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Froome als Punktsieger in die Pyrenäen

Radsport Froome als Punktsieger in die Pyrenäen

Christopher Froome ist der Gewinner der ersten Tourwoche. Von den "Großen Vier", die den Kampf um das Gelbe Trikot 2015 bestimmen, hat der Brite die beste Ausgangslage, wenn es ab Dienstag in die Pyrenäen geht.

Plumelec. Der Sky-Kapitän, eigentlich nur Haut und Knochen, aber ein Kraftwerk mit enormen Kapazitäten, umschiffte bisher am sichersten die tückischsten Klippen der 102. Tour de France. Bisher verdiente er sich fast die Note eins.

Froome meisterte bei einer steifen Nordseebrise die Windkanten-Etappe nach Zeeland mit Bravour, genau wie die Kopfsteinpflaster-Passage nach Cambrai. Auf den bisher härtesten Steigungen an der Mauer von Huy in Belgien und an der Mur-de-Bretagne war er stets auf der Höhe des Geschehens. "Es ging nicht darum, Dominanz zu zeigen. Vielmehr war es wichtig, die Rivalen im Blick zu haben und dass mir keiner wegfährt. Das Gelbe Trikot ist ein Privileg", sagte der in Kenia geborene Brite.

Der Sieger von 2013 hat offensichtlich aus seiner Katastrophen-Tour 2014 gelernt. Mehrere Stürze hatten ihn vor zwölf Monaten schon auf der fünften Etappe aus der Frankreich-Rundfahrt katapultiert und ihm fast den Ruf des Bruchpiloten eingebracht. "Nach allem, was im vergangenen Jahr passiert ist, bin ich mit der Einstellung zur Tour gekommen, an der Spitze des Rennens zu fahren und mich aus allem Trouble herauszuhalten", sagte Froome, der neuerdings im Gerangel im Feld auch die Ellenbogen ausfahren kann, wenn es nötig ist.

Um klare Worte ist er ohnehin nicht verlegen. Nach dem Sturz von Tony Martin, der das Tour-Ende für den Wahlschweizer und den schmerzlichen Verlust des Gelben Trikots bedeutet hatte, fuhr er schnurstracks nach dem Zieleinlauf in Le Havre zum Teambus Vincenzo Nibalis. Der Vorjahressieger aus Italien, der neben Alberto Contador und Nairo Quintana zum Kreis der großen Herausforderer des Briten zählt, hatte Froome fälschlicherweise Schuld an dem Crash gegeben.

Neben Martin war auch Nibali zu Fall gekommen, der danach wutentbrannt eine Trinkflasche Richtung Froome geworfen haben soll. Froome, der aus Respekt vor Martin am Folgetag auf Gelb verzichtet hatte, klärte die Sache. "Wir haben uns ausgesprochen - alles erledigt", ließ Nibali wissen. Das Gespräch soll auf Italienisch geführt worden sein.

Vieles deutet bereits nach ersten Tourwoche auf einen neuerlichen Froome-Triumph hin, zumal sein Sky-Team bisher einen kompakten Eindruck hinterließ. "Wir haben diese Mentalität, vorne zu fahren", merkte Froome an.

Seine drei Hauptrivalen hat der nicht einmal 70 Kilogramm schwere und 1,86 Meter große Kletter- und Zeitfahr-Spezialist bereits einer kritischen Betrachtung unterzogen. Vom spanischen Giro-Gewinner Contador, der als erster Radprofi nach Marco Pantani 1998 das Double anstrebt, hält er wohl am meisten: "Man darf ihn erst abschreiben, wenn das Rennen zu Ende ist. Die große Frage wird sein, wie frisch er nach dem schweren Giro ist - da wird wahrscheinlich die letzte Woche sehr interessant."

Den Sizilianer Nibali und dessen Clan scheint Froome nicht zu fürchten. "Es war kein guter Start für Vincenzo. Es hat mich überrascht, dass er Zeit verloren hat - wir werden sehen, wie er die längeren Steigungen fährt." Auch Quintana sieht er schon im Hintertreffen. "Ich erwarte ihn in den Bergen sehr stark, aber er hat schon substanziell viel Zeit verloren", sagte der Sky-Kapitän, der seine Rivalen "respektiert, aber vor keinem Angst hat".

dpa

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