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50 Meter bis zur Laufbahn

50 Meter bis zur Laufbahn

Maxima Hauptmann kam mit einem Zettel zu ihren Eltern gelaufen. Es war eine Einladung zum Training im Leichtathletikzentrum (LAZ).

Weil die Siebenjährige beim 50-Meter-Endlauf der 20. Olympic Days den ersten Platz holte, wurde der ausrichtende Verein auf sie aufmerksam und würde sie gerne für sich gewinnen. Aber dass Maxima zum LAZ wechselt, ist eher unwahrscheinlich, denn die Grundschülerin aus Rückmarsdorf ist bereits erfolgreiche Speedskaterin beim SC DHfK. "Dort möchte ich auch bleiben", sagt die junge Sportlerin, die im Mai beim Großenhainer Turnier gewann. Dennoch freute sich besonders Vater Oliver über die tolle Leistung seiner Tochter auf der Tartanbahn auf der Nordanlage: "Super, es kribbelt am ganzen Körper."

Vor allem weil die rund 1000 lärmenden Grundschüler rund um die Bahn für eine meisterschaftliche Atmosphäre sorgten, um die Finalisten beim Sprint nach vorn zu treiben. Da fieberten auch die Sportlehrer mit ihren Startern über 50 Meter mit. Zum Beispiel Yvonne Romanus von der Schule 5, die drei Kinder aus ihrem Unterricht im Endlauf anfeuern kann. "Das ist super, auch wenn ihre Leistung ja nicht nur von uns abhängt."

Am Rand der Bahn stand Loreen Heinze im Trainingsanzug und stoppte die Zeiten. Vor sechs Jahren lief sie beim Olympic Day noch selbst. Damals hatte das LAZ die 14-Jährige entdeckt. "Es ist ein komisches Gefühl, wenn man weiß, dass man schon einmal selbst mitgemacht hat", sagte die junge Athletin, die zugleich stolz ist: "Weil ich hier drei Rekorde habe, die noch nicht gebrochen wurden." In allen drei Disziplinen des Olympic Day, also über 50 Meter, im Weitsprung und im Balleinwurf hält sie die Bestmarken.

Loreen hat sich seither weiterentwickelt. Ihre Gegner kommen mittlerweile aus dem ganzen Bundesgebiet. Am Wochenende startet die Schülerin als eine von 16 LAZ-Athleten bei deutschen U16-Meisterschaften im bayrischen Marktschwaben. "Es ist das erste Jahr, in dem ich da mitmachen darf", erzählt das Mädchen aus Kleinzschocher. Trainer Thomas Bellmann drückte sich angesichts ihrer Fortschritte vorsichtig optimistisch aus: "Loreen hat gute Ansätze, man kann sie durchaus als Talent bezeichnen. Ich weiß aber nicht, wie es in drei Jahren aussieht." Diese Frage wird auch die bevorstehende nationale Meisterschaft noch nicht beantworten. Aber vorher half Loreen Heinze noch einmal bei der olympischen Organisation.

Knapp 1000 Kinder waren es zum finalen Ausklang, die gegen die Uhr kämpften, gegen den inneren Schweinehund und auch gegen Wespen. Denn ein paar von den Insekten fühlen sich an der Startbahn pudelwohl, so dass die Sanitäter viele Stiche behandeln mussten. Weit über 100 waren es an den drei Tagen, berichtete Michael Wawrocki von der Sächsischen Bildungsagentur. "Wir haben einen Imker kommen lassen. Der hat etwas gegen die Nester in der Erde getan." Zumindest teilweise schien das Problem gelöst. Dennoch mussten immer noch einige Kinder wegen eines Wespenstichs zum Rettungswagen, bei einem Kind musste aufgrund einer allergischen Reaktion der Notarzt helfen.

Das tat aber der guten Stimmung keinen Abbruch. Und für die erfolgreichen Teilnehmer hatten sich die Veranstalter, zu denen auch der Leipziger Leichtathletikverband und die Sportjugend des Stadtsportbunds zählten, etwas Neues einfallen lassen: Medaillen für die Sieger. "Das kommt bei den Kindern besser an", erklärte Wawrocki. Vielleicht finden dadurch noch mehr Mädchen und Jungen Gefallen am Wettkampf und wechseln wie Loreen Heinze in die großen Vereine der Stadt, die bei den Olympic Days ein Auge auf die Kleinen werfen.

Von den 250 Nachwuchssportlern unter 15 Jahren im LAZ kam ein Viertel über diese Veranstaltung zum Verein, wie Bellmann weiß. Mittlerweile er­hielten aber weniger Kinder eine Ein­ladung zum Training, so wie sie Maxima Hauptmann nach dem Zieleinlauf in den Händen halten konnte. "Das Niveau wird leider schlechter", beklagte Bellmann.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.09.2013

Stefan Schröter

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