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1000 Spieler zocken in Leipzig um deutsche Poker-Krone

Hotel Westin 1000 Spieler zocken in Leipzig um deutsche Poker-Krone

Full House, Royal Flush, Four of a Kind: Bei der Deutschen Poker-Meisterschaft in Leipzig zeigt sich seit Montag die ganze Bandbreite der Emotionen. Rund 1000 Teilnehmer spielen im Hotel Westin um die Zocker-Krone.

Rund 1000 Spieler kämpfen seit Montag um die Deutsche Bracelet Meisterschaft der Poker-Spieler im Hotel Westin in Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Beim Pokern denken die meisten wohl immer noch an verrauchte Hinterzimmer, in denen Männer mit Sonnenbrillen ihr ganzes Erspartes verspielen. Inzwischen pokern aber nicht nur viele Frauen erfolgreich, auch die Austragungsorte haben sich in repräsentativere Lokationen verlagert – etwa in das Leipziger Westin-Hotel. Dort gehen seit Montagvormittag die 8. Deutschen Meisterschaften über die Bühne. Und dort zeigt sich, dass das Kartenspiel nicht nur die verschiedensten Typen anzieht, sondern auch alle menschlichen Emotionen zu bieten hat.

Da ist etwa die Liebe. Seit den ersten nationalen Titelkämpfen vor zehn Jahren sind Nadine Apitzsch und Mike Fregin dabei, damals lernten sich die beiden Leipziger am Pokertisch kennen. Inzwischen sind sie verheiratet, haben einen sechsjährigen Sohn und reisen gemeinsam zu Turnieren. „Leider haben wir wegen unseres Kindes nur noch für die Deutsche Meisterschaft Zeit“, erzählt Nadine Apitzsch. Am schlimmsten wäre es für die 37-Jährige, gegen ihren Mann spielen zu müssen. „Zum Glück ist die Wahrscheinlichkeit aber sehr gering“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Bei der Deutschen Poker-Meisterschaft in Leipzig zeigt sich seit Montag die ganze Bandbreite der Emotionen. Rund 1000 Teilnehmer spielen im Hotel Westin um die Bracelet-Krone. Fotos: Christian Modla

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Bei einem sportlichen Wettkampf gibt es aber natürlich auch Wut bei den Unterlegenen. „Ich habe den Kanal voll“, sagt Alexander Pilarski, während er gegen 16.30 Uhr das Westin verlassen will. Der Chef des Gohliser Feinschmeckerrestaurants „Passion“ – nebenbei passionierter Pokerspieler – ist bereits am ersten Tag ausgeschieden. Woran lag es? „Einer hatte eine bessere Hand als ich, was sonst?“, antwortet Pilarski leicht genervt.

Am anderen Ende der Skala manifestiert sich bei der Mehrheit der Teilnehmer die Freude. Dazu muss man nicht unbedingt gewinnen, „es reicht, einfach viele bekannte Gesichter zu treffen und mit ihnen ein Wörtchen zu wechseln“, erklärt Carsten Weidling. Der frühere „Riverboat“-Moderator hat für die Meisterschaft extra seine seit sechs Jahren andauernde Weltreise unterbrochen. Am Mittwoch will Weidling weiter nach Ägypten reisen, zuvor möchte er zumindest den ersten Tag überstehen. 2008 war er mal auf Poker-Platz zwei in Deutschland, seine Chips hat er schon in Las Vegas und Macao, auf den Philippinen und in Südafrika gesetzt „Aber das Schönste sind die interessanten Leute, die man immer wieder kennen lernt“, sagt Weidling, bevor er sich an seinen Tisch setzt.

Und schließlich ist da auch die Trauer. Bei allen sechs Poker-Meisterschaften, die bisher in Leipzig ausgetragen wurden, war Paul Manzke dabei, in diesem Jahr fehlt er. Im September starb der an Muskelschwäche leidende Leipziger an den Folgen seiner Krankheit. In seiner Eröffnungsrede erinnert Klaus Dietze, Organisator des Turniers, noch einmal an den jungen Mann, der nur 28 Jahre alt wurde. Doch sein Platz bleibt nicht leer, Mutter Manuela versucht in diesem Jahr, ihren Sohn würdig zu vertreten.

Ob sie sich gegen ihre rund 1000 Kontrahenten durchsetzen kann? Bis etwa um 1 Uhr wird der erste Durchgang ausgespielt, am Dienstag geht es ab 10 Uhr mit dem zweiten Durchgang weiter, der ebenfalls wohl bis in die späten Nachtstunden andauern wird. Das Ziel für alle ist der Final Table. Das ist der Tisch der letzten Neun und die damit verbundene Berechtigung, zum großen Finale im Januar zum King’s Casino nach Tschechien reisen zu dürfen. Dort wird dann der wahre Deutsche Meister gekürt.

Christian Dittmar

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