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20 Jahre Lipsiade: Start traditionell mit Staffellauf der Grundschulen

20 Jahre Lipsiade: Start traditionell mit Staffellauf der Grundschulen

Seit 1994 organisiert der Stadtsportbund die Lipsiade. Die Leipziger Kinder- und Jugendsportspiele vereinen in 20-jähriger Tradition 49 verschiedene Sportarten, die seit Beginn mindestens einmal zum Programm gehörten.

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Mit geballtem Körpereinsatz: Wolfgang Tiefensee 2003 bei den Handballern.

Quelle: gloger

Seither wurden über 120 000 Teilnehmer gezählt und knapp 80 000 Medaillen vergeben. Zur Jubiläumsauflage übernimmt die Sparkasse erstmals das Titelsponsoring. Traditionell besucht der Rathaus-Chef verschiedene Wettkampfstätten. Heute startet der Talentewettstreit mit dem Staffellauf der Grundschulen, der wie geplant auf der Nordanlage des Sportforums stattfinden kann.

 

 

Die Verspätung an jenem 14. Juni 2003 ist Wolfgang Tiefensee nur "ganz dunkel" in Erinnerung. Der damalige Oberbürgermeister war in olympischer Mission in Berlin, sprach mit IOC-Chef Jacques Rogge über die Leipziger Bewerbung und wollte pünktlich in der Arena zum Lipsiade-Rundgang zurück sein. Doch der Zug aus der Hauptstadt verspätete sich und die in ihrer jeweiligen Sportmontur wartenden Nachwuchsathleten waren mehr und mehr unruhiger Natur. Dann endlich eilte Tiefensee dynamischen Schrittes heran.

"Das war eine heiße Zeit. Ich bin einmal um die Welt geflogen, um für unser ehrgeiziges Projekt zu werben", erinnert sich der SPD-Bundestagsabgeordnete. Der olympische Ausgang ist bekannt, dafür hat sich die deutschlandweit einmalige Übung Lipsiade mehr als bewährt. Wolfgang Tiefensee (58) verbindet mit den Stippvisiten "quirlige Kinder, tolle Stimmung. Der Lipsiade-Besuch war ein Muss. Da hat man als OBM etwas zurückbekommen."

Auf Gänsehaut verweist Stadtsportbund-Präsident Uwe Gasch (51). "Das Schlüsselelement ist der Staffellauf. Jedes Mal bin ich überwältigt von den Eindrücken, wenn fast 1000 Mädchen und Jungen vor Ort sind, über die Bahn sausen und stimmgewaltig von ihren Klassenkameraden und Lehrern angefeuert werden", sagt der ehemalige Weltklasse-Ruderer, der über das gestrige Okay der Stadtverwaltung zur Maxi-Rennerei sehr froh ist. Angesichts der Hochwasserlage drohte die Absage. Tatsächlich nicht zum Zug werden Kanuten und Ruderer kommen, möglicherweise wird ihr Wettkampf nachgeholt.

Als die Lipsiade noch in den Kinderschuhen steckte, fand der Triathlon im Yardbecken des Schwimmstadions statt. Das wurde 2004 abgerissen, lediglich die Nordtribüne erhalten und baulich gesichert. Sie soll das neue Domizil des Sportmuseums werden. Jahre später. "Es ist wichtig, die Tradition auch zu zeigen. Gemeinsam müssen wir hierfür etwas bewegen", fordert Tiefensee und erntet zustimmendes Nicken von Sportausschussvorsitzenden Christopher Zenker (33). In 20 Jahren Lipsiade sei schon so viel passiert, dass es an der Zeit ist, dies auch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Allein die verschiedenen Medaillen. Im Ringen um die besondere Note haben die Verantwortlichen immer Neues kreiert. Die Palette reicht von Kleeblatt über Dreieck, Halbmond, stilisiertes Siegertreppchen, fantasievolle Trapezform bis hin zum aktuellen Schmuck mit der Jubiläumszahl. Gut zu wissen, dass Sportmuseums-Leiterin Gerlinde Rohr die komplette Sammlung für die Nachwelt gesichert hat.

Die Rathaus-Chefs waren stets aktiv am Ball. Mal Sieger oder Verlierer beim Penaltyschießen oder Strafstoß - das junge Publikum war immer aus dem Häuschen. "Es freut mich, dass es diese schöne Einrichtung, dieses Nachwuchsfest gibt. Denn mit der Jugend fängt alles an", betont Hinrich Lehmann-Grube (80), Ruheständler im Unruhestand. Der Ex-Judoka und fünfmalige Lipsiade-Schirmherr radelt, wandert, schwimmt, hält seinen Körper fit. "Ich mache unauffällige Dinge, bin ein Mittelsportler." Sozialdemokrat Lehmann-Grube vergisst nicht zu erwähnen, dass es sein Freund Thomas Mädler war, der ihn zum Nachwuchsfest eingeladen hat. "Er hat sich sehr für den Breitensport eingesetzt." Auch Uwe Gasch erkennt an: "Thomas Mädler hat maßgeblichen Anteil, dass sich unsere Vereinslandschaft so positiv entwickelt hat." In nunmehr 394 Vereinen werden 86 774 Sportlerinnen und Sportler aller Altersgruppen betreut.

Nicht Schritt halten konnte mit diesem Erfolgsmodell die Infrastruktur, die Hallen-Misere ist bekannt. "Da haben wir noch genügend Probleme", weiß Gasch, dessen Team und Tausende Ehrenamtler in all den Jahren immer ein gehöriges Maß an Flexibilität an den Tag legen mussten. Sicher gibt es Leuchttürme wie die sanierte Leplaystraße, doch die benachbarte Brüderstraße wartet seit Längerem auf eine Frischekur.

Das Schlusswort hat Stadtoberhaupt Burkhard Jung (55), der treffsicher bemerkte: "Die Lipsiade ist in Vielfalt und Qualität konsequent organisiert, ein festes Ereignis und eine schöne Tradition."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2013

Kerstin Förster

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