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Oldie Valverde denkt nicht ans Aufhören

Radsport Oldie Valverde denkt nicht ans Aufhören

Mit fast 37 Jahren ist Alejandro Valverde stärker denn je. Bereits elf Saisonsiege hat der Spanier eingefahren. Am Sonntag triumphierte er zum vierten Mal beim schweren Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. Ans Aufhören denkt der Movistar-Kapitän nicht.

Alejandro Valverde ist in Top-Form.

Quelle: Geert Vanden Wijngaert

Lüttich. Der Tod seines Freundes Michele Scarponi hat Alejandro Valverde sichtlich getroffen. Doch auch nach dieser schockierenden Nachricht wollte der Spanier keinen Gedanken an ein baldiges Karriereende verschwenden.

"Es lauern immer Gefahren. Ich bin mir aber sicher, dass Michele uns von oben sagt, wir sollen weiter Radrennen fahren", sagte Valverde nach seinem vierten Triumph beim Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich und widmete den Sieg dem bei einem Trainingsunfall gestorbenen Scarponi.

Valverde, der am Dienstag seinen 37. Geburtstag feiert, wird weiterfahren. Mindestens zwei Jahre noch, solange läuft sein Vertrag beim spanischen Movistar-Team. Und aus sportlicher Sicht gibt es auch überhaupt keinen Grund aufzuhören. Mit elf Saisonsiegen ist der Mann aus der Region Murcia der erfolgreichste Radprofi in 2017. Erst am Mittwoch hatte Valverde den schweren Halbklassiker Flèche Wallonne gewonnen. Dazu feierte er Rundfahrtsiege bei der Ruta del Sol, der Katalonien-Rundfahrt und der Baskenland-Rundfahrt.

"Eigentlich könnte ich jetzt Urlaub machen und zufrieden sein. Elf Siege und ich weiß nicht, welcher mir besser gefallen hat", sagte Valverde, der nun eine Rennpause einlegen und mit den Vorbereitungen auf die Tour de France beginnen wird. Erst beim Criterium du Dauphiné wird Valverde kurz vor der Tour wieder starten, bei der Frankreich-Rundfahrt soll er dann als Edelhelfer dem Kolumbianer Nairo Quintana zum ersten Gesamtsieg verhelfen. Bei der Vuelta im Spätsommer wird Valverde dann wieder auf eigene Rechnung fahren.

So wie in den letzten Wochen, als sich der Routinier stärker denn je präsentiert hat. In Lüttich fing er seinen Ardennen-Widersacher Dan Martin kurz vorm Ziel noch ab. Auch beim Flèche hatte er den Iren hinter sich gelassen, so dass dieser fast schon entnervt war: "Ich muss wohl auf das Karriereende von Alejandro Valverde warten." Der Spanier nahm indes schon den Lüttich-Rekord von Eddy Merckx mit fünf Siegen ins Visier. "Es fühlt sich immer noch wie ein Traum an, aber ich bin näher dran als alle anderen."

Ein Rekord, der ohne seine zweijährige Dopingsperre womöglich längst gefallen wäre. Wie Jan Ullrich, Ivan Basso und auch Scarponi wurde einst sein Name der Kundenliste von Dopingarzt Eufemiano Fuentes zugeordnet. "Ich wurde niemals positiv getestet und habe immer gesagt, dass ich unschuldig bin", betonte Valverde und fügte rückblickend hinzu: "Es war eine schlimme Zeit, aber es hat mich stärker gemacht."

Für seinen Teamchef Eusebio Unzué ist Valverde ein "begnadeter Rennfahrer", der seinen Beruf "mit Leidenschaft" ausübt. "Es liegt in seinen Genen. Er hat diese Gabe mitbekommen, die nur wenige haben. Die Anzahl seiner Siege ist bereits unglaublich. Aber wenn man sieht, wie oft er auch noch Zweiter oder Dritter wurde, wird das Phänomen noch deutlicher", schwärmte Unzué. So brachte es Valverde neben seinen 108 Profisiegen unter anderem auf sechs WM-Medaillen, auch wenn es nie zum Regenbogentrikot langte.

An seiner Beliebtheit in der Heimat ändert dies nichts. Bodenständig ist Valverde geblieben. Las Lumbreras im Südosten Spaniens ist er bis heute treu geblieben, während andere Rennfahrer längst aus Steuergründen nach Monaco, Andorra oder in die Schweiz übersiedelten.

dpa

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