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5:6 in Erfurt: Vierte Niederlage für die Icefighters

Eishockey 5:6 in Erfurt: Vierte Niederlage für die Icefighters

Schon am Freitag erlebten die Icefighters im Derby gegen Halle eine Pleite. Am Sonntag folgte dann mit der Niederlage gegen Erfurt der vierte Punkteverlust in Folge. Das Team steckt in der Krise.

Erek Virch von den Icefighters Leipzig (Archivbild)

Quelle: Christian Modla

Erfurt/Leipzig. „Wir sind in einer Krise“, konstatierte Sven Gerike am Freitagabend nach der 1:5-Niederlage seiner Icefighters im Derby gegen die Saale Bulls Halle. Der Coach der Leipziger wirkte zerknirscht, hatte danach eine schlaflose Nacht.

Am Sonntag hat sich die Stimmung des Coaches nicht grundlegend verbessert. Leipzigs Eishockey-Cracks verlieren in Erfurt – als Tabellen-13. jenseits von Playoff-Träumen und Abstiegssorgen, quasi im luftleeren Raum der Tabelle – mit 5:6 (0:1,2:3,3:1,0:1) in der Overtime und kassieren so die vierte Niederlage in Folge. Der eine Punkt, den es immerhin noch gab, bietet wenig Trost.

„Das Spiel entsprach genau unserer Situation“, meint Gerike. „Leider machen bei uns nicht immer die gleichen Spieler die gleichen Fehler, sondern es machen immer andere die gleichen Fehler.“ Gestern wieder. „Im ersten Drittel waren wir zu ängstlich, aber gut in der Defensive. Kurz vor der Pausensirene kassieren wir ein Tor, das nie und nimmer fallen darf, und schon hängen wir in den Seilen.“ Im zweiten Drittel droht gar eine Demütigung, 650 Zuschauer sehen ein zerfahrenes, manche sprechen von einem grausigen Spiel. Doch im Schlussdrittel kommt wieder alles anders. Denn nach dem 2:5 drehen die Leipziger richtig auf und beweisen kaum vermutete Moral.

Gilt erst recht für die Schlussphase, und die ist nichts für schwache Gemüter. 3:5 liegen die Icefighters hinten, 90 Sekunden vor dem Ende verlässt Goalie Erik Reukauf zugunsten eines Feldspielers das Eis. Das Wunder geschieht: Mit zwei Treffern (Hannes Albrecht und Michal Psurny) innerhalb von 30 Sekunden erzwingt Leipzig die Verlängerung, das Momentum liegt bei den Gästen.

Doch in der Overtime dann das: Penalty, weil die Leipziger im Übereifer falsch wechseln und plötzlich einen Spieler zu viel auf dem Eis haben. Den Penalty pariert Reukauf. „Normalerweise gewinnst du das Spiel dann“, sagt Gerike, „die Rede war schon vorbereitet mit einem großen Kompliment ans Team. Denn dieses Match noch so zu kippen, war eine riesige Willenssache, eine echte Charaktersache. Mir braucht niemand zu sagen, dass es im Team nicht stimmt.“

Doch was ist schon normal bei den Icefighters in diesen Tagen. Als sich alles mental schon aufs Penaltyschießen vorbereitet, gibt Erfurts Oliver Kämmerer (einst auch mal in Leipzig aktiv) den Spielverderber und erzielt den entscheidenden Treffer. Gerike frustriert: „Alle in der Halle haben gesehen, dass da ein Erfurter frei steht. Nur unsere Verteidiger nicht.“ Und so verlassen die Leipziger das Eis in der Erfurter Kartoffelhalle mit hängenden Köpfen.

Die Lage bei den Icefighters sechs Spiele vor Ende der Punktrunde: Platz acht in der Tabelle scheint nicht mehr zu vermeiden, bedeutet in der ersten Playoff-Runde den Gegner Duisburg. Auch wenn im Eishockey nie etwas unmöglich ist glauben nur die aller-aller-allergrößen Optimisten an ein Weiterkommen. Der Verein ist angeschlagen, die Mannschaft verunsichert, ein Teil der Spieler überfordert. Die Fans diskutieren darüber, ob Trainer Sven Gerike noch der richtige ist und das Team im Griff hat, am Freitag gab es einige „raus“-Rufe. „Das steht überhaupt nicht zur Debatte“, stellt Geschäftsführer André Krüll klar.

Turbulente Wochen stehen also bevor. Im Heimspiel am Freitag gegen den Tabellenvorletzten Preußen Berlin kann psychologische Aufbauarbeit geleistet werden. Aber im Eishockey weiß man ja nie, und bei den Icefighters erst recht nicht...

Tore: 1:0 Vazan (20.), 2:0 Schüpping (25.), 3:0 Vazan (28.), 3:1 Hofverberg (35.), 4:1 Manske (38., 4:2 Berger (39.), 5:2 Nemecek (44.), 5:3 Hofverberg (50.), 5:4 Albrecht (59.), 5:5 Psurny (60.), 6:5 Kämmerer (64.)

Uwe Köster

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