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Meister Buchmann startet durch

Radsport Meister Buchmann startet durch

Erstes Profijahr, erster deutscher Meistertitel und erster internationaler Coup bei seiner Tour-Premiere: Der erst 22 Jahre alte Emanuel Buchmann ist der Senkrechtstarter im Radsport und könnte sogar zum großen deutschen Rundfahrer aufsteigen.

Pau. Bei der 102. Tour de France fuhr der viertjüngste Fahrer im Peloton auf einen überraschenden dritten Platz auf der schweren Pyrenäen-Etappe nach Cauterets.

Dabei stand Anfang Juni sein Tour-Start noch in den Sternen. Was folgte, waren völlig verrückte Wochen des Ravensburgers: Bei der Dauphine-Rundfahrt lieferte er überzeugende Leistungen, und bei den nationalen Titelkämpfen stahl er mit einer bravourösen Vorstellung den Stars John Degenkolb und André Greipel mit dem Titelgewinn die Show. "Ich bin sehr gespannt, was er in den Bergen zeigt, er ist richtig stark", lobte Degenkolb den Youngster, der erst seit Anfang des Jahres in den Profibereich zu Bora-Argon wechselte.

Bei der Tour war er eigentlich als Helfer von Dominik Nerz vorgesehen. Den Kapitän brachte er am Dienstag auf der ersten Pyrenäen-Etappe mit einem platten Reifen auch noch ins Ziel. "Ich hatte gute Beine, aber meine Aufgabe war ja, beim Dominik zu bleiben", sagt der Debütant, der bei der Frankreich-Rundfahrt auch die steilen Rampen des Grenzgebirges zu Spanien kennenlernt. Ohne Reifenpanne und Stallorder hätte er sich bei seiner Pyrenäen-Premiere auf dem Col de La Pierre-Saint-Martin auf Augenhöhe mit Vorjahressieger Vincenzo Nibali bewegt.

Nach dem Ausstieg von Nerz wegen Magenproblemen war am Mittwoch der Weg frei zum ersten Buchmann-Angriff. 108 Kilometer vor dem Ziel riss er mit sieben weiteren Fahrern aus, überquerte als Dritter den Tourmalet und beendete auf diesem Platz auch die Etappe. Den anerkennenden Worten seines Teammanagers Ralph Denk ("Ein großes Talent, ich traue ihm hier noch einiges zu") am Dienstag ließ der Youngster am Tag danach sofort Taten folgen.

Bei Interviews blickt der schmale junge Mann aus Ravensburg aus dem Zweitliga-Team Bora-Argon 18 noch manchmal etwas verlegen zu Boden oder kneift sich am Unterarm. Am Vorabend der ersten schweren Pyrenäen-Etappe freute er sich über die gerade im Teamquartier eingetroffene Rennmaschine in schwarz-rot-goldener Sonderlackierung fast wie ein kleiner Junge. Am Tag darauf legte er zumindest auf dem Rad auf dem Weg nach Cauterets seine Zurückhaltung ab.

dpa

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