Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Angriff ist im Judo die beste Verteidigung

Angriff ist im Judo die beste Verteidigung

Eine Judo-Mannschaft kann - ganz im Gegensatz zu Fußballern - einen Vorsprung nicht mit Mauer-Taktik über die Zeit retten. Das bekamen der JCL und seine euphorischen Fans gegen München zu spüren.

Vermeintlich klar mit 3:0, 5:2 und sogar 7:3 führten die Sachsen gegen die Bayern. Doch der erlösende achte Punkt wollte nicht fallen. Zwei Matchbälle waren bereits vergeben als Philipp Mackeldey die Tatami betrat. Das Problem: Er hatte in Runde eins gegen seinen Kontrahenten aus Österreich knapp verloren. Und dass Schwergewicht Fabian Hubert zum Abschluss gegen den U23-Europameister aus Holland zum zweiten Mal die Überraschung schafft, schien unwahrscheinlich. Es war schon erstaunlich, dass der 145-kg-Mann den Niederländer im ersten Durchgang geknackt hatte. Nun drohte ein 7:7.

Mackeldey hätte ein Remis genügt, doch daran verschwendete der 23-Jährige keinen Gedanken: "Ich bin ein Siegkämpfer. Auf Unentschieden zu setzen wäre viel zu gefährlich gewesen. Also bin ich auf die Matte und habe mir gesagt: Den hauste jetzt weg. Ich wollte ja unbedingt Revanche für die Hinrunde." Gesagt, getan. In beeindruckender Manier beschäftigte der 66-Kilo-Mann seinen Gegner. Und als der Leipziger bereits führte, marschierte er weiter. "Mein Vater hatte mir in der Pause noch ein paar Tipps gegeben. Er sagt immer: Angriff ist die beste Verteidigung." Auch Kapitän Robert Gess feuerte seinen Halbleichtgewichtler vom Mattenrand aus an: "Weiter auf Angriff!" Dass "Mackel" aber ausgerechnet mit seinem Außensichel-Wurf, mit dem er 90 Minuten zuvor noch in einen kampfentscheidenden Konter gerannt war, zum Ippon-Sieg kam, war beeindruckend.

Der Vater - einst DDR-Auswahl-Judoka - hatte also den richtigen Ratschlag für "Mackel" parat. Überhaupt sind die Eltern Katrin und Lutz noch immer sportliche Vorbilder, bewältigten sie doch vor wenigen Wochen den 73-km-Supermarathon am Rennsteig.

Während die JCL-Truppe den HTWK-Studenten als Matchwinner feierte, sah er sich lediglich als Teil der Mannschaft. "Wir haben ja nicht 1:0, sondern 8:6 gewonnen. Es war eine absolute Teamleistung", meinte Mackeldey, der bestens gerüstet und mit Rückenwind zur Universiade fliegt, wo er im ersten Kampf sicher einen ähnlichen Brocken wie am Samstag vorgesetzt bekommt.

In der Stunde des Bundesliga-Glücks vergaß er fast, dass er gegen Großhadern wegen der Kasan-Vorbereitung gar nicht in Top-Form antrat: "Ich hatte Muskelkater. Die Bundesliga war die letzte Einheit der Hochbelastungs-Woche." In Russland will er die Atmosphäre ähnlich aufsaugen wie am Samstag in der Grube-Halle. "Dass ich als No Name dabei sein kann, ist super. Mehr als einen deutschen Vizemeister habe ich ja nicht nachzuweisen." Das soll sich ändern.

JCL-Punkte: Fleischer, Danculea, H. Conrad, R. Conrad, Dedek, Mackeldey, Hubert, Gess.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.07.2013

Frank Schober

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport

Jede Woche im LVZ-Tippspiel zur Saison 2016/17 regionale Partien tippen und tolle Preise gewinnen! mehr

Alle Wettquoten zu Spielen von RB Leipzig gibt es bei SmartBets.