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Kittel trennt sich vom Team Giant-Alpecin

Radsport Kittel trennt sich vom Team Giant-Alpecin

Topsprinter Marcel Kittel verlässt das deutsche WorldTour-Team Giant-Alpecin. Ausschlaggebend war wohl die Verärgerung über die Nicht-Nominierung zur diesjährigen Tour. Ob Kittel an die Seite von Tony Martin zu Etixx wechselt, wurde noch nicht bestätigt.

Berlin. Der deutsche Top-Sprinter Marcel Kittel und das Giant-Alpecin-Team gehen in Zukunft getrennte Wege. Der 27 Jahre alte Thüringer einigte sich mit seiner Teamführung auf die Auflösung des eigentlich bis 2016 laufenden Vertrages.

Das bestätigten Alpecin-Firmensprecher Marcel Klöpping und Teamchef Iwan Spekenbrink. Das Verhältnis zwischen beiden Parteien war offenkundig nach der Nicht-Nominierung Kittels zur Tour de France im Juli zerrüttet. Spekenbrink hatte allerdings eine andere Lesart des Wechsels. "Marcel wollte nach der verpatzten Saison einen Neustart. Dem haben wir zugestimmt und entließen ihn aus dem Vertrag - das war auch eine Art Dankeschön an ihn. Erst danach hat er sich ein neues Team gesucht", erklärte der Gaint-Alpecin-Teamchef. Deshalb seien auch keine Ablöse-Zahlungen fällig.

Kittel sah sich bei der Neuorientierung der Mannschaft offensichtlich ein wenig als Außenseiter. Das mit deutscher Lizenz fahrende Giant-Alpecin-Team will sich in Zukunft mit dem Niederländer Tom Dumoulin bei großen Rundfahrten auch auf das Gesamtklassement konzentrieren. Dazu soll John Degenkolb im Frühjahr Eintages-Klassiker gewinnen und bei der Tour auf die Jagd nach Etappensiegen gehen.

Wohin Kittel wechselt, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich ist aber ein Transfer zum belgischen Team Etixx-Quick Step, in dem auch Tony Martin fährt. Das Geld für Kittel, der 2013 und 2014 jeweils vier Tour-Etappen gewann, läge bei Etixx sicher bereit, nachdem der britische Ex-Weltmeister und Großverdiener Mark Cavendish das Team verlassen hat.

Mitte Februar hatte sich Kittel eine langwierige Viruserkrankung zugezogen, der seine komplette Saison zum Opfer fiel. Zur Tour war er außer Form, wie seine Teamleitung befand, die ihn nicht mit zum Saisonhöhepunkt in die Niederlande und Frankreich mitnahm. Die Tour-Ausbootung hatte der Thüringer als "die mit Abstand schwierigste Phase meiner Karriere" bezeichnet.

Der Blondschopf verzeichnete 2015 nur einen vom Weltverband UCI gelisteten Sieg. Kittel gewann eine Etappe der Polen-Rundfahrt.

"Nach einem letzten Rückschlag, als ich erneut Rennen vorzeitig beenden musste, ist mir bewusstgeworden, dass ich nach diesem schwierigen Jahr einen Neuanfang brauche. Als ich dem Team meinen Wunsch mitteilte, wusste ich, dass es ungewöhnlich ist, seinen Vertrag vorzeitig aufzulösen", zitierte das Team Kittel, der seinem Arbeitgeber für das Entgegenkommen dankte. "Ich erwarte, dass ich ein passendes Team finde", erklärte er weiter.

dpa

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