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Welte/Vogel jubeln bei Bahnrad-WM - Männer hadern

Radsport Welte/Vogel jubeln bei Bahnrad-WM - Männer hadern

Für die deutschen Teamsprint-Olympiasiegerinnen war Bronze ein Riesenschub auf dem Weg nach Rio, für die männlichen Kollegen dagegen eine ziemliche Enttäuschung. Bis zu den Sommerspielen bleibt noch viel Arbeit.

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Miriam Welte (l) und Kristina Vogel holten sich WM-Bronze im Teamsprint.

Quelle: Will Oliver

London. Kristina Vogel und Miriam Welte hüpften ausgelassen wie einst im Sommer 2012 durch den Innenraum des Londoner Velodroms. "Diese Bronzemedaille glänzt ein bisschen golden", sagte Vogel freudestrahlend nach Platz drei im Teamsprint bei den Bahnrad- Weltmeisterschaften.

Partnerin Welte fiel "ein Riesenstein vom Herzen", nachdem an ihrer Olympia-Tauglichkeit bereits gezweifelt worden war. "Ich stand extrem unter Druck. Ich musste und ich wollte. Jetzt werde ich richtig kämpfen, dass wir in Rio auch auf dem Podest stehen", betonte die Pfälzerin.

Am Ort ihres Olympia-Triumphs war Bronze ein Riesenschub Richtung Brasilien. Ganz anders fiel das Stimmungsbarometer bei den männlichen Kollegen aus, die ebenfalls Platz drei im Teamsprint belegten. "Es macht sich Ernüchterung breit", räumte Anfahrer Rene Enders ein, nachdem das Team in dieser Besetzung bei den Weltcups noch die Konkurrenz beherrscht hatte. Für Schlussfahrer Joachim Eilers war es eine "wenig geglückte Generalprobe". Insbesondere Max Niederlag war am Boden zerstört: "Ich bin auf jeden Fall nicht glücklich. Meine Einzelleistung war schlecht."

Bundestrainer Detlef Uibel war in der Teambox sichtlich damit beschäftigt, Niederlag wieder aufzubauen. "Er hatte Probleme, die er die ganze Saison nicht gezeigt hat", sagte Uibel. Gerade Niederlags Position auf der Zwei ist nicht unumstritten, da auch der Keirin-Olympia-Zweite Maximilian Levy ein Kandidat wäre. Der Cottbuser dürfte - wenn überhaupt - aber nur bei überragenden Leistungen in den WM-Einzelstarts noch ein Thema werden.

Dass Uibel die bewährte Formation vor den Sommerspielen ändert, ist aber eher unwahrscheinlich und vielleicht auch das größere Risiko. "Es gibt nur wenig Alternativen, die auf der Zwei ohne Probleme Enders hinterherfahren können", betonte der Chefcoach und hielt seinen Fahrern zugute, dass sie sich nach der schwachen Qualifikation im kleinen Finale gegen Frankreich immerhin gesteigert haben. "Wir haben deutlich gesehen, wo noch ein paar Reserven sind. Das große Finale ist in Rio durchaus möglich." In London hatten Weltmeister Neuseeland und die vom deutschen Ex-Champion René Wolf trainierten Niederländer den Titel unter sich ausgemacht.

Eine Hintertür wie noch vor London 2012 gibt es indes nicht mehr. Damals hatte der BDR Sprinter Robert Förstemann als Mountainbiker mitgenommen. Ein Trick, der sich auszahlte. Nach der Verletzung von Stefan Nimke unmittelbar vor dem Rennen sprang Förstemann ein - und die Teamsprinter holten Bronze. Ein vierter Sprinter könnte diesmal nur in den Flieger nach Rio steigen, wenn etwa in den Ausdauerdisziplinen ein Fahrer daheim bleibt. Eine Variante, die Konfliktpotenzial hätte.

Keine Diskussionen gibt es über die deutschen Teamsprinterinnen, nachdem Welte der Befreiungsschlag glückte. Die 29-Jährige war in der Wintersaison zunächst ausgefallen, nachdem sie sich bei der Teezubereitung kochendes Wasser über den Fuß gegossen und Verbrennungen zweiten Grades erlitten hatte. Auch danach fuhr sie nur hinterher. "Miriam hat eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber der kompletten Saison gezeigt", lobte Uibel. Trotzdem sei sie noch von ihren persönlichen Bestzeiten ein Stück weg. Deshalb müsse sie für den Gold-Traum noch aufholen, wenn Weltmeister Russland und die im Finale disqualifizierten Chinesinnen noch eingeholt werden sollen.

dpa

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