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All Star Game in Leipzig begeistert mit altem und neuem Bundestrainer

In der ausverkauften Arena All Star Game in Leipzig begeistert mit altem und neuem Bundestrainer

Kabinettstückchen, vor allem schöne Angriffe, freche Aktionen, gute Laune, das zeichnete das DKB All Star Game am Freitagabend aus. In der ausverkauften Arena Leipzig (7063 Zuschauer) standen sich die Deutsche Handballnationalmannschaft und eine zum größten Teil von Fans zusammengestellte Auswahl der besten Bundesligaspieler gegenüber.

Der neue Bundestrainer der Handball-Nationalmannschaft, Christian Prokop, gab am Freitagabend seinen Einstand.

Quelle: Modla

Leipzig. Kabinettstückchen, vor allem schöne Angriffe, freche Aktionen, gute Laune, das zeichnete das DKB All Star Game am Freitagabend aus. In der ausverkauften Arena Leipzig (7063 Zuschauer) standen sich die Deutsche Handballnationalmannschaft und eine zum größten Teil von Fans zusammengestellte Auswahl der besten Bundesligaspieler gegenüber. Dass die All Stars am Ende mit 40:36 (17:19) die Nase vorn hatten, Nebensache. Den Takt des jährlichen Schau- und Showkampfes gaben zwei Personen vor: der alte und der neue Bundestrainer. Denn für Dagur Sigurdsson war es der letzte offizielle Auftritt. Er wechselt bekanntlich nach Japan. Sein Nachfolger Christian Prokop, just vor dem Anpfiff offiziell gekürt und verkündet, betreute als Coach die Liga-Auswahl. Für beide wurde es keine normale Partie.

Abschied mit Andacht

Alle Scheinwerfer auf den Isländer, an der Seitenlinie gern auch mal Vulkan, sonst aber als eher ruhig und nüchtern bekannt, das war direkt nach der Mannschaftsvorstellung das Motto. Die Fans erhoben sich von ihren Plätzen. Es galt, Abschied zu nehmen, von dem, "der den deutschen Handball aus dem Schattendasein zurück ins Licht geführt hat", wie es DHB-Präsident Andreas Michelmann umschrieb. Sigurdsson, lässig im Jeanshemd, winkte ins Publikum, freute sich sichtlich. Für jeden seiner Spieler hatte er noch einmal ein paar persönliche Worte. Als auf dem Videowürfel die schönsten Szenen seiner Amtszeit zu sehen waren, untermalt von einer soft-poppigen Nationalhymnenvariante, waren keine Tränen zu sehen, wohl aber eine gewisse Andacht. Natürlich gab es auch Geschenke. Handballbund und Bundesliga überreichten einen überdimensionalen Reisegutschein und eine beinahe ebenso große asiatische Winkekatze. Danach suchte sich der scheidende Chef einen Platz auf der Tribüne. "Ich mag diese Spiele nicht so sehr", gestand er später mit einem Lächeln.

In der ausverkauften Arena Leipzig standen sich die Deutsche Handballnationalmannschaft und eine von Fans zusammengestellte Auswahl der besten Bundeligaspieler gegenüber. Mit 40:36 hatten die All Stars am Ende die Nase vorne.

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Sein Nachfolger schien unterdessen entschlossen, Ernsthaftigkeit zu verbreiten. Begleitet von Co-Trainer Ljubomir Vranjes und mit Taktikbrett unter dem Arm betrat Christian Prokop das Parkett. Während sein Kollege zwischendurch mal zum Kommentieren der Sport-1-Liveübertragung "ausgeliehen" wurde oder lässig auf seinem Stuhl fläzte, rief der Coach des SC DHfK Leipzig Anweisungen, stand an der Bank, klatschte immer wieder, die grüne Karte für die nächste Auszeit in der Hand. Erst in Hälfte zwei wurde es dann lockerer. Da war dann auch für Prokop ein Schwätzchen mit dem TV-Team oder einem seiner Schützlinge des Abends drin. Das Fazit nach dem Abpfiff war entsprechend knapp: "In der ersten Hälfte war Lukas Binder der Lichtblick, in der zweiten hat es der 37-jährige Gudjon Valur Sigurdsson gerichtet."

Der bisherige Bundestrainer hatte sich da bereits ein zweites Mal verabschiedet, diesmal in Worten und im kleineren Kreis. "Diese Mannschaft zu betreuen, war eine Riesenerfahrung für mich. Ich mache mir keine Sorgen um ihre Zukunft. Das Team ist intakt und wird auch künftig erfolgreich sein. Es wird mir schwer fallen, ihnen bei großen Turnieren zuzusehen, wenn sie um die Titel mitspielen." Danken wolle er vor allem den Spielern, die es nicht in seinen Kader schafften. "Sie waren immer bereit. Wir konnten sie anrufen und sie sind gekommen. Solche Leute machen die Mannschaft aus."

Laute Lacher

Die Fans, deren Lärm im Spielverlauf zunehmend ohrenbetäubende Ausmaße annahm, erfreuten sich unterdessen an allerlei spaßigen Einlagen. Ein wirklich jämmerlicher Siebenmeter-Versuch von Torwartriese Andreas Wolff sorgte für laute Lacher. Lokalmatador Binder traf in Hälfte eins gleich mehrfach, legte aber auch mustergültig auf. Nicht immer klappte das. Der Kempa-Versuch mit Lasse Svan landete irgendwo zwischen Wolff und Gebälk. Svan selbst flog in die Bande. Machte nix.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Hallensprecher in einem Nebensatz die große Trainerpersonalie bereits unters Volk gebracht. Freundlicher Applaus der Anhänger. Der frenetische Jubel, der vorher Sigurdsson gegolten hatte, er muss dann doch erst verdient werden. Auch zu den Akteuren auf dem Feld hatte sich die Neuigkeit irgendwann rumgesprochen. "Ich kenne ihn nicht, kann mir da kein Urteil erlauben", kommentierte Patrick Groetzki zurückhaltend. Freude dagegen bei Niklas Pieczkowski, der unter Prokop beim SC DHfK trainiert. "Ich freue mich wahnsinnig für ihn. Es ist eine gute Entscheidung, auch für mich persönlich."

Angesprochen auf seinen Nachfolger wollte auch Dagur Sigurdsson nicht zu viele Worte verlieren. "Ich denke, er passt zum Team und zum Umfeld. Seine Verpflichtung war keine Überraschung für mich. Er wird seinen Stil reinbringen." Einen Spaziergang dürfe Christian Prokop allerdings nicht erwarten. "Er wird von Beginn an viele Fragen beantworten müssen", so der Isländer. Wer spielt, wie wird gespielt, wie soll das Umfeld sein. Es gibt viele gute Handballer in Deutschland. Unter ihnen auszuwählen, ist eine große Aufgabe."

Von Antje Henselin-Rudolph

DHB-Team: Heinevetter; Wolff; Lemke; Wiencek (4); Pekeler (2); Fäth (4); Groetzki (1); Häfner (2); Schöngarth (3); Dahmke (3); Kühn (2); Ernst (2); Rahmel (2); Pieczkowski (2); Kohlbacher (7); Drux (2).

All Stars: Andersson; Landin; Appelgren; Schmid; Karlsson; Eggert; Binder (3); Glandorf; Mogensen (1); Svan (2); Rambo (2); Schagen (3); Valur Sigurdsson (4); Lauge (4); Weber; Petersson (6); Mahé (3); Späth (1); Thümmler (5); Bilyk (2); Ekdahl du Rietz (4).

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