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Angriff der Leipziger Kanutin Cindy Pöschel bei WM in Prag nicht belohnt

Angriff der Leipziger Kanutin Cindy Pöschel bei WM in Prag nicht belohnt

oder lieber die Sicherheits-Variante? Mit dieser Frage taten sich die Kanuslalom-Artisten bei den Welttitelkämpfen in Prag äußerst schwer. Kajak-Spezialistin Cindy Pöschel, einzige Finalistin aus dem Team des Leipziger Kanu-Clubs, entschied sich für die Angriffs-Variante - und wurde dafür nicht belohnt.

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Cindy Pöschel vom Leipziger Kanu-Club. (Archivfoto)

Quelle: Christian Nitsche

Volle Fahrt voraus. Als Cindy Pöschel nach dem ersten WM-Endlauf ihrer Karriere im Zielbereich stand, stellte die 23-Jährige fest: Mit ihrer Leistung aus dem Halbfinale wäre sie am Sonntag Weltmeisterin geworden. Die angehende Landespolizistin kann sich aber damit trösten, dass fünf anderen Frauen in der Situation der gleiche Gedanke kam. Im Semifinale hatte die Leipzigerin die viertbeste Zeit erzielt, inklusive ihrer vier Strafsekunden war sie auf Rang sechs gelandet. "Ich bin so happy, dass es mit dem Finale geklappt hat. Das ist einfach nur geil", sagte sie immer wieder. Im unteren Drittel hatte sie ihre Ex-Trainerin Mandy Benzien gehört, die sich von der Tribüne hinunter an den Kanal begeben hatte. Die Anfeuerung gab Cindy Pöschel Kraft für die letzten Meter.

Nicht nur Mandy Benzien - unter ihrem Mädchennamen Planert Olympia-Sechste und mehrfache WM-Medaillengewinnerin - wusste: "Cindy kann mit einem ähnlich guten Lauf eine Medaille holen." Doch bei den K1-Frauen erwies es sich in der Stunde der Entscheidung als schwierig, eine Kopie des Halbfinal-Laufes zu zeigen oder sogar eine Steigerung hinzubekommen. Cindy Pöschel legte los wie die Feuerwehr, absolvierte die erste Hälfte der Strecke mit Bravour und hatte bei den Zwischenzeiten fast vier Sekunden Vorsprung. Doch das "Höllentempo" forderte Tribut. Tor 13 durchfuhr sie spontan rück- statt vorwärts, Tor 14 erwischte sie mit Ach und Krach. Ihren Fans sowie Trainer Christian Formella stockte der Atem, dann zückte der Kampfrichter die Kelle und gab ihr 50 Strafsekunden. Eine knappe Sache, doch Platz zehn war nun nicht mehr zu verhindern.

"Vor dem letzten Tor bin ich dann auch noch abgerutscht. Aber ich habe alles versucht und alles gegeben", sagte die ehemalige Junioren-Europameisterin und U23-Vizeweltmeisterin, die sich selbst als Kämpfer-Typ bezeichnet: "Im Training vielleicht nicht immer. Aber wenn Wettkampf ist, dann gebe ich vom ersten bis zum letzten Meter Vollgas." Mit einer Sicherheits-Variante konnte sie sich nicht anfreunden: "Denn man weiß ja oben am Start nicht, was die anderen machen. Wenn ich auf Sicherheit paddle und am Ende Vierte werde, dann ärgere ich mich im Ziel total."

Cheftrainer Michael Trummer meinte: "Die sichere Fahrweise wäre bei den Frauen heute besser gewesen. Aber hinterher ist man immer schlauer." Daher machte er der Sächsin keinen Vorwurf: "Ich finde es gut, dass Cindy auf Angriff gefahren ist. Aus solchen Rennen lernt sie. Und irgendwann hat sie genügend Erfahrung und kommt durch." So wie Jasmin Schornberg aus Hamm, die bei ihrer ersten WM Zwölfte war, inzwischen Gold und Bronze auf dem Konto hat.

Cindy Pöschel fasste ihre Saison so zusammen: "Ich bin zufrieden. Ich stand in vier von sieben großen Rennen im Finale, beim Weltcup in Cardiff und Augsburg sogar auf dem Podest. Das ist ein guter Wert." Eine dreiwöchige Krankheitspause im Juli holte sie bis Prag auf. Ihre verdiente WM-Medaille sicherte sie sich am Ende im Teamwettbewerb, obwohl sie sehr aufgeregt gewesen sei. Aber ihre beiden erfahrenen Kolleginnen beruhigten sie mit den Worten: "Ach Cindy, das schaffen wir schon." Gesagt, getan. Am Ende jubelte das Trio über Silber. Frank Schober

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.09.2013

Frank Schober

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