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Aufregung um neuen Sponsor: Flughafen Leipzig/Halle unterstützt SC Magdeburg

Aufregung um neuen Sponsor: Flughafen Leipzig/Halle unterstützt SC Magdeburg

Mit einer kurzen Pressemitteilung hat der SC Magdeburg für Aufsehen in Leipzigs Sportlandschaft gesorgt. Wie der Handball-Bundesligist verkündete, wird der Flughafen Leipzig/Halle den Verein aus Sachsen-Anhalt künftig als Sponsor unterstützen.

Leipzig. „Sowohl der SC Magdeburg als auch der Flughafen in Leipzig/Halle sind Leuchttürme in der Region Mitteldeutschland und passen daher bestens zusammen“, heißt es in der Mitteilung. Gegenseitig will man aufeinander hinweisen und so Gäste vom Flughafen in die Bördelandhalle sowie Magdeburger auf den Leipziger Airport locken.

Diese Partnerschaft ist per se nichts sensationelles, birgt mit Blick auf die Leipziger Sportlandschaft jedoch einigen Sprengstoff. Denn bisher hat sich der Flughafen nur im Jugendbereich und bei kleinen Vereinen in der direkten Umgebung engagiert, wie etwa bei der TSG Schkeuditz oder beim kleinen Handball-Verein HV Glesien. Trotz mancher Hoffnungen an der Pleiße wollte der Airport dagegen aber keinem Leipziger Sportverein nennenswert den Rücken stärken. Und das obgleich beispielsweise mit dem HC Leipzig ein Frauenhandball-Spitzenclub sowie mit dem SC DHfK ein aufstrebender Männerhandball-Verein praktisch direkt vor der Haustür des Airports erfolgreich um Punkte und Titel ringen.

Kay-Sven Hähner, Manager des amtierenden Frauenhandball-Meisters HC Leipzig, wurde von der Partnerschaft überrascht: „Wir waren in der Vergangenheit auch mit dem Flughafen in Verhandlung über eine Unterstützung und da hieß es, dass es grundsätzlich kein Sponsoring in diesem Bereich geben wird“, sagt der HCL-Manager und fügt an: „Ich bin schon sehr verwundert über diese Übereinkunft. Ich verstehe natürlich die unternehmerische Entscheidung beider Seiten, finde sie mit Blick auf die früheren Gespräche aber sehr eigenartig.“

Auch die Stadt Leipzig, einer der Gesellschafter des Airports Leipzig/Halle, war am Schkeuditzer Kreuz Teil der bisher gescheiterten Verhandlungen um Sport-Sponsoring. Der zuständige Bürgermeister Heiko Rosenthal wünscht sich nun zumindest parallel auch ein Engagement des Flughafens in der Messestadt und lässt verlauten: „Wir werden dazu in den kommenden Wochen erneut das Gespräch mit dem Geschäftsführer des Flughafens Dierk Nähter suchen.“

DHfK-Manager Maik Gottas gibt sich eher gelassen und betont das Verständnis über die Entscheidung der Flughafen-Macher: „Grundsätzlich ist das eine sehr ordentliche und sinnvolle Kooperation und strategische Entscheidung mit wechselseitigen Vorteilen.“ Sein Verein sei einfach noch nicht in der selben Position, wie die Magdeburger Handball-Granden. „Erst wenn wir die Bundesliga erreicht haben, sind wir für große Unternehmen auch interessant.“, sagt der Manager des Handball-Drittligisten.

Nach so mancher Bugwelle, die dem Flughafen in den vergangenen Tagen aus den Medien entgegenschlug, scheint sich offenbar etwas Wetterberuhigung einzustellen. „Wir waren sehr überrascht über die Kritik“, sagt Evelyn Schuster, Leiterin der Marketing-Abteilung des Flughafens Leipzig. Die kolportierte sechsstellige Sponsoringsumme sei falsch. „Es geht um eine kleine vierstellige Summe“ berichtigt Schuster die Mutmaßungen. Dazu sind allerdings auch Sachwerte – oder wie es in der Pressemitteilung der Magdeburger heißt: „Werbeträger im Flughafenbereich“ – zu rechnen. Nach Angaben von Evelyn Schuster plane man einzig ein „kleines Banner im Außenbereich des Terminals B, in der Größe von zwei mal zwei Meter.“

Wie die Marketingleiterin als Entgegnung auf die überraschten Meinungen aus dem Leipziger Sport weiter zu berichten weiß, bestehe von Seiten des Flughafens schon seit Längerem ein Interesse an einer stärkeren Präsenz in Magdeburg – aufgrund der Nähe und den vielen Flughäfen in der Umgebung der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt. Deshalb haben man bisher in der dortigen Tagespresse Anzeigen geschaltet. „Als nun die Anfrage des SC Magdeburg kam, war eine Kooperation für uns natürlich interessant.“, sagt Evelyn Schuster.

Matthias Puppe

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