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Degenkolb gibt Comeback am 1. Mai

Radsport Degenkolb gibt Comeback am 1. Mai

Vor der eigenen Haustür kehrt John Degenkolb nach über drei Monaten ins Renngeschehen zurück. An einen Sieg denkt der gebürtige Thüringer noch nicht. Nach dem Horror-Unfall im Winter-Trainingslager will er erst einmal wieder an die Rennbedingungen auf dem Rad gewöhnen.

Frankfurt. 99 Tage nach seinem Horror-Unfall kehrt Klassikerspezialist John Degenkolb ins Renngeschehen zurück. Der 27 Jahre alte Radprofi wird am 1. Mai beim Heimrennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" wieder an den Start gehen.

"Ich habe die letzten Wochen gut trainiert und fühle mich bereit, die Herausforderung durch den Taunus zu bestehen", sagte Degenkolb.

Beim Rennen vor der eigenen Haustür wollte Degenkolb unbedingt teilnehmen, auch wenn er den deutschen Radklassiker am Sonntag ohne große Erwartungen in Angriff nimmt. "Ich muss erstmal wieder ein Gefühl für Rennen bekommen und freue mich, dass ich ins Renngeschehen eingreifen kann", betonte Degenkolb, der 2011 in Frankfurt triumphiert hatte und unter normalen Bedingungen ein Siegkandidat gewesen wäre.

Doch der 23. Januar hat beim Kapitän des deutschen Giant-Alpecin-Teams einiges verändert. Während des Wintertrainingslagers im spanischen Calpe hatte eine betagte Britin mit ihrem Van die Trainingsgruppe um Degenkolb regelrecht umgefahren, als sie auf der falschen Fahrbahnseite unterwegs gewesen war. Sechs Fahrer wurden verletzt, einige von ihnen schwer.

Degenkolb hatte dabei fast die Kuppe seines linken Zeigefingers verloren, sich den Unterarm gebrochen und mehrere Schnittwunden erlitten. Er musste sich in Valencia und Hamburg insgesamt fünf Operationen unterziehen. Um den Finger wieder zu stabilisieren, war ihm Knochensubstanz aus der Hüfte entnommen worden. Der ebenfalls schwer verletzte Neo-Profi Max Walscheid hatte einen Schienbeinbruch erlitten und muss noch ein wenig auf sein Comeback warten.

Durch den schlimmen Unfall waren die Frühjahrsklassiker für den in Oberursel lebenden Degenkolb gelaufen. Seine grandiosen Vorjahressiege bei den Radsport-Monumenten Mailand-San Remo und Paris-Roubaix konnte er nicht wiederholen. Stattdessen war Geduld gefragt, auch psychisch musste Degenkolb den Unfall erst einmal verarbeiten.

Für die Organisatoren ist das Degenkolb-Comeback "die beste Nachricht", wie Veranstalter Bernd Moos-Achenbach betonte: "Auch wenn Eschborn-Frankfurt nur ein Aufbaurennen für ihn ist, werden ihn unsere Radsportfans anfeuern und buchstäblich ins Ziel tragen." Zumal das Rennen im vergangenen Jahr noch ausfallen musste, nachdem es Terror-Drohungen gegeben hatte.

Für das Rennen am Sonntag soll der Niederländer Ramon Sinkeldam die Kapitänsrolle übernehmen, sollte es zu einer Sprintentscheidung kommen. "John soll das Rennen ohne Druck fahren", betonte Trainer Mattias Reck. Bei der Tour de France will dann auch Degenkolb wieder um Siege mitsprinten.

dpa

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