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1200 Zuschauer feiern Judo-Gala des JCL

1200 Zuschauer feiern Judo-Gala des JCL

Als sich Henry Hubert und Kerstin Thiele in der Pause nach den Frauen-Kämpfen über den Weg liefen, lobte der Männer-Teamchef die Olympiazweite: "Mann oh Mann, ihr habt ja grandios vorgelegt.

" Knapp drei Stunden später gab die verletzte Vorzeige-Judoka, die als Trainerin fungierte, das Lob zurück: "Ihr habt grandios nachgelegt."

Es wurde für beide sächsische Spitzen-Mannschaften ein perfekter Tag, der so nicht zu erwarten war. "Ich konnte vor Aufregung kaum schlafen, habe mir die halbe Nacht Gedanken über die Aufstellung gemacht. Gerade vor heimischer Kulisse sollte nichts schiefgehen", erzählte Kerstin Thiele, die zweimal am Tag trainiert, wegen einer Entzündung am Schlüsselbein aber vorerst kein Judo machen darf. Gemeinsam mit Svea Schwäbe hielt sie Teamchefin Melanie Gerber am Mattenrand den Rücken frei. Beide sprangen wie Flummis durch die Gegend, animierten das schon am Nachmittag zahlreiche Publikum zum Mitklatschen. Nachdem "Melle" Gerber ihr Duell gewonnen hatte, flippten sie im Trio aus.

Vor allem der zweite Kampf gegen Speyer schien völlig offen. "Ich hatte mit einem 4:3 oder 3:4 gerechnet", gestand Kerstin Thiele, deren Mannschaft erfolgreich pokerte. Obwohl Sabine Goller, die Titel-Garantin im Oktober, und Heide Wollert extra abgenommen hatten, wurden beide eine Klasse höher eingesetzt. Knackpunkt eins: Melanie Gerber bezwingt U21-Auswahl-Kämpferin und Bundestrainer-Tochter Nadja Bazynski nach 0:2-Strafen-Rückstand. Knackpunkt zwei: Sabine Goller fertigt die Ungarin Barbara Maros ab. "Eine Wahnsinns-Leistung", so Gerber: "Hoffentlich hilft Bine uns noch lange." Die Klasse der Gastgeberinnen und die Stimmung in der Halle lobte auch der langjährige ungarische Nationaltrainer Ferenc Nemeth - der 64 Jahre alte Kumpel von Ex-Bundestrainer Norbert Littkopf kann vom Judo nicht lassen.

Im "Vorspiel" zum Männer-Kampf knallte Olympia-Ringer Nick Matuhin, der Modellathlet wiegt 130 Kilo, den halb so schweren Leipziger Kai Wedekind auf die Matte - damit zeigten die JCL-Judoka ihre Solidarität mit den Ringern, die um ihre olympische Zukunft kämpfen. Dann brannte der JCL gegen Ettlingen ein Feuer ab, führte schnell mit 5:1 und stellte die Weichen auf Sieg. "Die Auslosung kam uns entgegen", sagte Kapitän Robert Gess: "Wir wollten nicht gleich auf einen Ausländer treffen. Philipp Mackeldey hat den wichtigen ersten Punkt geholt. So etwas pusht uns, dann läuft es fast wie von allein." Simon Yacoub traute beim Blick auf den Endstand seinen Augen nicht: "Damit hatte ich nie gerechnet, schließlich haben wir letzte Saison mit fast der gleichen Aufstellung 5:6 verloren."

Der einzige Neue beim JCL hatte sichtlich Spaß. "So eine Stimmung habe ich selten erlebt", meinte Costel Danculea, der im Leichtgewicht gleich zweimal den besten Deutschen Soshin Katsumi abfertigte. "Im Februar hatte Costel gegen Soshin noch verloren", erzählte Stützpunkttrainer Haiko Seidlitz, der den Rumänen gemeinsam mit Junioren-Bundestrainer Claudiu Pusa perfekt auf den Ettlinger eingestellt hatte.

Wenn der JCL in 14 Tagen bei Neuling Speyer nachlegt, sind sogar die Playoffs in Reichweite.

JCL-Punkte, Frauen: Gerber 2, Wollert 2, Tzschopp 2, Goller 2, Konitz 2, Georgi, Branser, Ritt Schwicker. Männer: F. Hubert 2, Danculea 2, Yacoub 2, Mackeldey, Herzig, Fleischer, Gess.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.05.2013

Frank Schober

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