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Argentinisches Handball-Talent mit deutschen Wurzeln beim SC DHfK angekommen

Argentinisches Handball-Talent mit deutschen Wurzeln beim SC DHfK angekommen

Leipzig. Leipzig kam in der Welt des Argentiniers Juan Pablo Fernandez bisher nicht vor. Noch nie hatte der Handballer den Namen der sächsischen Messestadt gehört, doch seit vergangenem Sonnabend ist sie sein Zuhause.

Der 21-jährige Junioren-Nationalspieler soll die Oberliga-Handballer des SC DHfK bis zum Saisonende unterstützen, die erneut in die Regionalliga aufsteigen wollen. Eingefädelt hat den Deal Stefan Kretzschmar, der seit einigen Monaten dem Aufsichtsrat der Spielbetriebs-GmbH angehört und dazu beitragen will, den SC DHfK in die Bundesliga zu führen. „Juan Pablo ist mir bei der Junioren-WM in Ägypten aufgefallen", erzählt der 36-jährige Ex-Profi. Die Südamerikaner bezwangen damals das deutsche Team überraschend mit 25:24. „Eigentlich wollte ich Juan Pablo nur für meine Spielerberatungsagentur verpflichten", so Kretzschmar weiter. Doch derzeit sei es schwierig, junge Spieler in die deutsche Profiliga zu vermitteln. So entstand die Idee, den Youngster erst einmal in Leipzig unterzubringen. Mit dem SC DHfK sei vereinbart, dass der Rückraumspieler bei anderen Vereinen probetrainieren darf. Für den Rest der Saison soll er jedoch in Leipzig bleiben. Hier versuchen Mannschaft und Team das Leben des jungen Mannes so angenehm wie möglich zu gestalten. „Er wohnt in unserem Boarding House, einem kleinen Appartement", berichtet Thomas Moors, Gerneral Manager des Atlanta Hotels in Wachau, das den Handballclub als Sponsor unterstützt. Der Gast aus Südamerika dürfe Sauna, Pool und Fitnessraum genauso nutzen wie den Zimmerservice. „Er will aber lieber selbst kochen," so der Hoteldirektor. Dem Argentinier gefällt das Hotelleben bisher „muy bien" („sehr gut"). Mit dem Auto eines weiteren Sponsors kommt er zum Training, außerdem erhält er ein kleines Taschengeld. Das einsame Sportlerleben sei er gewohnt. Mit 17 Jahren ging er für drei Monate zum Handballspielen nach Island, dem schloss sich ein Aufenthalt in Spanien an. Bis vor einem halben Jahr spielte er beim spanischen Zweitligaclub Helvetia Anaitasuna. Doch als ihn dieser nicht mehr bezahlte, flog er zurück nach Buenos Aires. Ohne Club und Vertrag lag seine sportliche Karriere auf Eis. Seit drei Tagen trainiert er wieder. „Er hat seit sechs Monaten kein Spiel mehr bestritten und konditionell noch einiges aufzuholen", beschreibt Kretzschmar den Stand der Dinge. Die Mannschaft habe ihn mit offenen Armen empfangen. „Es gibt keinerlei Akzeptanzprobleme", umreist Karsten Günther, Geschäftsführer der SC DHfK Handball GmbH, die Position des Neuen. Juan Pablo bringe sich super in die Mannschaft ein und das werde honoriert. Die Männer wissen, wie wichtig er sei - gerade nach dem Handbruch von Spielmacher René Wagner, der auf der selben Position spiele. Wann der Import aus Argentinien erstmals eingesetzt wird, stehe aber noch nicht fest. Sein Spielerpass liege noch in Spanien, so Kretzschmar. Doch spätestens zum Pokalspiel gegen den HC Elbflorenz am 21. Februar (17 Uhr, Grube-Halle) sollen alle Formalitäten erledigt sein. Dann wird der 1.90-Meter-Mann mit einem Sprachgemisch über das Spielfeld dirigiert. Während sich Kretzschmar und Günther mit ihm auf Spanisch unterhalten, verständige er sich mit Mannschaft und Trainier auf Englisch. „Er hat zwar auch mal Deutsch gelernt, aber davon ist bei ihm soviel übrig wie bei mir nach sieben Jahren Russisch", erklärt Kretschmar. Von Mitte Februar an stehen deshalb täglich drei Stunden Deutsch auf dem Programm. Der 21-Jährige besucht dann jeden Vormittag die Volkshochschule. Unwahrscheinlich sei, dass ihm eine deutsche Freundin die nötigen Vokabeln beibringe, so Kretzschmar. „Er ist seit vier Jahren mit einer Argentinierin liiert, die in Buenos Aires Medizin studiert." Dennoch machen sich die Verantwortlichen im Verein wegen der Sprachbarriere keine Sorgen. Mit dem Deutschkurs und den Wurzeln, die der junge Mann vorweisen kann, werde das Problem bald keines mehr sein. Seine Großeltern wurden in Stuttgart geboren und wanderten nach Südamerika aus. Von ihnen bekam Juan Pablo wohl auch seine Handball-Leidenschaft in die Wiege. Richtig erfolgreich waren aber erst seine Eltern. Mutter und Vater wurden in die Handball- Nationalmannschaft Argentiniens berufen. Beim Sohn reichte es schon mal für das Juniorenteam. Nun will er richtig durchstarten. „Am liebsten natürlich in der Bundesliga." Und das gern auch im bisher unbekannten Leipzig.

Anne-Kathrin Sturm

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