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Italiener Aru gewinnt Vuelta - Degenkolb siegt im Finale

Radsport Italiener Aru gewinnt Vuelta - Degenkolb siegt im Finale

Ein unerwartet starkes Zeitfahren und ein beeindruckender Endspurt sorgen dafür, dass Radprofi Fabio Aru den Konkurrenten Tom Dumoulin bei der Vuelta noch abfing. 2016 könnte der Italiener sein Tour-Debüt erleben. Die letzte Vuelta-Etappe gewinnt ein Deutscher.

Madrid. Die 70. Vuelta begann für das Astana-Team mit einem Betrugsversuch und endete mit dem ersten großen Rundfahrtsieg des italienischen Radprofis Fabio Aru.

Mit einem fulminanten Endspurt auf der vorletzten Vuelta-Etappe fuhr der 25 Jahre alte Sarde den Niederländer Tom Dumoulin noch aus dem Roten Trikot.

Ein erfolgreiches Ende nahm die 70. Spanien-Rundfahrt auch für John Degenkolb, der im Finale doch noch eine Etappe gewann. Der Wahlfrankfurter verwies im Ziel der 21. Etappe nach 97,8 Kilometern den Niederländer Danny van Poppel im Schlussspurt in Madrid auf den zweiten Platz. Mit dem insgesamt zehnten Vuelta-Etappensieg seiner Karriere empfahl sich Degenkolb für die Straßen-WM in 14 Tagen im amerikanischen Richmond.  

Nach Rang zwei beim diesjährigen Giro d'Italia hinter einem überragenden Alberto Contador (Aru: "mein Idol") stand Aru erstmals bei einer großen Rundfahrt ganz oben. "Diesen Erfolg verdanke ich meinen Team-Kollegen. Sie waren phänomenal. Zu Beginn hatten wir hier große Schwierigkeiten, aber wir haben hart gearbeitet und sind als Einheit aufgetreten", sagte Aru, nachdem er am Samstag noch die große Wende geschafft hatte und Dumoulin sogar noch ganz vom Podium stieß.

Arus umstrittenes Astana-Team hatte vor drei Wochen einen glatten Fehlstart hingelegt. Der ursprüngliche Kapitän Vincenzo Nibali musste frühzeitig die Heimreise antreten, nachdem ihn die Jury disqualifiziert hatte. Der Tour-de-France-Sieger von 2014 hatte sich bei einem Aufstieg am Mannschafts-Wagen festgehalten - und musste die Koffer packen. Auf der 19. Etappe soll auch Aru kurz unerlaubten Anschub erhalten haben - eine Sanktion fand allerdings nicht statt. 

In der Hierarchie des Teams, das nach zahlreichen Dopingvergehen und Ungereimtheiten 2014 erst im zweiten Anlauf - höchst umstritten - die WorldTour-Lizenz erhalten hatte, war der Weg frei für Aru. Der schmale Kletterspezialist fand aber zunächst kein Rezept gegen den starken Zeitfahrer und Degenkolb-Teamkollegen Dumoulin.

Der Niederländer hielt fast mühelos mit den Hochgebirgs-Spezialisten mit. Am vorletzten Tag war es mit der Dumoulin-Herrlichkeit aber vorbei und Arus große Stunde schlug. Mit Hilfe seiner Teamkollegen konnte er sich an der vorletzten von vier Steigungen in der Sierra von Madrid entscheidend absetzen und seinem Triumph entgegenfahren. Der Spanier Ruben Plaza hatte sich den Tagessieg als Solist gesichert.

Im Mai war Aru, wie Nibali und einst Marco Pantani von Giuseppe Martinelli betreut, in seinem Heimatland beim Giro noch knapp gescheitert. Jetzt bescherte er seinem Team mit dem aktenkundigen Ex-Telekom-Profi Alexander Winokurow auf der Kommandobrücke den wertvollsten Saisonerfolg.

Martinelli war begeistert. "Fabio ist ein harter Hund. Er hat in dieser dritten Woche versucht, jede Möglichkeit zu einem Angriff auszunutzen. Wichtig war, dass er sich im Zeitfahren enorm verbessert hat. Ob er im nächsten Jahr die Tour fahren wird? Das muss Winokurow entscheiden", sagte sein Mentor der Deutschen Presse-Agentur.

Aru war von den großen Klassementsfahrern mit zwei Podiumsplätzen bei den drei großen Länder-Rundfahrten dieses Jahr der erfolgreichste. Der Brite Chris Froome gewann zwar zum zweiten Mal die Tour de France, musste beim Versuch des Doubles Tour/Vuelta die Spanien-Rundfahrt aber verletzt mit einem Fußbruch verlassen. Contador gewann den Giro, wurde bei der Tour Fünfter - und fehlte bei der Vuelta.

dpa

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