner Rotsperre. Das ist die Chance für drei Spieler, die in letzter Zeit fast nur die Bank drückten: Im Sturm Davie Selke, auf der Zehn Dominik Kaiser, auf der Sechs Rani Kehdira, der seinen ersten Startelfeinsatz in der Bundesliga bekommt. „Wir haben 90 Prozent unserer Torschützen nicht dabei. Das ist bei so einem Topspiel schade“, sagt Ralph Hasenhüttl vor dem Anpfiff. Der Coach ist separat mit dem Auto angereist, aber trotz Grippe dabei.

Leipzig versucht von Beginn an, den Gastgeber zu langen Bällen zu zwingen. Dortmund ist deshalb nur bei Kontern gefährlich. Richtige Chancen gibt es auf beiden Seiten keine. Dafür viele harte Zweikämpfe, wenig Spielfluss sowie ein Ringen um jeden Zentimeter auf dem Rasen.

Die Dortmunder Fans halten auf der Südtribüne teils grenzwertige Protestbanner gegen RB in den Abendhimmel. Ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert schallt bei Leipziger Ballbesitz durch das mehr als 81.000 Zuschauer fassende Stadion. Zudem blenden Laserpointer aus der gelben Wand die Spieler, unter anderem Kapitän Dominik Kaiser bei einem Freistoß. Zu den 8000 mitgereisten Leipziger Fans gesellen sich die RB-Bosse Ralf Rangnick und Oliver Mintzlaff in den Gästeblock. Ganz nach dem Motto: Unter diesen schweren Voraussetzungen halten wir zusammen.

Doch in der 35. Minute ist die sicher agierende Defensive des Aufsteigers das erste Mal überfordert von der Dortmunder Offensivqualität. Dembele vernascht auf der rechten Seite zunächst Compper, dann lässt er Orban eiskalt stehen. Seine Flanke köpft Torjäger Aubameyang frei zur Führung ein.

Die Gäste kommen trotz des Rückschlags mutig und offensiv aus der Kabine, kassieren aber fast durch einen Konter von Reus das 2:0. Auch Aubameyang kann in der 58. Minute frei vor Gulacsi bereits die Entscheidung erzwingen, ist aber nach einem langen Sprint zu ungenau im Abschluss.

Hasenhüttl bringt in den letzten 25 Minuten den einzigen Winterneuzugang Upamecano, stellt sein Team hinten auf eine Dreierkette um, will den Druck nach vorn erhöhen. Burke kommt wenig später für den engagierten aber wirkungslosen Selke. Weil die Bank bei RB unter anderem mit drei Nachwuchskräften besetzt ist, kommt Federico Palacios aus der U23 in der Schlussphase zum Einsatz.

Reus hat noch zweimal die Vorentscheidung auf dem Fuß. Aber Dortmund fehlt, wie in dieser Saison so oft, die Killermentalität. Den Leipzigern hingegen fehlen an diesem Tag die Mittel in der Offensive, um die Fahrlässigkeit des Vizemeisters zu bestrafen. Dabei wird ein Treffer in letzter Sekunde von Palacios wegen Abseits nicht anerkannt. „Es hat sich gestern um 15 Uhr entschieden, dass er im Kader ist. Es freut mich, dass man solche Spieler reinschmeißen kann. Das sind Geschichten, die der Fußball schreibt. Wir haben uns teuer verkauft und unseren Fans einen heißen Kampf gezeigt. Deshalb fällt mir verlieren heute nicht schwer“, sagt Hasenhüttl.

In den kommenden Tagen steht bei RB Leipzig nicht allein die sportliche Aufarbeitung der Niederlage im Fokus. Beim akribischen Aufsteiger wird es auch darum gehen herauszufinden, woher die Krankheitswelle kommt. Im Trainingszentrum hängen bereits Zettel aus, auf denen dazu aufgefordert wird, sich wegen der Grippe nicht die Hände zu schütteln.

Anne Grimm

Statistik:
RB : Gulacsi - Bernardo, Orban, Compper, Halstenberg - Ilsanker, Khedira (66. Upamecano) - Keita, Kaiser (79. Palacios) - Poulsen, Selke (72. Burke)
BVB : Bürki - Piszczek, Sokratis, Bartra, Schmelzer (86. Passlack) – Durm, Weigl, Guerreiro (77. Ginter) – Dembélé (61. Pulisic), Aubameyang, Reus
Tore : 1:0 Aubameyang (35.)
Zuschauer : 81.360

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