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20. Lipsiade: Jubiläums-Kampf mit Ansage

20. Lipsiade: Jubiläums-Kampf mit Ansage

Seit 1994 organisiert der Stadtsportbund die Lipsiade. Im breitensportlich orientierten Jubiläumsprogramm ging es in 27 Sportarten von Badminton bis Wasserspringen rund.

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Alles im Griff: Nachwuchs-Ringer Liam Steinke (r.) vom AC Taucha besiegt im ersten Duell seinen Vereinskameraden Etienne Namsel und gewinnt am Ende Lipsiade-Gold.

Quelle: Christian Nitsche

TuG-Gymnastin Michelle Kolensky wurde als 125 000. Teilnehmerin geehrt. In diesem Jahr übernahm die Sparkasse erstmals das Titelsponsoring.

Das Donnerwetter passte so gar nicht ins ansonsten sonnige Jubiläumswochenende. Es blitzte, knallte und goss in Strömen. Betroffen waren Fußballer (Turniere D- und E-Jugend gestern abgesagt), Volleyballer, Leichtathleten und Hockeyspieler, Glück hatten dagegen die Hallen-Akteure. Kanurennsport und Rudern fielen wegen des Hochwassers aus. Der Grundschul-Staffellauf auf der Nordanlage im Sportforum wackelte, fand dann aber wie geplant am Donnerstag stimmungsvoll mit 860 Mädchen und Jungen statt.

Der Lage zum Trotz: "Wir haben wieder interessante Wettkämpfe erlebt, ehrgeizige Sportler, engagierte Übungsleiter und Kampfrichter sowie mitfiebernde Eltern gesehen", resümierte Stadtsportbund-Präsident Uwe Gasch (51). Reserven sieht der frühere Weltklasse-Ruderer beim Thema internationale Gäste. "Das hat nicht so funktioniert. Im nächsten Jahr hoffen wir, junge Athleten aus unseren Partnerstädten begrüßen zu können." Auch sei es wünschenswert, dass das imposante Nachwuchsfest noch mehr auf Mitteldeutschland ausstrahlt."

Kämpfen im doppelten Sinne war bei den Ringern in der Sporthalle Leplaystraße angesagt - um Lipsiade-Medaillen und die olympische Zukunft. Bekanntlich hatte die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) empfohlen, Ringen aus dem Olympia-Programm zu streichen, wirksam von 2020 an. Nach weltweiter Empörung und zahlreichen Rettungsaktionen überstand der Jahrtausende alte Traditionssport neben Baseball/Softball und Squash Ende Mai die letzte Ausscheidungsrunde vor der entscheidenden Abstimmung um einen freien Platz im Olympia-Programm am 8. September in Buenos Aires.

"Der erste Schritt ist gemacht. Wir sind fest davon überzeugt, dass Ringen olympisch bleibt", sagte KFC-Vizepräsident Uwe Neumeister (56) am Rande der Lipsiade-Wettkämpfe. Zentral in der Leppi-Halle hing ein Banner: "Save Olympic Wrestling". Neumeister weiß um die Vorzüge seiner Sportart. "Jede Muskelgruppe wird beansprucht. Ringen ist vielseitig und die Basis für andere Disziplinen. Aber es ist auch der Kampf Mann gegen Mann, der bei uns fair und nach Regeln auf der Matte und nicht in freier Natur ausgetragen wird", sagte Neumeister und spielte auf unkontrollierte Straßenkämpfe an.

Zu den großen KFC-Hoffnungen gehört Erik Thiele (17), der am kommenden Wochenende bei den Kadetten-Europameisterschaften startet. Noch ganz am Anfang einer möglichen Ringer-Karriere steht Liam Steinke. Das siebenjährige Leichtgewicht vom AC Taucha fiel am Samstag nicht nur wegen seines signalroten Haarschopfes auf. Er gewann die Goldmedaille im 19-kg-Limit. Mama Katja war stolz. "Liam ist erst kurz dabei. Er sollte Ringen erst einmal ausprobieren und hat Spaß daran gefunden und ziemlich schnell die ersten Erfolge erkämpft." Insgesamt nahmen Mädchen und Jungen vom KFC, SAV, aus Taucha, Böhlen und Dresden am Lipsiade-Wettkampf teil. Es hätten einige mehr sein können. Doch zeitgleich fanden die Mitteldeutschen Meisterschaften statt, die auf diesen Termin verlegt wurden. "Schade, unsere Besten haben deshalb gefehlt", bedauerte Urgestein Peter "Billy" Gotter (73).

Eine schöne Tradition wurde auch diesmal zelebriert. Der OBM-Rundgang mit Gästen aus Sport und Politik (Rathaus-Chef Burkhard Jung hatte wegen eines anderen Termins abgesagt) endete diesmal bei den Rhythmischen Sportgymnastinnen in der Turnhalle Leplaystraße. Überraschung gelungen: TuG-Talent Michelle Kolensky wurde als 125 000. Teilnehmerin/Teilnehmer von Sportbürgermeister Heiko Rosenthal und Stadtsportbund-Chef Uwe Gasch mit Urkunde, Blumenstrauß und Jubiläums-Shirt geehrt. Anschließend stärkten sich die Besucher um das Stammpersonal Margitta Hollick, Siegwart Karbe und Wolf-Dietrich Rost mit einer extra angefertigten Torte. Alles andere als ein Zuckerschlecken ist dagegen die Situation für den ansässigen Turn- und Gymnastikclub (TuG) mit Neu-Präsidentin Steffi Meyert-Junker. Aufgrund wegfallender Fördergelder im Nachwuchsleistungssport (RSG keine Schwerpunktsportart mehr) muss der Traditionsclub kleinere Brötchen backen. Heiko Rosenthal: "Die Situation ist schwierig. Hier muss wieder etwas aufgebaut werden. Wir helfen über die Projektförderung." Eine gute Nachricht kam am Sonnabend mit der Post: Der TuG ist bis 2016 anerkanntes DTB-Turn-Zentrum.

Hinein ins Zentrum der Spiele war der Wunsch der Tischtennisspieler, die bislang in Böhlitz-Ehrenberg beengt und ohne Klimaanlage ihr Turnier durchziehen mussten. Diesmal schmetterten sie in der kleinen Arena-Halle. "Toll, dass unserem Jubiläums-Wunsch entsprochen wurde. 185 Anmeldungen gab es noch nie", freute sich der langjährige Gesamtleiter Frank Günther (58) über den Umzug in die City. Vielleicht, so liebäugeln die Schmetterkünstler, wird auch die 21. TT-Auflage an moderner Stätte ausgetragen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.06.2013

Kerstin Förster

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