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5:4-Erfolg und drei bösartige Banner am Zaun

5:4-Erfolg und drei bösartige Banner am Zaun

Dass es beim Fußball nur nach vorne geht, wenn alle zusammen halten, haben sie beim FC Carl Zeiss Jena offenbar verinnerlicht. Das Sahnehäubchen aufs Wir-Gefühl lieferte einst eine acht Jahre währende Doppelrolle eines Sportredakteurs.

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Da steht er, mein Name: Doppeltorschütze Carsten Kammlott.

Quelle: GEPA Pictures

Leipzig. Der Mann beschrieb die Heldentaten der Carl-Zeiss-Fußballer in der Bild-Zeitung - und war zeitgleich Stadionsprecher des Clubs.

Der Nachnachfolger des doppelten Lottchens sitzt seit 2008 am Stadion-Mikro, machte beim spektakulären 5:4-Sieg von RB Leipzig in Jena am Sonntag einen guten Job. Weniger gut war das, was der Mann nach dem Spiel via Facebook kund tat. "Sehr große Aktion. Banner wurde am Gästeblock aufgehängt. Teilt mal schön, damit ganz Deutschland über die roten Blödmänner lachen kann. Jeder Verein bekommt die Fans, die er verdient."

Hintergrund: Den RB-Anhängern war es verboten worden, vom Innenraum aus ihre Banner an den Zaun zu hängen. Der Jenaer Ordnungsdienst übernahm das, hängte aber auch drei Fähnchen aus Thüringer Produktion in den Wind. Aufschrift: "Matenschiss" in Anlehnung an Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz. Und: "Doch selbst nach tausend Siegen, Charakter werden wir nie kriegen". Den RB-Fans ist das entgangen.

Eine Thüringer Zeitung war dafür sofort im Bilde, brachte ein Foto mit den Kuckuckseiern und stellte fest, dass die Zuneigung der RB-Fans ausbaufähig sei: "Aber so richtig scheinen sie nicht hinter ihrem Team zu stehen, wie diese Poster an ihrem Block beweisen." Im Laufe des Tages wurde ergänzt: "Oder hat sich der Jenaer Anhang einen Scherz erlaubt?"

RB-Sprecher Sharif Shoukry bat seinen Jenaer Amtskollegen Andreas Trautmann gestern um eine Stellungnahme. Gegenüber der LVZ sagte Trautmann, dass man die Banner-Geschichte "nicht zu hoch hängen" soll und es Praxis sei, auswärtige Fans nicht in den Innenraum zu lassen.

Überragender Mann beim 5:4 in Jena war RB-Stürmer Carsten Kammlott. Der Ex-Erfurter traf vor 5544 Zuschauern doppelt (außerdem jubelten Rockenbach, Bastian Schulz und Matthias Morys), sah im Hinblick auf die Relegation gegen Lotte aber Gesprächsbedarf. "Wir haben vier Tore zu viel gekriegt." Sein Trainer Alexander Zorniger stellte fest: "Offensiv ein Feuerwerk, defensiv teilweise verantwortungslos." Mittelfeld-Lenker Dominik Kaiser diagnostizierte "Riesenprobleme bei langen Bällen", sah aber in der Flut an Gegentoren einen positiven Lerneffekt. "Uns wurden die Augen geöffnet."

Sie sollten die Augen offen lassen. Relegationsgegner Lotte feierte mit einem 1:0 gegen Essen den Titel. Ein kompaktes, giftiges, systemtreues und fittes Team. Das niemals fünf Tore zulässt. Herkules-Aufgabe. Guido Schäfer

RB: Coltorti - Müller, Hoheneder, Franke, Heidinger - Röttger (66. Fandrich), Kaiser, Schulz (82. Ernst) - Rockenbach (75. Morys) - Kammlott, Kutschke.

Jena: Berbig - Giebel, Dvorschák, Grösch (78. Brinkmann), Schulte - Schmidt, Riemer, Schlosser (66. Fries) - Peßolat - Trytko, Shala.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2013

Schäfer, Guido

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