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Stefan Ilsanker verlängert für RB Leipzig den Urlaub

Turbulente Nachspielzeit Stefan Ilsanker verlängert für RB Leipzig den Urlaub

RB Leipzig überwintert an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Die roten Bullen gewannen nach einer turbulenten Nachspielzeit mit zwei Toren auch die Auswärtspartie bei der SpVgg Greuther Fürth mit 2:1 und bleiben damit auf fremden Plätzen ungeschlagen. Rund 10.000 Zuschauer sahen die Partie, 1800 Schlachtenbummler waren aus Leipzig angereist.

Mit einem Tor in der letzten Minute sichert sich RB Leipzig nicht nur den Sieg gegen Fürth sondern verteidigt auch die Tabellenspitze in der 2. Bundesliga.

Quelle: dpa

Fürth/Leipzig. Letztes Spiel vor der Winterpause: Von vorweihnachtlicher Stimmung war nichts zu erkennen. Die Leipziger traten noch einmal mit zusätzlicher Motivation bei den Franken an. Sie wollten nicht nur die Tabellenführung verteidigen, sondern auch den eigenen Urlaub verlängern. Trainer Ralf Rangnick versprach bei einem Sieg gegen die SpVgg zwei zusätzliche Tage.
 
Der Coach ließ Davie Selke zunächst auf der Bank, dafür durfte Diego Demme in der Startelf auflaufen. In der ersten Viertelstunde dominierte vor allem Emil Forsberg im Angriff. In der 10. Minute spielte er einen Pass auf Georg Teigl, dessen Flanke segelte aber über den Strafraum. Zwei Minuten später der nächste Ball von Forsberg in die Box: Marcel Sabitzer kam einen Schritt zu spät und Fürths Torhüter Sebastian Mielitz rettete im letzten Moment. Dann versuchte es Forsberg einfach einmal selbst. Er zog nach 15 Minuten aus spitzem Winkel ab, Mielitz musste die Hand hochreißen und den Ball aus dem linken Winkel holen.
 
Fürth bekam die Gäste anschließend besser in den Griff und hielt sie vom eigenen Strafraum fern. Meist musste sich die SpVgg aber mit ungewohnt vielen Fouls im Mittelfeld helfen. Rein nach der Statistik sind die Kleeblätter nämlich das zweikampfstärkste Team der Liga mit 55 Prozent gewonnener Duelle. Zu spüren bekam das häufig Atinc Nukan, der gleich mehrfach auf dem Rasen behandelt werden musste.
 
Für Leipzig wurde es immer dann gefährlich, wenn Marco Stiepermann an einer Aktion beteiligt war. Entweder setzte er seine Nebenleute in Szene oder versuchte es wie mit seinem Schuss nur wenige Sekunden vor der Pause selbst. Der 24-Jährige scheiterte aber an Fabio Coltorti, der wie ein Eishockey-Torwart auf den Knien wartend, den Abschluss aus spitzem Winkel antizipierte.

Mit einem späten Tor in der 91. Minute machte es Fürth nochmal spannend: Doch RB Leipzig legte nach und sichert sich die Tabellenführung. (Bilder: Gepa)

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Die Urlaubsverlängerung löste Yussuf Poulsen erstmals gleich zu Beginn der zweiten Hälfte aus. Ein Fürther Angriff blieb im Leipziger Mittelfeld hängen und RB demonstrierte in der 48. Minute wie perfektes Umschaltspiel funktioniert. Forsberg leitete einen Ball auf den startenden Poulsen weiter, der Däne umkurvte noch Mielitz und musste anschließend nur noch zur Führung einschieben. Eine Minute zuvor waren Forsberg, Marcel Sabitzer und Poulsen noch mit gleich drei Schüssen nacheinander an der Fürther Deckung und an Mielitz gescheitert. Trainer Rangnick sezierte das Geschehen auf dem Platz: „Wir haben das Spiel von Anfang an richtig angenommen und waren auch im Gegenpressing sehr präsent.“ Dennoch sieht er noch Luft nach oben: „Bei eigenem Ballbesitz haben wir nicht alles richtig gemacht.“ Man habe aber gesehen, dass nach Balleroberungen „schnell und mutig“ der Weg nach vorne gesucht wurde.

Greuther Fürth blieb in der Offensive wirkungslos und hatte keine Idee, wie die Leipziger Verteidigung zu überwinden ist. Kurzer Aufreger in der 82. Minute als der Ball Nukan im Strafraum an die Hand sprang. „Keine Absicht“, entschied Schiedsrichter Christian Dingert. Und auch drei Minuten später gab er nach einem Zweikampf von Nukan gegen Stiepermann nicht den von der SpVgg geforderten Strafstoß.
 
Dann die turbulente Schlussphase in der vierminütigen Nachspielzeit. Nach einer Ecke schaffte Benedikt Röcker zunächst per Kopf den Ausgleich. Zuvor war Nukan ungeahndet nach einem Duell noch im Strafraum liegen geblieben und irritierte damit auch Coltorti, der nur unentschlossen herauslief. Die Freude der Franken hielt aber nur zwei Minuten. Mit aller Entschlossenheit spitzelte Stefan Ilsanker die letzte Gelegenheit für RB Leipzig an Mielitz vorbei zum Sieg. Dominik Kaiser hatte zuvor einen Freistoß in den Strafraum geschlagen, dort verlängerte Willi Orban per Kopf. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, in letzter Sekunde den Siegtreffer zu schießen und so unsere starke Saisonleistung zu krönen“, war Ilsanker nach dem Abpfiff begeistert. „Wir wollten unbedingt gewinnen und uns weiter von den Verfolgern absetzen.“ Fürths Trainer Stefan Ruthebeck fand deutliche Worte nach dem Spiel. „Wir gehen mit einem beschissenen Gefühl in die Pause.“
 
Für RB geht es am 7. Februar weiter. Dann erwarten die Leipziger im eigenen Stadion die Eintracht aus Braunschweig.

 
Greuther Fürth: Mielitz - Caligiuri, Franke, Röcker, Gießelmann , Gjasula, Sukalo, Schröck (63. Tripic), Zulj (76. Weilandt), Stiepermann, Berisha
 
RB Leipzig: Coltorti – Teigl (86. Khedira), Orban, Nukan, Halstenberg , Demme, Ilsanker , Kaiser, Sabitzer, Forsberg (82. Jung), Poulsen (82. Selke)

Tore: 0:1 Poulsen (48.), 1:1 Röcker (90.+1), 1:2 Ilsanker (90.+3)
Zuschauer: 10.070

Matthias Roth

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