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Trotz Punktverlust: RB Leipzig weiter auf Aufstiegskurs – Nürnberg geht unter

Aufstiegsrennen Trotz Punktverlust: RB Leipzig weiter auf Aufstiegskurs – Nürnberg geht unter

Es sollte ein Fußballfest vor den eigenen Fans werden – doch die Aufstiegsparty ist für RB Leipzig am Freitagabend weiter in die Ferne gerückt. Der Bundesliga-Anwärter kam gegen Bielefeld nicht über ein 1:1 hinaus.

Geschlagen - wenn auch mit einem 1:1-Unentschieden - gehen die RB-Spieler vom Platz. Für den Freitag gegen Bielefeld hatten sie sich mehr vorgenommen.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. RB Leipzig geht zwar auf der Zielgeraden der Saison etwas die Puste aus. Dank der ebenfalls schwächelnden Verfolger aus Nürnberg, die am Samstag überraschend in Braunschweig beim 3:1 (1:0) untergingen, können die Planungen für die Aufstiegsfeier der Roten Bullen aber trotzdem langsam in die Vollen gehen. RB hat nun - bei noch zwei ausstehenden Saisonspielen - fünf Punkte Vorsprung auf die drittplatzierten Franken. Sollte das Team von Ralf Rangick das anstehenden Heimspiel gegen Karlsruhe (So, 15.30 Uhr) gewinnen, wäre die Messestadt wieder in die Fußball-Erstklassigkeit zurückgekehrt.

Zuletzt am Freitagabend gegen Arminia Bielefeld war RBL allerdings bereits das dritte Mal in Folge ohne einen Dreier geblieben. Bielefelds Brian Behrendt hatte mit seinem Ausgleichstreffer in der 60. Minute alle Fans geschockt. „Wir müssen jetzt einfach weiter Gas geben. Denn wir haben es immer noch in der eigenen Hand“, sagte Diego Demme am Freitagabend nach der Punkteteilung angefressen aber trotzdem zuversichtlich.

Tickets für das Heimspiel gegen Karlsruhe

Aufgrund des angekündigten Boykotts der KSC-Fans werden für das anstehende Heimspiel wahrscheinlich noch zusätzliche Karten zur Verfügung stehen. Wie RB-Sprecher Benjamin Ippoliti erklärte, sollen die Karten Anfang der Woche in den Verkauf zurückgegeben werden.

Trainer Ralf Rangnick suchte nach Erklärungen, für den Knick im Spiel seines Teams nach dem Ausgleich: „Ich glaube es war beides, die Müdigkeit und der Kopf.“ Der Coach monierte erneut die kurze Pause zwischen den Spielen am Montag und Freitag. Auch die unglückliche Entstehung des Gegentores führte er an: „So abgewichst ist unsere Mannschaft noch nicht, so einen Gegentreffer ohne weiteres wegzustecken.“


 
Dabei hatte Rangnick schon am Freitag alles für eine große Inszenierung vorbereitet: „Als ich heute früh unweit dieses schönen Stadions aufgestanden bin habe ich gefühlt, dass es ein besonderer Tag werden kann. Ich habe den Jungs gesagt, dass es diesmal um mehr als die drei Punkte geht. Wir sind heute alle Leipzig“, sagte der 57-Jährige vor der Partie gegen Bielefeld in einer fesselnden Ansprache an die 35.102 Zuschauer im Stadion.
 
Auch die Fans hatten sich für dieses so wichtige Duell im Aufstiegsrennen etwas ausgedacht, zeigten eine Choreographie mit einem großen Löwen und der Aufschrift: „Beißen bis zum Schluss, weckt den Löwen unserer Stadt, den jeder von euch in sich hat.“ Zudem hatte Coach Rangnick von vielen Leipziger Prominenten und Sportlern, darunter auch ehemalige RB-Spieler wie Joshua Kimmich, Daniel Frahn und Tim Sebastian Videobotschaften zusammenschneiden lassen. Die bekamen die Spieler zur Motivation in der Kabine, aber auch die Fans zu sehen.

RB Leipzig arbeitet hart im Spiel gegen Bielefeld.

