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Froome gegen Aru - Favoriten-Duell mit fiesen Tricks

Radsport Froome gegen Aru - Favoriten-Duell mit fiesen Tricks

Die Tour ist in diesem Jahr umkämpft wie selten. Im Eifer des Gefechts versuchen es manche Kandidaten auch mit unlauteren Mitteln. Kritik kam dafür zunächst nicht vom leidtragenden Spitzenreiter Froome, sondern von anderen Fahrern.

Chris Froome (l) hatte die Konkurrenz immer unter Kontrolle.

Quelle: Christophe Ena

Périgueux. Chris Froome stürmte nach der Zieldurchfahrt zum Astana-Teamwagen, protestierte und wurde fast handgreiflich. Das war 2015 in La Toussuire, wo Vincenzo Nibali einen anrüchigen Etappensieg gefeiert hatte.

Im vergleichbaren Fall des heutigen Astana-Kapitäns Fabio Aru reagierte der schmächtige Mann im Gelben Trikot der Tour de France am Sonntag in Chambéry ganz diplomatisch. Nein - von einer Aru-Attacke, genau in dem Moment, als er wegen eines Defektes beim Anstieg zum Mont du Chat ein Ersatzrad verlangte - habe der Brite "nichts bemerkt". Froome bedankte sich artig beim später böse gestürzten Richie Porte, dass der Australier das Tempo gedrosselt hatte, um den Träger des Gelben Trikots wieder aufschließen zu lassen.

Aru tat unschuldig und wies böse Absichten von sich. Unnötige Konfrontationen der beiden heißesten Kandidaten um den Toursieg 2017 sind nicht erwünscht. Gegebenenfalls wird Froome auf diesen Vorfall mit dem Alexander-Winokurow-Schützling Aru aber noch einmal zurückkommen. Am Ruhetag verwies er zumindest auf den Ehrenkodex: Kein Angriff auf den Spitzenreiter bei technischen Problemen.

Simon Yates als unmittelbarer Beobachter fand dagegen sofort klare Worte: "Das war ein schmutziger Angriff". Tony Martin wollte speziell zu dieser Szene nichts sagen, wurde aber grundsätzlich: "Ich würde das Gelbe Trikot bei einem Schaden nicht angreifen, egal was aus meinem Teamfahrzeug für Ansagen kämen."

Der Kampf um den Toursieg wird in diesem Jahr mehr denn je mit Haken und Ösen - Grenzüberschreitungen inklusive - geführt. Der Sarde Aru, der wegen einer Knieverletzung den in seiner Heimat gestarteten Giro verpasst hatte, überrascht in Frankreich. Auf der Planche des Belles Filles ließ er als Etappensieger den dreimaligen Tour-Triumphator Froome stehen. Im Gesamtklassement trennen den Vueltasieger von 2015 am ersten Tour-Ruhetag nur 18 Sekunden vom Spitzenreiter aus dem Sky-Team.

"Fabio erinnert mich an Marco Pantani, er kann die Tour gewinnen", sagte sein Sportlicher Leiter Giuseppe Martinelli, der Pantani 1998 und Nibali 2014 zum Gesamtsieg auf die Pariser Champs Elysées geführt hatte.

Die 104. Tour de France könnte aber auch noch zu einem Dreikampf um die Spitze werden. Hinter Aru, der mit seinem Edelhelfer Jakob Fuglsang noch einen ganz starken Trumpf in der Hinterhand hat und Froome, der am Sonntag seinen wichtigsten Helfer Geraint Thomas durch einen Unfall verlor, lauert Romain Bardet. Der Vorjahres-Zweite aus Frankreich hat 51 Sekunden Rückstand auf das Gelbe Trikot.

Der starke Kletterer spekuliert auf die kommenden Pyrenäen-Etappen und die Rückkehr der Tour in die Alpen in der letzten Woche. Sein Credo nach der Horror-Etappe von Chambéry, auf der Thomas, Porte, Rafal Majka und andere im Krankenhaus landeten: "Bei der Tour stehst du vor der Frage: Großes Risiko eingehen oder die Chance sausen lassen."

dpa

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