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7500 Leipziger Galoppfans feiern Scheibenholz-Geburtstag

150 Jahre 7500 Leipziger Galoppfans feiern Scheibenholz-Geburtstag

Partystimmung auf der Galopprennbahn: Rund 7500 Leipziger haben am Sonnabend das Scheibenholz-Jubiläum gefeiert. Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Autor Clemens Meyer mischten sich unter die Pferdefreunde.

Im Scheibenholz haben rund 7500 Leipziger am Sonnabend den Jubiläumsrenntag gefeiert.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Festtagsstimmung im Scheibenholz: 7500 Besucher, Sonnenschein (zumindest am Anfang), Blasmusik und Festreden haben am Sonnabend für einen würdigen Rahmen des Jubiläumsrenntags "150 Jahre Galopprennen im Scheibenholz" gesorgt. An salbungsvollen Worten und Glückwünschen fehlte es in den Reden nicht. Die Hoffnung auf ein Geschenk seitens der Stadt erfüllte sich hingegen für den Rennverein nicht. OBM Burkhard Jung (SPD) lobte in seiner Ansprache die "tolle Entscheidung der Stadtväter vor 150 Jahren". Ministerpräsident Stanislaw Tillich zitierte aus Weltliteratur "ein Königreich für ein Pferd", Geschenke vom Freistaat hatte auch er nicht dabei.

150 Jahre: Tausende Leipziger feierten am Sonnabend im Scheibenholz den Jubiläumsrenntag mit acht Rennen, 86 Pferden und 42.800 Euro Preisgeldern.

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Die acht durchgängig gut besetzten Rennen erfüllten alle Erwartungen. Schon beim Auftakt im Zweijährigenrennen ging es eng zu, am Ende siegte der aus Köln angereiste Nepotin mit Martin Seidl im Sattel knapp vor Jens Hirschbergers Golden Love, die beiden Renndebütanten landeten geschlagen im Feld. Im zweiten Rennen wurde es auf der Tribüne richtig laut. In einem spannenden Finish triumphierte Lokalmatador Liverbird mit Rene Piechulek im Sattel, der einen knappen Vorsprung ("Kampf" das Urteil der Rennleitung) vor dem mit großen Speed aufkommenden Sterngold mit Alexander Pietsch im Sattel retten konnte.

Gute Stimmung

"Klar hatten wir auf den Erfolg gehofft. Nach seinem zweiten Platz zuletzt in Dresden war er für den Sieg fällig", meinte ein zufriedener Trainer Marco Angermann. "Unverlierbar" nannte Schriftsteller Clemens Meyer das Rennen für Liverbird. "Doch so einfach ist es nicht, jedes Rennen muss erst einmal gewonnen werden", hakte Siegreiter Renė Piechulek ein. "Alex ist mit viel Speed herangerückt. Wir haben die Nerven behalten, aber es war knapp."

Favoritensiege gab es im dritten (Langaro mit Filip Minarik) und vierten (Auennebel mit Filip Minarik) Rennen, dann folgte der nächste Höhepunkt: Finale der mitteldeutschen Galoppserie. Im einsetzenden Regen gewann der von Elisabeth Storp trainierte Wallach Highly Favoured. Die von Ministerpräsident Tillich geehrten Gewinner der Galoppserie heißen Rudolf Storp (Besitzer), Elisabeth Storp (Trainer) und Rene Piechulek (Jockeys).

Am Sonnabend feierten rund 7500 Rennsportfreunde in Leipzig den 150. Geburtstag der Galoppbahn Scheibenholz. Neben acht Wettkämpfen gab es unter anderem eine Fotoausstellung und ein buntes Programm.

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Ein Überraschungssieg

Im Hauptrennen, dem mit 10.000 Euro dotierten Großen Preis der Äkschn GmbH, erlebte das Publikum erstens ein großartiges und extrem spannendes Rennen und zweitens die erste richtige Sensation des Tages. Nach dramatischem Finish siegte der 134:10-Außenseiter Ostana mit dem wenig bekannten Jockey Carlos Henrique im Sattel vor dem hoch gewetteten dreijährigen Hengst und Derby-Starter Gepard (Rene Piechulek) sowie Top-Favorit Lipari (Andreas Helfenbein), der im Finish stark aufkam, aber eben doch geschlagen blieb.

Ostana? Henrique? Viele Besucher schüttelten den Kopf, erst recht bei der Siegerehrung. Da stand neben Jockey Henrique, ein seit kurzem in Deutschland reitender Portugiese, ein junger Kerl mit grüner Jacke - Trainer Daniel Paulick. Der ist erst 23 Jahre alt, feierte mit Stute Ostana seinen 22. Sieg. Paulicks Familie betriebt einen kleinen Pferdezuchtbetrieb in Luckaitz in der Lausitz. Im Gegensatz zum Gros der Wetter kam für Daniel Paulick Ostanas Siege keinesfalls überraschend. "Für mich war sie keine Außenseiterin, ich wusste ja, was sie drauf hat. Und Carlos ist super geritten." Besitzer ist übrigens Vater Ralf Paulick.

Das Leipziger Scheibenholz feiert sein 150. Jubiläum und ist damit Sachsens älteste noch benutzte Sportstätte. Aus diesem Anlass zeigt lvz.de historische Aufnahmen des Fotografen Siegfried G. Müller.

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Ostanas Triumph sollte die einzige Überraschung des Tages bleiben. Die Siege von Orakanos (mit Alexander Pietsch) in Rennen sieben und Life of Fame (mit Rebecca Danz) im achten Rennen hatten die Wetter auf dem Zettel.

Am Ende herrschte allseits viel Zufriedenheit. Scheibenholz-Chef Alexander Leip fasste gut gelaunt zusammen: "Wir sind sehr zufrieden. Es war ein schöner Geburtstag. Nicht einmal den Regen konnte die Stimmung verderben."

Uwe Köster

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