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"40 Jahre Fußball in der DDR": Ede, Dixi und der Schwatte schwelgen in Erinnerungen

"40 Jahre Fußball in der DDR": Ede, Dixi und der Schwatte schwelgen in Erinnerungen

Unter dem Motto "40 Jahre Fußball in der DDR" hatten am Sonntag die Macher des Berliner Fußballfestivals "11 mm" in das Rundkino eingeladen. Mit Filmausschnitten erinnerten die Veranstalter an den Fußball-Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat.

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Reinhard Häfner, Udo Schmuck, Hans-Jürgen „Dixi" Dörner und Reporter Gert Zimmermann.

Quelle: Dominik Brüggemann

Dresden. Dazwischen schwelgte Reporter-Legende Gert Zimmermann unter anderem mit Ulf Kirsten, Hans-Jürgen „Dixi" Dörner, Udo Schmuck, Eduard „Ede" Geyer und den 250 Besuchern in Erinnerungen.

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Dresden. Unter dem Motto "40 Jahre Fußball in der DDR" hatten am Sonntag die Macher des Berliner Fußballfestivals "11 mm" in das Rundkino eingeladen. Mit Filmausschnitten erinnerten die Veranstalter an die Anfänge, Erfolge und den Fußball-Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat. Dazwischen schwelgte Reporter-Urgestein Gert Zimmermann unter anderem mit Ulf Kirsten, Hans-Jürgen Dörner, Udo Schmuck und Eduard Geyer in Erinnerungen.

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In den 70er Jahren war die Fußballwelt bei Dynamo noch in Ordnung: Fit und technisch versiert präsentierten sich am 3. November 1976 die Schützlinge um Trainer-Legende Walter Fritzsch beim Rückspiel im Europa-Cup gegen Ferencvaros Budapest, fegten den ungarischen Meister mit 4:0 aus dem Harbig-Stadion. Unvergessen die Szene, als Dieter Riedel die Abwehr der Gäste im Alleingang aushebelte und den dritten Treffer erzielte.

Verhaltener Applaus kam auf, als dieser Ausschnitt des Spiels im allerdings mit 250 Gästen nur spärlich besetzten Rundkino über die Leinwand flimmerte. Unter dem Titel „40 Jahre Fußball in der DDR" hatten die Macher des Berliner Fußballfilmfestivals „11 mm" in das Kino geladen.„Der DDR-Fußball war erfolgreich, auf Klubebene in jedem Fall", strich Udo Schmuck sich selbst, den früheren Kollegen und den Besucher Balsam über die Seele. „Das muss man erst einmal packen, mit einer Bezirksauswahl in der Weltklasse mitzuspielen", stellte Riedel mit Blick auf Dynamo Dresden unter Beifall klar.Dass es 1973 gegen die großen Bayern im Achtelfinale im Europa-Cup der Landesmeister gegen die Bayern nicht reichte, wollten die alten Freunde entgegen an Stammtischen oft kolportierter Ansichten nicht am mit auf dem Podium sitzenden „Ede" festmachen. „Wir waren nicht in der Lage, unsere spielerische Überlegenheit umzusetzen, wir haben alle viel zu naiv gespielt, uns fehlte es einfach an internationaler Erfahrung", rechtfertigte Häfner die verpasste Chance, einmal ganz groß herauszukommen. „Wir hatten den Nachteil im internationalen Vergleich, dass wir zu wenig international gespielt haben. Es war ein großes Manko, dass die Spieler nicht rausgelassen wurden. Ein Vereinswechsel, andere Trainer kennenlernen, das wäre leistungssteigernd gewesen", sagte Dixi Dörner.Vereinswechsel gab es allerhöchsten innerhalb der DDR, nicht selten delegiert. „Da waren die Besucher sauer", erinnerte der inzwischen 80 Jahre alte Wolfgang Oeser an das Verschieben der SG VP Dresden nach der überraschenden Meisterschaft 1953 nach Berlin. Der Neuaufbau in Dresden war alles andere als einfach: „Wer wollte damals schon Polizist werden", fragte Oeser und gab mit Blick auf die eigene Biografie auch gleich die Antwort: „Aber im Fußball weiterkommen ging ja dann doch nicht anders als zu Dynamo zu gehen. Und dort hatte man 30.000 Zuschauer und kriegte auch noch etwas zu Essen."

Polizisten waren die Dynamos aber eher formell. „Die haben uns ja nicht als Verkehrspolizist, sondern zum Fußballspielen eingestellt", erinnert sich der frühere Obermeister Ganzera. Häfner hatte es immerhin zum Major gebracht, vom Polizeiverein will aber auch er nichts wissen: „Wir waren Schwarz-Gelb und haben uns als Dresdner gefühlt."Geredet wurde aber nicht nur über Dynamo. Mit einigen Filmausschnitten lenkten die Veranstalter unter anderem auch den Blick auf den Frauenfußball. „64 Fouls, drei Elfmeter, drei Platzverweise und noch kein Tor" stieg ein Reporter in einem Bericht zu einem Frauenfußballspiel ein. Doch klein reden wollte die kickenden Frauen im Osten niemand. „Die Tugend des ostdeutschen Frauenfußballs haben wir in die Wiedervereinigung reingebracht", sagte Bernd Schröder, der langjährige Trainer von Turbine Potsdam, der mit dem Verein vor und nach dem Mauerfall bis heute große Erfolge feierte.Während in der BRD Frauenfußball noch bis 1970 verboten war, ging die DDR hier seit Ende der 60er Jahre mit gutem Vorbild voran. 1968 wurde in Dresden mit Empor Mitte die ersten Frauenmannschaft gegründet. Dass zur anstehenden Frauen-WM mit Dresden nur ein Spielort im Osten liegt, ist für Schröder daher schlichtweg ein Skandal. Allerdings war das Engagement der Sportführung auch eher halbherzig: „Bei uns war die Frau nach dem Papier emanzipiert. Es war nicht verboten, wurde aber auch nicht richtig gefördert", monierte Schröder.

Sebastian Kositz

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