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Es war also eigentlich alles angerichtet für eine besondere Partie. Leipzig startete extrem tempo- aber auch risikoreich. Bielefeld, das in dieser Saison erst dreimal in der Fremde als Verlierer vom Platz gegangen war, konzentrierte sich aufs Kontern. Die Nadelstiche der Gäste zeigten zu Beginn Wirkung.
 
Rangnick musste auf zwei Positionen umstellen: Für den gelb-rot-gesperrten Willi Orban begann Atinc Nukan in der Innenverteidigung, Rani Khedira lief als Ersatz für den gelbgesperrten Stefan Ilsanker auf. Orban, der am Montag bei seinem ehemaligen Club FCK nicht nur den Platzverweis sondern auch mächtig viel Häme und Plakate mit Aufschriften unter der Gürtellinie wegstecken musste, wurde von der Fankurve mit extra Gesängen und einer eigenen Choreo bedacht.
 
Trotz einer gut gestaffelten Arminia-Abwehr schaffte es RB, sich immer wieder durchzukombinieren. Zum Torglück fehlte jedoch der letzte Pass. Dafür war Marcel Sabitzer hellwach, als sich Felix Burmeister in der 30. Minute einen Patzer leistete. Der österreichische Nationalspieler luchste dem Bielefelder Verteidiger nach einer vertendelten Ballmitnahme die Kugel ab, umkurvte Keeper Wolfgang Hesl und schob zum umjubelten 1:0 ein. Die Führung war wie so oft der „Dosenöffner“: Bis zur Pause kamen Poulsen und Forsberg noch zu hochkarätigen Möglichkeiten.

Der Aufstieg könnte schon dieses Wochenende gelingen, wenn RB Leipzig am Freitagabend (29.4.) gegen Arminia Bielefeld gewinnt und der 1. FC Nürnberg am Samstag gegen Eintracht Braunschweig verliert. Was sagen die Leipziger zum Spiel? Umfrage: Tatjana Kulpa / Foto: Dirk Knofe

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Ausgerechnet nach einer Ecke kassierte RB im zweiten Durchgang etwas überraschend den Ausgleich. In der 60. Minute behinderte der hoch gewachsene Nukan Keeper Gulacsi beim Fangen des Balls. Die Kugel landete nach mehreren Abwehrversuchen bei Bielefelds Brian Behrendt, der aus etwa 20 Metern abzog und ins linke, untere Eck traf. „Wir haben alles im Griff, lassen nichts zu und dann kassieren wir so ein Dreckstor“, ärgerte sich Poulsen.
 
Mit zunehmender Spieldauer merkte man dem Gastgeber förmlich die Angst vor weiteren Fehlern an. Viele Ungenauigkeiten und Unsicherheiten prägten nun die Partie. Rangnick setzte ab der 76. Minute auf volle Offensivkraft, brachte Davie Selke, der im Hinspiel das 1:0 erzielte, für Khedira. Später noch Massimo Bruno und Nils Quaschner. Bis auf einen Pfostentreffer von Quaschner in der Nachspielzeit brachte Leipzig aber nicht mehr viel zustande.
 
Während die Rasenballer noch warten müssen, steht der erste neue Bundesligist schon fest. Dem SC Freiburg gelang mit einem Sieg gegen Paderborn am Freitagabend der direkte Wiederaufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. „Glückwunsch“, sagte Rangnick auf der Pressekonferenz und erklärte: „Ich habe der Mannschaft in der Kabine direkt nach dem Spiel gesagt, dass es nur noch eine andere Mannschaft gibt, die es aus eigener Kraft schaffen kann. Nämlich wir.“

Anne Grimm / mpu

Statistik:

RB: Gulácsi – Klostermann, Nukan, Compper, Halstenberg – Khedira (76. Selke), Demme – Kaiser (C), Forsberg (80. Bruno) – Sabitzer – Poulsen (86. Quaschner)

Bielefeld: Hesl – Görlitz, Burmeister, Börner, Schuppan (C) – Behrendt, Salger – Hemlein (87. Junglas), Ulm (72. Ruy), Nöthe – Voglsammer (46. Klos)

Tore: 1:0 Sabitzer (30.), 1:1 Behrendt (60.)

Zuschauer: 35.102
 

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