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Abstiegskampf in Stötteritz

Abstiegskampf in Stötteritz

Irgendwo im Südost-Stadion muss das Abstiegsgespenst zur preiswerten Untermiete wohnen. Seit drei Jahren hat es sich dort eingerichtet und schikaniert den Hauptmieter.

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Zwischen Bangen und Hoffen: SSV-Trainer Andreas Barth.

Quelle: Christian Nitsche

So steht der SSV Stötteritz schon wieder am Abgrund, kämpft einmal mehr um den Bezirksliga-Verbleib.

Zum Jahreswechsel übernahm Trainer Andreas Barth den Tabellenvorletzten von Arvid Neumann, der wiederum erst im vergangenen Sommer auf den altgedienten Gert Sauer gefolgt war. Der 54-jährige "Arthur" (Spitzname gesprochen: Arßer) Barth kam damit praktisch vom Regen in die Traufe, nur eine Klasse höher. Denn an seiner vormaligen Station, beim Stadtligisten SV Nordwest, war die Lage zuletzt ähnlich aussichtsarm. Der Coach korrigiert: "Dort war die Trainingsbeteiligung zu niedrig, das ist frustrierend und macht keinen Sinn. Ich wäre nicht hierher gekommen, wenn ich den Klassenerhalt für unmöglich gehalten hätte. Gerade so eine Aufgabe reizt mich, wir können das schaffen, wenn alle fit sind." Diese Botschaft sei allerdings noch nicht bei allen Spielern angekommen.

Auf Kompaktheit will der ehemalige DDR-Oberligaspieler Barth Wert legen und die Mannschaft begeistern. "Nur wenn jeder mitzieht, haben wir noch eine Chance, denn wir müssen unsere spielerischen Defizite kaschieren", so Barth. Umso ärgerlicher sind individuelle Fehler wie beim 1:4 gegen Zwenkau oder auch am Sonnabend beim 2:2 gegen Delitzsch in der ersten Halbzeit. Solche Schnitzer werfen das taktische Konzept der Stötteritzer mitunter früh über den Haufen. Was dennoch möglich ist, zeigte die knappe 0:1-Niederlage gegen Aufstiegsanwärter LVB, als durchaus ein Remis drin war. Das bewies auch die Aufholjagd gegen Delitzsch, bei der zumindest noch ein Punkt gerettet wurde. "Wir müssen aus einer kompakten Abwehr Nadelstiche setzen", nennt Barth ein Konzept. Die personellen Möglichkeiten des SSV sind indes begrenzt, zumal mit dem jungen Cedric Malinowski und Markus Laubert noch zwei wichtige Akteure studienbedingt "von der Fahne" gingen. Ersatz war in der Winterpause schwer zu bekommen. Immerhin ist Paul Zimmer wieder da und Routinier Björn Rosemeier will seine Erfahrung ebenfalls einbringen, wenn es die Zeit erlaubt, so wie am vergangenen Sonnabend.

Zu möglichen Neuverpflichtungen berichtet Gotthardt Adametz frustriert: "Was manche Spieler fordern, die wir zu uns holen wollten, ist unglaublich", wundert sich der Sponsor, der bei entsprechenden Verhandlungen federführend ist. Der umtriebige Transport-Unternehmer, dem man seine 72 Jahre nie und nimmer ansieht, hält den Laden für die Fußballer vor allem wirtschaftlich zusammen, hat mit seinen Mitstreitern zudem schon für etliche bauliche Verbesserungen an der verlängerten Oststraße gesorgt. Adametz war es auch, der Barth verpflichtete und an das fast Unmögliche glaubt. "Wir haben noch eine Chance. Es wäre natürlich toll, wenn wir dem Abstieg ein drittes Mal in Folge entgehen könnten", sagt der Mäzen, der zugleich glaubt, dass ein Neuaufbau schon vor zwei Jahren verpasst worden ist.

Ein Abstieg in die Stadtliga wäre sicher nicht der Untergang des SSV Stötteritz. "Dann machen wir erst recht gezielt mit jungen Leuten weiter, schließlich haben wir im Moment durchaus gute A-Junioren." Adametz weiß freilich auch, dass gerade die Nahtstelle zwischen Junioren und Männern problematisch ist. "Viele resignieren, wenn sie nicht gleich Stammspieler werden, andere gehen ausbildungsbedingt weg." Dafür kommen mitunter Studenten zum Verein und schließen manche Lücke. Diese Zugänge, wie eigentlich die ganze Truppe, sind den Fußballfüchsen Barth und Adametz aber oft zu still. "Wir haben alles schweigende Leute in der Mannschaft, das ist mir zu ruhig", fordert Adametz mehr Temperament, mehr "Feuer" von seinen Kickern. Das Wort "Abschiedstour" will übrigens weder er noch Barth hören, es klingt zu resignierend. Kapitän André Krahmer stimmt zu und beteuert: "Logisch ist unsere Chance nicht groß. Trotzdem herrscht in der Mannschaft der Gedanke vor, in der Klasse zu bleiben." Das 2:2 gegen Delitzsch war zumindest in seiner Dramaturgie mutmachend. Am Sonnabend geht es zum Schlusslicht nach Mügeln ... Frank Müller

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.04.2013

Frank Müller

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