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Aues Wiederaufstieg: "Das zweite Wunder" und seine Folgen

Aues Wiederaufstieg: "Das zweite Wunder" und seine Folgen

Zu den Heimspielen weht es weiß-lila von den Fahnenmasten vor dem Rathaus. An den Tagen dazwischen lässt Aues Oberbürgermeister Heinrich Kohl die Fahnen aber verschwinden.

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Jessica Krauße präsentiert den neuen Aufstiegsschal des FC Erzgebirge Aue.

Quelle: dpa

Aue. Sie seien so beliebt, dass sie auch schon mal geklaut werden. Aber zur Aufstiegsfeier des Fußball-Drittligisten FC Erzgebirge Aue am Sonntag „wird alles geflaggt", kündigte der CDU-Politiker an. Auf dem von den Masten eingerahmten Rathausbalkon wird dann die Mannschaft stehen. Wie 2003, als Aue erstmals in die 2. Bundesliga einzog.

Die Straßenkreuzung davor wird wieder voller Menschen sein. Die gesamte Region steht hinter dem Traditionsclub. Die unerwartete Rückkehr von Erzgebirge in die zweithöchste deutsche Spielklasse nach dem Abstieg 2008 nennt Kohl nun „das zweite Wunder". „Einen besseren Botschafter für das Erzgebirge können Sie nicht bekommen", sagt IHK- Geschäftsführerin Almut Beck. Aue sei wieder deutschlandweit in aller Munde. Solide geführt, von einem Sponsoren-Pool aus 200 Firmen der Region unterstützt: „Das Fundament stimmt." Und irgendwann schlage sich das vielleicht auch in höheren Gästezahlen nieder, glaubt Beck.

Oberbürgermeister Kohl macht sich derweil keine Illusionen über einen lokalen Wirtschafts- oder Tourismusboom. Solche Effekte seien „nicht direkt messbar". Was er aber von Unternehmern aus der Stadt wisse: Westdeutsche Geschäftspartner können mit Aue etwas anfangen. „Man hat ein Einstiegsthema. Fußball ist kein Investitionshemmnis."

Trotz des Aufstiegs bleibt ein neues Stadion zunächst Vision, jetzt werden im alten erst einmal weitere Tribünenblöcke überdacht und zwar mit Konjunkturpaket-Mitteln. Die bisherige Heimstatt mit lila Laufbahn gehört dem Landkreis und fasst etwa 16 000 Besucher. Das reicht fast an die gegenwärtige Einwohnerzahl von Aue (17 500) heran. „Wenn sich Aue in der 2. Liga festsetzt, kann man über ein neues Stadion reden. Aber ohne Fördermittel wird das nicht gehen", sagt Kohl. Die Stadt unterstütze den Verein schon jetzt finanziell mit etwa 80 000 Euro jährlich, hinzu kamen zuletzt auch zusätzliche Ausgaben. Kohl sagt: „Was gut für den Verein ist, ist auch gut für Aue."

So ähnlich dachte man wohl auch bei der Bäckerei Zum Schellenberger, bevor das mehrkörnige „FCE-Fan-Brot" und die mit Vereinswappen dekorierte „Veilchen-Schnitte" ins Sortiment kamen. Der Fan-Shop gleich um die Ecke vom Rathaus verkauft neben brandaktuellen Aufstiegs-T-Shirts, lila Handys, Vereinsschnullern und Schneebesen auch etwas wirklich Unikates: Schwibbögen aus dem Weihnachtsland Erzgebirge, wahlweise mit den Schriftzügen „Einmal Aue - Immer Aue" oder „BSG Wismut Aue", dem früheren Namen des Vereins.

Aus einer „Wismut"-Tasse schlürft auch Sachsens Linke-Chef Rico Gebhardt seinen Kaffee in der Dresdner Parteizentrale. „Und die darf auch niemand anders nehmen." Der aus dem Nachbarort Schlema stammende 46-Jährige und frühere Auer PDS-Bürgermeisterkandidat glaubt daran, dass der Aufstieg den Zusammenhalt der Erzgebirger weiter stärken werde: „Das Empfinden ist: Man hat es als gallisches Dorf dem großen Dynamo Dresden gezeigt."

Nicht nur mit Dynamo verbindet Aue, nun wieder Sachsens einziger Zweitligist, eine Erzrivalität. In den Räumen des Fanprojekts Aue sind Dresdner Schals verkehrt herum aufgehängt. „Die Derbys werden uns fehlen", sagt Vorstandsmitglied Frank Steinbach. Der 45-Jährige kommt aus Aues Nachbarort Grüna. Seit 1971 versucht er, kein Heimspiel zu verpassen. Auswärts ist er seit 1979 dabei. Der Verein sei für viele im strukturschwachen Erzgebirge „ein bisschen die Ersatzfamilie".

dpa

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